Börsengang

Innio: Österreichisches Traditionsunternehmen leitet IPO ein, könnte bald 15 Mrd. Dollar wert sein

Notstromaggregat, das mit Wasserstoff statt Diesel läuft. © Innio
Notstromaggregat, das mit Wasserstoff statt Diesel läuft. © Innio

Ein österreichisches Unternehmen mit mehr als hundert Jahren Geschichte steht vor einem der bedeutendsten Schritte seiner Unternehmensgeschichte. Die INNIO Group, Hersteller von Gasmotoren und dezentralen Energielösungen mit Wurzeln im Jahr 1906, hat am heute Dienstag bei der US-amerikanischen Börsenaufsichtsbehörde SEC einen Registrierungsantrag für einen geplanten Börsengang eingereicht. Das Unternehmen plant, unter dem Ticker-Symbol „INIO“ am Nasdaq Global Select Market notiert zu werden.

Was INNIO herstellt und woher das Unternehmen kommt

INNIO vereint zwei traditionsreiche Produktmarken unter einem Dach: Jenbacher, mit Ursprung in Tirol, und Waukesha aus dem US-Bundesstaat Wisconsin. Das Unternehmen entwickelt, produziert und wartet leistungsstarke Gasmotoren, die gasförmige Brennstoffe in Strom, Wärme oder Druckenergie umwandeln. Eingesetzt werden dabei Erdgas, erneuerbare Gase sowie verschiedene Spezialgase. Auf dieselbasierte Lösungen verzichtet das Unternehmen.

Die Geschichte des Unternehmens ist eng mit dem Finanzinvestor Advent International verbunden, der INNIO 2018 vom US-Konzern General Electric für 3,25 Milliarden Dollar übernahm. Seither wurde das Unternehmen konsequent auf Wachstum ausgerichtet. Neben Advent International zählt auch die Abu Dhabi Investment Authority zu den Investoren. Der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich in München, weltweit beschäftigt INNIO mehr als 5.000 Mitarbeitende.

Einsatzgebiete: Von Rechenzentren bis zur Gasinfrastruktur

Die Anwendungsfelder der INNIO-Technologie sind breit gefächert. Die Motoren kommen überall dort zum Einsatz, wo zuverlässige, flexible und effiziente Energieversorgung gefragt ist.

  • Rechenzentren und KI-Infrastruktur: Stromversorgung für datenintensive Anlagen, die durch den Boom der Künstlichen Intelligenz stark wachsen
  • Netzstabilisierung: Unterstützung von Stromnetzen durch schnell regelbare, dezentrale Erzeugungskapazitäten
  • Industrie: Energieversorgung für industrielle Prozesse und Microgrids
  • Gasverdichtung: Anwendungen entlang der Gasinfrastruktur
  • Notstromversorgung: Zuletzt demonstrierte INNIO gemeinsam mit dem Net Zero Innovation Hub eine 3-Megawatt-Anlage für 100-prozentige Wasserstoff-Notstromversorgung in Rechenzentren

Die weltweit installierte Basis des Unternehmens beläuft sich auf rund 44 Gigawatt in mehr als hundert Ländern. Das entspricht der Kapazität mehrerer großer Kernkraftwerke.

Starke Auftragslage dank KI-Boom

Die Nachfrage nach den Produkten von INNIO ist zuletzt deutlich gestiegen. Im Februar 2026 sicherte sich das Unternehmen einen Großauftrag des Energieversorgers VoltaGrid über 1,5 Gigawatt zur Stromversorgung von KI- und Hochleistungsrechenzentren in den USA. Dabei sollen 300 Jenbacher-Gasmotoren der Baureihen J624 und J620 bis 2028 geliefert werden.

Im April 2026 folgte ein weiteres strategisches Rahmenabkommen mit dem Unternehmen Rehlko über 1,25 Gigawatt Motorenkapazität über drei Jahre, ebenfalls zur Unterstützung von Rechenzentrums- und Flexibilitätsprojekten weltweit. Um der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden, eröffnete INNIO im März 2026 ein neues Werk in Hall in Tirol. Eine zweite Produktionsstätte ist ebenfalls für 2026 geplant.

Finanzkennzahlen und Servicegeschäft

Für die zwölf Monate bis Ende März 2026 wies INNIO einen Umsatz von 2,8 Milliarden US-Dollar aus. Besonders hervorzuheben ist das Servicegeschäft, das langfristige Wartungsverträge über den gesamten Lebenszyklus der installierten Anlagen umfasst. Es machte rund 48 Prozent des Gesamtumsatzes im Geschäftsjahr 2025 aus und gilt als besonders wertvoll, da es stabile, wiederkehrende Einnahmen generiert, die weitgehend unabhängig von Konjunkturzyklen sind.

Geplantes Emissionsvolumen und Bewertung

Das angestrebte Emissionsvolumen des Börsengangs wird von Analysten auf bis zu 1,5 Milliarden US-Dollar geschätzt. Laut einem Bericht des Handelsblatts könnte die Gesamtbewertung des Unternehmens bei rund 15 Milliarden Dollar liegen. Advent International hatte bereits im Herbst 2025 eine Bewertung von mindestens 12 Milliarden Dollar als Ziel ausgegeben.

Als Konsortialführer des Börsengangs fungieren Goldman Sachs, J.P. Morgan und Morgan Stanley. Weitere namhafte Institute wie BofA Securities, Barclays, Citigroup, Deutsche Bank Securities und UBS Investment Bank sind ebenfalls beteiligt. Der genaue Zeitpunkt des Börsengangs sowie die endgültige Preisspanne stehen noch nicht fest. Das Angebot steht unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die SEC sowie günstiger Marktbedingungen.

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