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Bitcoin kratzt an 70.000 Dollar: Was hinter der plötzlichen Krypto-Rally steckt

Bitcoin steigt weiter. © Trending Topics via GPT-4.1
Bitcoin steigt weiter. © Trending Topics via GPT-4.1

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Der Krypto-Markt hat den Sommerschlaf beendet. Bitcoin ist am gestrigen Mittwoch kurzzeitig auf 70.000 Dollar gesprungen, erstmals seit Anfang Juni, und aktuell notiert die größte Kryptowährung bei rund 69.671 Dollar, ein Plus von gut acht Prozent binnen 24 Stunden. Noch deutlicher fällt der Sprung bei Ethereum aus: ETH legte um 17,6 Prozent auf etwa 2.254 Dollar zu. Wer zuletzt gelesen hat, dass Clarity Act und Geopolitik den Aufstieg blockieren oder dass Bitcoin gerade erst zurück auf 64.000 Dollar gesprungen ist, bekommt jetzt das Gegenprogramm serviert.

Die größten Krypto-Assets im Überblick

Asset Preis 24 Stunden 7 Tage
Bitcoin (BTC) 69.671 $ +8,41 % +9,20 %
Ethereum (ETH) 2.254 $ +17,61 % +18,94 %
BNB (BNB) 630 $ +4,69 % +2,74 %
XRP (XRP) 1,10 $ +10,46 % +9,43 %
Solana (SOL) 85,81 $ +11,57 % +12,40 %
TRON (TRX) 0,3331 $ +0,05 % -1,26 %
Hyperliquid (HYPE) 71,87 $ +23,28 % +25,41 %
Dogecoin (DOGE) 0,07505 $ +7,21 % +6,18 %
Zcash (ZEC) 557,57 $ +10,84 % +12,55 %
UNUS SED LEO (LEO) 9,30 $ +0,66 % -0,95 %
Chainlink (LINK) 10,53 $ +9,14 % +20,32 %

Auffällig ist die Breite der Bewegung. Es sind nicht nur die beiden Schwergewichte, die ziehen: Hyperliquid führt das Feld mit 23 Prozent Tagesplus an, Chainlink hat auf Wochensicht über 20 Prozent gutgemacht, Solana, XRP und Zcash liegen jeweils im zweistelligen Bereich. Nur TRON und der Bitfinex-Token LEO hinken hinterher und notieren auf Wochensicht sogar leicht im Minus. Stablecoins wie USDT und USDC bleiben erwartungsgemäß bei ihrem Dollar-Peg.

Drei Auslöser auf einmal

Für die Rally kamen mehrere Faktoren zusammen. Erstens die Politik: US-Präsident Donald Trump forderte bei einem Krypto-Event im Weißen Haus den Kongress auf, den nächsten Schritt zu setzen und eine faire Version des Digital Asset Market Clarity Act zu beschließen. Vertreten waren unter anderem Coinbase, Gemini, Ripple und Chainlink Labs. Im Senat mehren sich zudem die Anzeichen, dass sich beim Clarity Act etwas bewegt: Banking-Committee-Chef Tim Scott sprach bei der SALT-Konferenz von guten Chancen für einen Fortschritt im September, Mitte des Monats ist eine Verfahrensabstimmung angesetzt.

Zweitens die Liquidität: US-Finanzminister Scott Bessent hat das Volumen der Anleihenrückkäufe des Treasury verdoppelt. Trader lesen das als Absicherung für den mehr als 30 Billionen Dollar schweren Anleihenmarkt, was die Finanzierungsbedingungen lockert und Risiko-Assets stützt.

Drittens das Geld institutioneller Anleger. Die US-Spot-Bitcoin-ETFs sammelten laut SoSoValue an einem einzigen Tag 517 Millionen Dollar ein, so viel wie zuletzt Anfang Mai. Bei den Ether-ETFs waren es 189 Millionen Dollar, der stärkste Wert seit Herbst des Vorjahres. XRP- und Solana-Produkte verzeichneten kleinere Zuflüsse, einzig das Hyperliquid-Produkt sah rund zwei Millionen Dollar Abfluss.

Rekordverluste für die Short-Seller

Wer auf fallende Kurse gesetzt hatte, wurde überrollt. Bearische Krypto-Wetten verloren rekordhohe 2,7 Milliarden Dollar, während Bitcoin Richtung 70.000 Dollar marschierte. Es ist genau jene liquidationsgetriebene Beschleunigung, die zündet, wenn ein Markt nach monatelanger Seitwärtsbewegung ausbricht und die gehebelten Positionen auf der falschen Seite stehen.

Charttechnisch passt das ins Bild: Marktanalyst Aksel Kibar hatte seit den Juni-Tiefs eine inverse Schulter-Kopf-Schulter-Formation ausgemacht, deren Nackenlinie bei etwa 66.600 Dollar lag. Ein bestätigter Ausbruch würde nach dieser Lesart Kurse Richtung 76.000 Dollar eröffnen.

Ein Dämpfer bleibt

Rückenwind von der US-Notenbank gibt es allerdings nicht. Die zuletzt veröffentlichten Fed-Protokolle zeigen, dass die Mehrheit der Notenbanker für unveränderte Zinsen war, einzelne sprachen sich sogar für eine Anhebung aus. Viele halten eine straffere Geldpolitik für nötig, sollte die Inflation nicht zurückgehen. Zwar rechnen die meisten damit, dass sich der Preisauftrieb bis Jahresende abschwächt, wenn die Effekte von Zöllen und früheren Energiepreissteigerungen auslaufen. Die Risiken sehen sie aber weiterhin nach oben verschoben.

Die entscheidende Frage lautet nun, ob die Zuflüsse halten. Ein einzelner starker ETF-Tag bestätigt den Ausbruch, aber noch nicht seine Haltbarkeit. Bitcoin hat aus dieser Spanne schon einmal einen Fehlausbruch produziert. Ein zweiter und dritter Tag mit Zuflüssen in dieser Größenordnung wäre das Signal für jenes nachhaltige institutionelle Kaufinteresse, das seit dem Frühjahr gefehlt hat. Dreht der Markt dagegen rasch, rückt die Marke von 64.000 Dollar wieder als Unterstützung in den Blick.

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