Doclarity: Wiener Startup erhält Förderung für barrierefreie PDF-Dokumente
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Das Wiener KI-Startup Klartext AI hat für sein Produkt Doclarity eine weitere Förderung in Höhe von 75.000 Euro von der Wirtschaftsagentur Wien erhalten. Die Mittel stammen aus dem Förderprogramm „Lebensqualität“. Doclarity soll die Erstellung barrierefreier PDF/UA-Dokumente mithilfe künstlicher Intelligenz vereinfachen.
Barrierefreie Dokumente als rechtliche Anforderung
PDF/UA ist ein Standard für PDF-Dateien, die von Screenreadern und anderen assistiven Technologien besser verarbeitet werden können. Für öffentliche Einrichtungen, Bildungsinstitutionen sowie Banken und Versicherungen ist die digitale Barrierefreiheit in vielen Fällen gesetzlich relevant. Nach Angaben des Unternehmens ist die nachträgliche Aufbereitung umfangreicher Dokumente derzeit häufig mit hohem manuellem Aufwand verbunden; für ein 80-seitiges Dokument könne dies etwa zwei Arbeitstage beanspruchen.
Doclarity bezeichnet sich als weltweit erstes KI-gestütztes Werkzeug zur Erstellung hochwertiger barrierefreier PDF/UA-Dokumente. Das Produkt ist das erste Venture des Wiener AI Venture Studios Klartext AI und wird gemeinsam mit dem Know Center in Graz entwickelt.
Förderung durch FFG, AI Factory und Wirtschaftsagentur Wien
Die Förderung der Wirtschaftsagentur Wien folgt auf eine frühere Unterstützung: Von Mai 2025 bis April 2026 erhielt das Projekt 80.000 Euro aus der FFG-Initiative „Expedition Zukunft“. Seit April 2026 wird das Team zudem durch die AI Factory Austria in Wien unterstützt. Diese Unterstützung umfasst Mentoring in Business- und Produktentwicklung sowie Rechenressourcen.
Bundesminister Peter Hanke besuchte die Vorstellung des Projekts bei Klartext AI. Er betonte dabei den gesellschaftlichen Anspruch digitaler Barrierefreiheit: „Digitalisierung darf niemanden zurücklassen – im Gegenteil, sie muss allen Menschen in unserem Land zugutekommen.“ Das Projekt zeige, wie Technologie Menschen mit Sehbeeinträchtigung einen gleichberechtigten Zugang zu Informationen ermöglichen könne. Hanke verwies zudem auf die Förderung durch die FFG und die Begleitung durch die AI Factory Austria.
Mehr als 70 Institutionen im Early Access
Seit Juli 2026 bietet Doclarity einen kostenfreien Early Access an. Nach Unternehmensangaben wurden im ersten Monat mehr als 70 Institutionen onboarded, darunter Ministerien, Landesverbände und Wirtschaftskammern. Auch Zielgruppenorganisationen sowie die Hilfsgemeinschaft für Blinde und Sehbeeinträchtigte sind laut Klartext AI in die Evaluierung eingebunden.
Klartext-AI-Gründer Ruben Hetfleisch sieht in der öffentlichen Unterstützung einen wichtigen Faktor für die Entwicklung des Produkts. „Ohne die Unterstützung von öffentlicher Seite, von der FFG über die AI Factory Austria bis zur Wirtschaftsagentur Wien, wären wir heute nicht da, wo wir sind“, sagte Hetfleisch. Das Unternehmen plant, Doclarity über Österreich hinaus in Europa zu skalieren.
Skalierung über Österreich hinaus
Die Förderung wird von Klartext AI als Beispiel für die Zusammenarbeit von Staat, Forschung und Startup-Ökosystem eingeordnet. Ob sich Doclarity als Standardlösung für barrierefreie Dokumente etablieren kann, wird sich mit der weiteren Erprobung und Markteinführung zeigen.

