USA

Mastercard kauft Stablecoin-Unicorn BVNK um satte 1,8 Milliarden Dollar

Karten von Mastercard und VISA © stevepb on Pixabay
Karten von Mastercard und VISA © stevepb on Pixabay

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Der US-amerikanische Zahlungsriese Mastercard hat am 17. März 2026 eine verbindliche Vereinbarung zur Übernahme des britischen Stablecoin-Infrastrukturunternehmens BVNK bekannt gegeben. Der Kaufpreis beläuft sich auf bis zu 1,8 Milliarden US-Dollar, wovon 300 Millionen Dollar an das Erreichen bestimmter Ziele geknüpft sind. Die Transaktion gilt als eine der größten Übernahmen eines Krypto-Unternehmens der letzten Zeit.

Die Übernahme einer Stablecoin-Firma durch große Finanzunternehmen ist in der Branche nichts Neues. So hat sich Stripe wie berichtet 2025 um 1,1 Milliarden Dollar das Stablecoin-Unternehmen Bridge Network einverleibt, Ripple hat sich um 200 Mio. Dollar Rail einverleibt, und zahlreiche Großbanken wie JPMorgan, Société Générale oder BNY Mellon sind im Stablecoin-Bereich tätig. Seit 2025 ist Circle, Macher von USDC, an der Börse notiert und wird dort mit 30 Mrd. Dollar bewertet.

Was ist BVNK und warum ist das Unternehmen interessant?

BVNK wurde 2021 gegründet und hat sich auf die Infrastruktur für Stablecoin-Zahlungen spezialisiert. Das Unternehmen betreibt eine Plattform, über die Unternehmen und Privatpersonen Zahlungen in Stablecoins abwickeln sowie zwischen digitalen Vermögenswerten und herkömmlichen Währungen konvertieren können. Aktuell ist die Plattform in mehr als 130 Ländern aktiv und unterstützt alle großen Blockchain-Netzwerke.

Zuletzt wurde BVNK im Jahr 2024 im Rahmen einer Series-B-Finanzierungsrunde über 50 Millionen Dollar mit 750 Millionen Dollar bewertet. Der nun vereinbarte Kaufpreis von bis zu 1,8 Milliarden Dollar entspricht damit mehr als einer Verdoppelung dieser Bewertung innerhalb von rund zwei Jahren. Bemerkenswert ist zudem, dass die Kryptobörse Coinbase laut Medienberichten im vergangenen Jahr eine Übernahme von BVNK für rund 2 Milliarden Dollar erwogen, letztlich aber nicht vollzogen hatte.

Strategische Hintergründe der Übernahme

Mastercard verarbeitet jährlich rund 9,5 Billionen US-Dollar an Zahlungsvolumen und ist in 210 Ländern aktiv. Mit der Übernahme von BVNK verfolgt das Unternehmen das Ziel, seine bestehenden Zahlungsinfrastrukturen mit sogenannten „On-Chain-Rails“ zu verbinden, also mit Zahlungswegen, die direkt auf Blockchain-Netzwerken basieren.

Im Kern geht es darum, die Lücke zwischen dem traditionellen Finanzsystem und der Welt der digitalen Währungen zu schließen. Stablecoins sind digitale Währungen, deren Wert an eine stabile Referenzgröße wie den US-Dollar gekoppelt ist. Sie ermöglichen schnelle, grenzüberschreitende Transaktionen zu vergleichsweise geringen Kosten. Anwendungsfälle liegen unter anderem in folgenden Bereichen:

  • Grenzüberschreitende Überweisungen und Remittances
  • Auszahlungen an Geschäftspartner und Privatpersonen
  • Peer-to-Peer- und Business-to-Business-Zahlungen
  • Treasury-Management und Kapitalmarktanwendungen
  • Tokenisierte Einlagen und Vermögenswerte

Regulatorisches Umfeld als Treiber

Ein wesentlicher Faktor für die zunehmende Bereitschaft etablierter Finanzunternehmen, in Stablecoin-Infrastruktur zu investieren, ist die wachsende regulatorische Klarheit in verschiedenen Ländern. Banken und Fintechs sehen sich dadurch in der Lage, ihren Kunden Zahlungsoptionen auf Basis digitaler Währungen anzubieten, ohne in rechtliche Grauzonen zu geraten.

Das Volumen digitaler Währungszahlungen erreichte laut Mastercard im Jahr 2025 mindestens 350 Milliarden US-Dollar. Obwohl dieser Markt im Vergleich zum traditionellen Zahlungsverkehr noch klein ist, wächst er rasant. Für etablierte Zahlungsdienstleister entsteht dadurch ein erheblicher Anreiz, frühzeitig Positionen in diesem Segment aufzubauen.

Technologische Zielsetzung der Kombination

Durch die Zusammenführung der Infrastrukturen beider Unternehmen soll eine chain- und währungsagnostische Lösung entstehen. Das bedeutet, dass Kunden nicht an bestimmte Blockchain-Netzwerke oder digitale Währungen gebunden sein sollen, sondern flexibel zwischen verschiedenen Systemen wählen können. Mastercard betont dabei die Bedeutung von Sicherheit, Zuverlässigkeit und Compliance als Grundpfeiler der neuen Angebote.

„Wir erwarten, dass die meisten Finanzinstitute und Fintechs mit der Zeit digitale Währungsdienstleistungen anbieten werden, sei es mit Stablecoins oder tokenisierten Einlagen. Wir wollen sie und ihre Kunden mit einem erstklassigen, hochgradig konformen, interoperablen Angebot unterstützen, das die Vorteile tokenisierten Geldes in die reale Welt bringt.“ Jorn Lambert, Chief Product Officer, Mastercard

„Dieses Geschäft bringt komplementäre Fähigkeiten zusammen, um die Zukunft des Geldes zu gestalten und zu liefern. Gemeinsam sind wir in der Lage, eine beispiellose Infrastruktur für digitale währungsbasierte Finanzdienstleistungen bereitzustellen.“ Jesse Hemson-Struthers, Mitgründer und CEO, BVNK

Einordnung und Ausblick

Die Übernahme von BVNK reiht sich in eine Reihe von Schritten ein, mit denen Mastercard seine Position im Bereich digitaler Vermögenswerte ausbaut. Dazu gehört etwa das Mastercard Crypto Partner Program, das die Zusammenarbeit mit Unternehmen aus dem Kryptobereich fördern soll. Der Schritt zeigt, dass traditionelle Zahlungsdienstleister Stablecoins nicht länger als Bedrohung, sondern als Ergänzung ihrer bestehenden Netzwerke betrachten.

Der Abschluss der Transaktion wird vor Ende des Jahres 2026 erwartet, steht jedoch noch unter dem Vorbehalt regulatorischer Genehmigungen und weiterer üblicher Abschlussbedingungen. Ob und wie schnell die Integration der BVNK-Technologie in das Mastercard-Netzwerk sichtbare Auswirkungen auf den Zahlungsverkehr haben wird, bleibt abzuwarten.

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