Bitcoin & Co

Krypto-News: Die Gründe für den Preissturz

Die Kurse der größten Kryptowährungen sackten um bis zu 50 Prozent ab. © flickr_cc20_BTC Keychain
Die Kurse der größten Kryptowährungen sackten um bis zu 50 Prozent ab. © flickr_cc20_BTC Keychain

Der Zeitpunkt für die PR-Meldung war etwas überraschend: An einem „bloody monday“, an dem die Kurse der führenden Kryptowährungen einen Sturz um bis zu 40 Prozent hinlegten, gab die österreichische Post AG einen Marketing-Gag bekannt: Seit gestern ist es in den Filialen möglich, Gutscheine für Bitcoin, Ethereum und Litecoin zu kaufen, so wie es mit den Bitcoin-Gutscheinen in zahlreichen Trafiken schon lange funktioniert. Die Gutscheine sind ausschließlich beim Wiener Startup Bitpanda einzulösen. Das Startup beschreibt die Kooperation als Nebengeschäft. Über die Transaktionskosten, sowie die aktuellen Kurse wird in den Post-Filialen keine Auskunft gegeben.

Neues aus dem „Kryptovalley Zug“: ID auf der Blockchain

Spannender ist die Meldung aus Zug in der Schweiz. Seit Beginn des Jahres kann man dort Dienstleistungen am Bürgeramt mit Bitcoin bezahlen. Ab September folgt der nächste Clou: Bürger können sich eine elektronische ID auf der Blockchain einrichten. Die benötigte App „uPort“ wurde von der Zuger Firma Consensys entwickelt und bezeichnet sich als „dezentralisierte Identitäts-Plattform für Menschen, Unternehmen, Geräte und Bots“. Damit können Bürger in Zug ihre Amtsgeschäfte online sicher erledigen. „Wir wollen eine (…) Art digitalen Pass für alle möglichen Anwendungen“, sagte Zugs Stadtpräsident Dolfi Müller der Plattform heise.de. 

Die Gründe für den Kurssturz der Alt-Coins

Panik-Verkäufe nach der Rallye

Die Volatilität bei den Kryptokursen ist nichts Neues. Innerhalb von sechs Monaten stieg Ethereum von 8 Dollar auf 400, um dann wieder um 50 Prozent nachzugeben. Auch Flash-Crashes wie vor 14 Tagen, die Ethereum für Millisekunden auf 10 Cent fallen ließen, sind in dem noch anfälligen technischen System keine Seltenheit. Der aktuelle Crash hat massiv Geld vernichtet. Mit knapp über 20 Milliarden Dollar hat die Marktkapitalisierung rund 40 Prozent zum Rekordstand vor einem Monat eingebüßt. „Für Anleger, die sich von dem Hype der vergangenen Monate anstecken liessen, ist das ein herber Schlag“, sagt Trader Matthias Schermann. Viele Anleger haben ihre Gewinne in Fiat-Geld realisiert. „Typische Panik-Verkäufe, nachdem die Alt-Coins erstmals nach den immer neuen Rekorden der letzten Monate ins Rote drehten“, so Schermann.  Auch ICO-Experte Lewi Ilkanaev vermutet hinter den Verlusten Verkäufe, „die ähnlich wie an den Börsen nach einer Rallye und den dutzenden erfolgreichen ICOs vor der Sommerpause realisiert und in Fiat-Geld getauscht wurden.“

Gehackte Börsen

Trading hat viel mit Vertrauen zu tun. Die Märkte und die Anleger sind hochnervös. Die Aussagen des OeNB-Chefs Ewald Nowotny klingen noch nach, dass die Kryptowährungen reine Spekulationsobjekte seien. Alles wartet auf die ersten Schritt der Regulierer. Eine weitere Zitterpartie, die nicht zum Urvertrauen in die Coins beiträgt, war ein Hackerangriff auf die südkoreanische Börse Bithumb. Bithump ist der weltweit größte Handelsplatz für Kryptowährungen. Pro Tag werden dort 13.000 Bitcoins ausgetauscht. Von dem Angriff sind 30.000 Anleger betroffen. Die Hacker sollen Beträge in Millionenhöhe erbeutet haben. Auch ein möglicher Grund für die Geldvernichtung an den Krypto-Börsen.

Skalierungs-Debatte

Die unzureichende Blockgröße der Bitcoin-Chain. Die Blockchain besteht aus unzähligen, aufeinander folgenden Blöcken. Das Hauptproblem ist die hart programmierte Blockgröße von 1 MB. Bei hunderten Transaktionen in der Minute reicht diese nicht mehr aus. Es kommt zu unangenehmen Wartezeiten. Am 1. August soll das Kernteam eine Entscheidung fällen, wie sich die Community dem Skalierungsproblem nähert.

Grafikkarten wieder günstiger

Die gute Nachricht zum Schluss: Die für das Ethereum-Mining benötigten Grafikkarten und Mainboards werden nach den absurd hohen Preisen der vergangenen Monate wieder sinken. Die Nachfrage bei den Händlern und Herstellern, die kaum mit der Produktion nachkamen, wird sich eventuell etwas abkühlen.

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