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„Wir sind im internationalen Spitzenfeld“: ViennaUP präsentiert Wiens Spin-off-Power

ViennaUP. © Philipp Lipiarski / www.lipiarski.com
ViennaUP. © Philipp Lipiarski / www.lipiarski.com

Raus aus dem Labor, hinein ins Business: So genannte Life-Science-Spin-offs verlassen auch die österreichischen Universitäten mittlerweile in Serie, um die Zukunftsfelder HealthTech, Biotech, Pharma und Medizintechnik voranzutreiben und das Thema Gesundheit der Menschen auf das nächste Level zu heben. In Wien boomt der Sektor, mittlerweile sind im Life-Sciences-Sektor 646 Unternehmen mit 22,7 Milliarden Euro Umsatz und 49.000 Beschäftigten tätig. Die nächste Gelegenheit, die Stärke des Spin-off-Standorts direkt zu erleben, ist die ViennaUP, Europas größtes dezentrales Startup-Festival, das vom 18. bis 22. Mai in der österreichischen Hauptstadt stattfindet.

Die Wirtschaftsagentur der Stadt Wien spielt dabei eine essenzielle Rolle. Sie richtet die ViennaUP aus und bietet bei zahlreichen Veranstaltungen Gelegenheit, um Wissenschaft und Wirtschaft zusammenkommen und die Wiener Startup-Szene weiter gedeihen zu lassen.

„Einer der bedeutendsten Life Sciences-Standorte Europas“

Der Pull-Faktor der ViennaUP zeigte sich etwa 2025: Rund 7,6 Millionen Euro an Investitionen durch neu angesiedelte Startups wurden getätigt, insgesamt entstanden so 148 neue Arbeitsplätze. Damit es in diesem Ton weitergehen kann und der boomende Sektor noch besser gestärkt wird, investiert die Stadt Wien in das neue Life Science Center Vienna in Neu Marx. So baut die Stadt Wien ihre Position als einer der bedeutendsten Life Sciences-Standorte Europas weiter aus und bietet Unternehmen und Startups, die an dem Sektor arbeiten, hochmoderne Infrastruktur für Forschung und Innovation.

Eine weitere zentrale Keimzelle für erfolgreiche Spin-offs ist der von der Wirtschaftsagentur Wien unterstützte Business-Inkubator INiTS für innovative forschungs- und technologiebasierte Startups. Dieser betreute die vergangenen zwei Dekaden mehr als 350 Startups und Spin-offs. Auf der langen Liste der Erfolgsgeschichten finden sich etwa bekannte Namen wie MySugr, ImageBiopsy Lab, Visplore oder Heartbeat.bio.

Heartbeat.bio rund um CEO Michel Krebs ist eine Ausgründung des Wiener Institute of Molecular Biotechnology und hat im September 2025 quasi den Ritterschlag erhalten: Da startete die Kooperation mit dem Pharma-Giganten Boehringer Ingelheim zur Weiterentwicklung von Gentherapien für erbliche Herzmuskelerkrankungen. Hier schließt sich auch der Kreis: AITHYRA, das Institut für KI in der Biomedizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und finanziert von der gemeinnützigen Boehringer Ingelheim Stiftung, wird 2029 als erste Ankermieterin ins Life Science Center einziehen.

Wissenschaftliche Qualität als Fundament

Eine entscheidende Rolle im Spin-off-Ökosystem spielen die Investoren. Einer davon ist Markus Wanko, Gründer und Managing Partner von XISTA Science Ventures. Wanko, der bei xista Science Ventures mit einem 18-köpfigem Team Assets von rund 100 Millionen Euro verwaltet und dabei in Life-Science und DeepTech-Spin-offs investiert, bringt sich im Rahmen der ViennaUP konkret ein: Am 20. Mai findet mit Wanko das Event „Lab to Leader – Building Science Ventures“ statt, wo man von ihm erfährt, wie der Sprung aus dem akademischen Elfenbeinturm in die Geschäftswelt klappt.

„Die großen Trends bei den Investmentthemen – hin zu Life Science, Biotech, Tech Bio, Deep Tech – spielen Spin-offs in die Hände“, sagt Wanko. Die Pitchbook-Zahlen für das erste Quartal würden den Trend bestätigen: der Sektor wächst. In einer gemeinsam mit BCG durchgeführten Analyse der großen europäischen Life-Science-Hubs (München, Zürich, Amsterdam, Kopenhagen, Stockholm) ist Wien laut Wanko „voll mit dabei. Wir sind im internationalen Spitzenfeld angekommen.“

„Wien ist eine super Location, um Teams aufzubauen“

Warum Spin-offs unbedingt in Wien starten sollten? „Wien ist eine hervorragende Location, um Teams aufzubauen. Wir ziehen viele internationale Talente an, die für die Mitarbeit in Start-ups nach Wien kommen – das sehen wir auch stark in unseren eigenen Portfolio-Unternehmen. Die Nähe zu wissenschaftlichen Institutionen ist besonders für unsere Biotech- oder Photonics-Companies hilfreich, weil der Zugang zu Labor- und Forschungsinfrastruktur gegeben ist. Das ist oft ein wesentlicher Grund, warum die Unternehmen auch langfristig hier bleiben“, sagt Wanko.

Hinzu kommt ein großer Faktor: In Zeiten gestiegener Preise (Lebenshaltung, Labore etc.) kann Wien im Vergleich zu Boston, San Francisco oder London mit deutlich geringeren Kosten punkten.  „Im Biotech-Bereich wird in den USA viel outgesourced, weil die Kostensituation das verlangt. Wien ist deutlich günstiger, und das bei mindestens ähnlicher, oft besserer Qualität.“

© Philipp Lipiarski / www.lipiarski.com

ViennaUP als Bühne: Wo Wissenschaft und Wirtschaft sich treffen

Interdisziplinäre Teams aufzubauen und vor allem Wissenschaftler:innen mit Business-Köpfen zusammenzubringen, ist eine der schwierigsten Aufgaben im Spin-off-Aufbau. Hier sieht Wanko die ViennaUP als nächste Gelegenheit: „Ein wichtiger Bestandteil ist, dass die Leute sich einfach treffen. Vorselektierte Events sind dabei der richtige Weg.“

Hier eine Auswahl an thematisch passenden Events im Rahmen der ViennaUP:

  • From Pitch to Patient: How Digital Health and AI actually make it into Practice: Dieses von Health Hub Vienna und INiTSiator GmbH organisierte Event bringt Startups und Fachleute aus Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Arztpraxen zusammen. Dabei liegt der Fokus auf realen Probleme im Gesundheitswesen und konkreten Lösungen
  • Future of Health and Age Tech: Pitch Session: Mit dieser Veranstaltung zeigt 120 Ventures die Zukunft im Gesundheitswesen und im Bereich Age Tech. Hier betreten die spannendsten neuen Startups die Bühne.
  • Onco:Innovate Conference: An der Schnittstelle zwischen einer hochkarätigen Onkologiekonferenz und einer modernen Startup- und Innovationsveranstaltung schafft LISAvienna mit Onco:Innovate einen einzigartigen Raum, in dem Medizin, Technologie, Politik und Wirtschaft zusammenkommen – mit einem starken Fokus auf den Nutzen für die Patient:innen.
  • Longevity Business Forum: Bei diesem Event bringt der Longevity Hub Austria weltweit führende Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Gesundheitswesen, Technologie und Investment zusammen, um zu erörtern, wie wir nicht nur die Lebenserwartung, sondern auch die Gesundheitsspanne verlängern können.
  • Connect Day: Der jährlich stattfindende Connect Day, veranstaltet durch die aws, wird auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Matchmaking-Möglichkeiten und spannende Pitching-Sessions mit einem breiten Themenspektrum bieten.
  • Manufacturing Day: Der Manufacturing Day 2026 von EIT Manufacturing East widmet sich einer der größten Herausforderungen für die globale Industrie: der Frage, wie man Startups im Fertigungsbereich erfolgreich zu wettbewerbsfähigen, widerstandsfähigen und weltweit agierenden Unternehmen ausbauen kann.
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