KI-Modelle

Muse Wonder: Meta überholt GPT-6 und Gemini 4

Mark Zuckerberg, Alexandr Wang (Chief AI Officer of Meta) & Shengjia Zhao (Chief Scientist of Meta Superintelligence Labs). © Meta Platforms
Mark Zuckerberg, Alexandr Wang (Chief AI Officer of Meta) & Shengjia Zhao (Chief Scientist of Meta Superintelligence Labs). © Meta Platforms

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Nach Milliarden für Talente und Rechenzentren will Mark Zuckerberg jetzt liefern: Meta hat soeben mit Muse Wonder und Muse Wonder Full zwei neue KI-Modelle vorgestellt, die laut eigenen Benchmarks mit den aktuellen Spitzenmodellen von OpenAI und Anthropic gleichziehen oder sie übertreffen. Ein unabhängiges Ranking bestätigt das zumindest teilweise: Die stärkste Version lässt GPT-6 und Gemini 4 hinter sich. „Das sind echte Frontier-Modelle, die mit den besten Modellen der Welt konkurrieren“, sagte Alexandr Wang, Chef der Meta Superintelligence Labs, zu Axios. Offen bleibt eine Frage, die Meta jahrelang selbst beantwortet hatte: ob die Modelle frei verfügbar werden.

Gedächtnis und Ausdauer für KI-Agenten

Die Modelle, intern unter dem Codenamen „Watermelon“ entwickelt, wurden im gigawattstarken Rechenzentrum Prometheus trainiert. Meta stellt zwei Fähigkeiten in den Vordergrund, die vor allem für KI-Agenten wichtig sind:

  • Active Memory: Das Modell merkt sich wichtige Informationen über Nutzer:innen über mehrere Gespräche hinweg und ruft sie bei Bedarf wieder ab.
  • Active Focus: Ein Agent bleibt über lange Aufgaben hinweg bei seinem Ziel, probiert alternative Wege aus und passt sich an Hindernisse an.

Daneben sollen die Modelle beim Programmieren sowie bei Fachaufgaben in Recht, Finanzen und Medizin stark sein. Muse Wonder ist über Metas Model API und das Coding-Tool Muse Code verfügbar, die stärkere Version Muse Wonder Full nur für Abonnent:innen von Muse Code. Außerdem soll Muse Wonder künftig Metas KI-Agenten Muse antreiben, zunächst für zahlende Kund:innen.

Unabhängiges Ranking bestätigt den Sprung

Meta hat Benchmark-Vergleiche veröffentlicht, in denen die neuen Modelle auf Augenhöhe mit oder vor den Flaggschiffen von OpenAI und Anthropic liegen. Der unabhängige Benchmark-Anbieter Artificial Analysis bestätigt das zumindest für die stärkste Variante. In seinem Intelligence Index, der zehn Einzeltests vom Programmieren bis zu agentischer Büroarbeit bündelt, sieht die Spitze so aus:

  • Claude Opus 5.5 (Anthropic): 57,6 Punkte
  • Muse Wonder Full (Meta): 55,8 Punkte
  • Claude Fable 5.1 (Anthropic): 53,4 Punkte
  • GPT-6 Astra (OpenAI): 52,7 Punkte
  • Gemini 4 Argon (Google): 52,6 Punkte
  • Muse Wonder (Meta): 52,4 Punkte
  • GPT-6.1 Sol (OpenAI): 51,8 Punkte

Damit liegt Muse Wonder Full in der höchsten Rechenstufe gut drei Punkte vor GPT-6 Astra und Gemini 4 Argon und ist das zweitbeste Modell im Ranking. Nur Anthropics Claude Opus 5.5 schneidet noch besser ab. Die Standardversion Muse Wonder liegt knapp hinter GPT-6 Astra und Gemini 4. Für Meta ist das ein gewaltiger Sprung: Das bisher beste Meta-Modell Muse Spark 1.3 kam im selben Index auf 48 Punkte. Eine Model Card hat Meta angekündigt, ein ausführlicher technischer Bericht soll folgen.

Für Meta steht viel auf dem Spiel. Nach dem enttäuschenden Start von Llama 4 im Frühjahr 2025 baute Zuckerberg die KI-Sparte komplett um, holte Scale-AI-Gründer Wang als Chief AI Officer und lockte Forscher:innen mit teils dreistelligen Millionenpaketen. Muse Wonder gilt als erster echter Test, ob sich diese Investitionen auszahlen.

Open Weight? Vorerst nicht

Bleibt die Frage nach der Offenheit. Zuckerberg hatte sich jahrelang als Vorkämpfer offener KI positioniert, die Llama-Modelle konnte jeder herunterladen, anpassen und selbst betreiben. Mit Muse Wonder ist das vorerst nicht der Fall:

  • Muse Wonder und Wonder Full: Die Gewichte sind nicht veröffentlicht. Die Modelle laufen nur über Metas eigene Schnittstellen und Abos. Ob eine offene Version folgt, hat Meta nicht gesagt.
  • Muse Spark: Das erste Modell der Muse-Reihe war im April schon Metas erstes Spitzenmodell ohne offene Gewichte. Anfang September kündigte Zuckerberg auf X eine Open-Weight-Version „bald“ an, erschienen ist sie bislang nicht.
  • Muse Glimmer und Muse Glitter: Offen sind nur kleinere Modelle. Glimmer mit 30 Milliarden Parametern veröffentlichte Meta im August als Open-Weight-Modell, das auf einem Rechner mit einer einzelnen Grafikkarte läuft. Zuletzt folgten die Gewichte von Muse Glitter.

„Wir stehen weiterhin zu Open Source“, sagte Wang. Die Strategie ist damit klar zweigeteilt: Die kleineren Modelle gibt Meta frei, die Spitzenmodelle behält der Konzern für sich und verdient daran über API und Abos. Damit folgt Meta dem Weg von OpenAI, Anthropic und Google, die ihre stärksten Modelle ebenfalls geschlossen halten. Offene Modelle auf Spitzenniveau kommen derzeit vor allem aus China, etwa von Moonshot, Alibaba und DeepSeek.

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