Medizin

Merck und Moderna melden Durchbruch bei Krebsimpfung – Aktien schießen in die Höhe

v.l.n.r.: Moderna: Stéphane Bancel (CEO) und David Berman (Chief Development Officer), im Gespräch mit Lavina Talukdar, SVP Investor Relations © Moderna
v.l.n.r.: Moderna: Stéphane Bancel (CEO) und David Berman (Chief Development Officer), im Gespräch mit Lavina Talukdar, SVP Investor Relations © Moderna

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Eine experimentelle personalisierte Krebsimpfung von Merck und Moderna hat laut CNBC in ihrer ersten Phase-3-Studie positive Ergebnisse gezeigt. Die Kombination aus der mRNA-basierten Impfung und Mercks Immuntherapie Keytruda erreichte das Hauptziel der Studie mit mehr als 1.100 Melanom-Patient:innen: Sie verlängerte signifikant die Zeit, in der Patient:innen ohne Rückkehr ihrer Krebserkrankung lebten, im Vergleich zu Keytruda allein. Zudem reduzierte die Behandlung das Risiko, dass sich der Krebs in entfernte Körperregionen ausbreitet. Die Märkte reagierten euphorisch, Mercks Aktie kletterte um über 12 Prozent, während Modernas Kurs um rund 177 Prozent explodierte.

„Großer Moment für die Medizin“

Die unterschiedlichen Kurssprünge spiegeln die Größenverhältnisse der beiden Unternehmen wider: Merck brachte vor der Ankündigung eine Marktkapitalisierung von etwa 333 Milliarden Dollar auf die Waage, Moderna lediglich 25 Milliarden. Moderna-CEO Stephane Bancel kommentierte die Resultate im CNBC-Interview enthusiastisch: „Es ist ein großer Moment für die Medizin, ein großer Moment für Patient:innen.“

Die Impfung verfolgt einen radikal personalisierten Ansatz: Jeder Tumor trägt einen einzigartigen Satz an Mutationen, selbst bei Patient:innen mit derselben Krebsart. Ziel der neuen Impfung sind die spezifischen Mutationen im Tumor jedes einzelnen Patienten. Das Immunsystem lernt, diese individuellen Krebsmarker zu erkennen und zu attackieren, verstärkt durch Keytruda, das die körpereigene Abwehr zusätzlich aktiviert. Jane Healy, Mercks Leiterin der onkologischen Frühentwicklung, nannte es „sehr aufregend“, dass die Therapie eine „klinisch bedeutsame Verbesserung“ gegenüber der Standardbehandlung Keytruda erzielte.

Hoffnung für Melanom-Behandlung

Für Melanom-Patient:innen bedeutet das neue Hoffnung in einer kritischen Phase: Die meisten Rückfälle entwickeln sich in den ersten zwei bis drei Jahren nach der initialen Behandlung und Entfernung. Healy beschreibt die Belastung: „[Patient:innen] müssen mit der neuen Schwere dieser Diagnose umgehen und sich dann unbequemen Behandlungen wie Operationen unterziehen, und danach sorgen sie sich, dass ihr Krebs zurückkommt.“ Das Melanom macht zwar nur etwa ein Prozent aller Hautkrebserkrankungen aus, verursacht aber die große Mehrheit der Todesfälle in dieser Kategorie. Die Nebenwirkungen der Kombinationstherapie waren laut Healy mit typischen Impfreaktionen vergleichbar und gut verträglich.

Die Phase-3-Studie läuft weiter, um zusätzliche Endpunkte zu bewerten, insbesondere den Gesamtüberlebensvorteil der Behandlung. Die Unternehmen planen, die vollständigen Daten auf einer kommenden internationalen Medizinkonferenz zu präsentieren. Dean Li, Präsident der Merck Research Laboratories, kündigte an, dass Gespräche mit Zulassungsbehörden über die Behandlung und ihre Sicherheit „in den nächsten Monaten“ beginnen werden. Ein konkreter Zeitplan für die Einreichung von Zulassungsanträgen in den USA steht noch nicht fest.

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Merck und Moderna testen auch bei anderen Tumorarten

Die Ergebnisse validieren einen Behandlungsansatz, an dem Merck und Moderna seit Jahrzehnten arbeiten. Healy betonte die weitreichende Bedeutung: „Wir denken, [die Ergebnisse sind] sehr bedeutsam für Patient:innen mit dieser Krankheit und wirklich für das Potenzial dessen, was es für andere Patienten bei Krebs in zukünftigen Studien mit dieser speziellen neuen Therapieklasse bedeuten kann.“

Tatsächlich testen die Partner die Impfung bereits in mehreren Studien bei anderen Tumorarten, darunter nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom, Blasenkrebs und Nierenzellkarzinom. Analyst:innen hatten bereits vor dem Kurssprung erwartet, dass die personalisierte Krebsimpfung langfristig über das Melanom hinaus bei verschiedenen Krebsarten zum Einsatz kommen könnte.

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