Künstliche Intelligenz

Durchbruch und Gefahr: Erste durch AI entworfene Viren erschaffen

Symbolbild: Viren durch KI erschaffen © geralt on Pixabay
Symbolbild: Viren durch KI erschaffen © geralt on Pixabay

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Forscher:innen an der Stanford University haben laut dem Guardian einen technologischen Meilenstein erreicht, indem sie die ersten Viren mithilfe von künstlicher Intelligenz entworfen haben. Während dieser Fortschritt neue Wege in der Medizin eröffnet, wächst die internationale Besorgnis über die damit verbundenen Risiken für die globale biologische Sicherheit.

Viren infizieren gezielt nur Bakterien

Das Forschungsteam rund um Dr. Brian Hie ist es gelungen, funktionierende Genome für sogenannte Bakteriophagen mithilfe von KI-Sprachmodellen zu entwerfen. Diese Viren, die gezielt nur Bakterien infizieren, kommen weltweit zum Einsatz, um Infektionen zu bekämpfen, die gegen herkömmliche Antibiotika resistent sind.

Der entscheidende Fortschritt liegt in der Geschwindigkeit und Präzision. Die Forschenden nutzten die KI-Modelle „Evo1“ und „Evo2“, die auf den genetischen Daten von zwei Millionen Bakteriophagen trainiert wurden. Im Labor konnten sie die KI-generierten Viren in einem Cocktail einsetzen, der in der Lage war, resistente E. coli-Bakterien erfolgreich zu bekämpfen.

Warnung vor Mangel an Regulierung

Diese Technologie könnte die sogenannte Phagentherapie revolutionieren. Anstatt auf natürliche Viren angewiesen zu sein, könnten Wissenschaftler:innen künftig in der Lage sein, biologische Werkzeuge schnell an die spezifischen Resistenzen eines Krankheitserregers anzupassen.

Trotz des medizinischen Potenzials schlägt die Fachwelt Alarm. Expert:innen des Center for Health Security an der Johns Hopkins University warnten, dass die Fähigkeit, Virusgenome mittels generativer KI zu erstellen, bereits real existiert, die notwendige staatliche und internationale Regulierung, um diese Technologie sicher zu steuern, fehle jedoch noch.

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Hochgefährliche Pathogene durch KI?

Die größte Sorge gilt dem Missbrauch: Könnte man eine KI dazu nutzen, hochgefährliche Pathogene zu entwerfen, die den Menschen, Tiere oder Pflanzen infizieren? Obwohl die Forschenden in Stanford darauf geachtet haben, genetische Daten von Viren, die für Menschen oder Tiere gefährlich sind, bewusst aus dem Training der KI auszuschließen, bleibt eine theoretische Lücke.

Eine rein technische Lösung reicht nicht aus, ist sich die wissenschaftliche Gemeinschaft einig. Während einige Expert:innen wie Tom Ellis vom Imperial College London darauf hinweisen, dass die Erstellung komplexer, gefährlicher Genome technisch weitaus schwieriger ist als die der hier verwendeten einfachen Phagen, fordern andere eine umfassende Überwachung.

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