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Ladepark mit ÖAMTC.ePower Business: Wie „wir sind solar“ 250 kW Sonne auf 100 kW Netz bringt

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Am neuen Standort im Marchfeld hat der Cleantech-Betrieb einen Ladepark hochgezogen, der fast komplett aus eigener Sonne läuft. Sechs der Ladepunkte kommen von ÖAMTC ePower.Business – und mit ihnen deutlich mehr Kundschaft.

Mannsdorf an der Donau hat rund 340 Einwohner:innen. Was der Ort seit kurzem außerdem hat: einen der ambitioniertesten Firmen-Ladeparks Niederösterreichs. Aufgebaut hat ihn wir sind solar, jenes Unternehmen rund um Gründer und CEO Markus Unger, das seit 2022 als eigene GmbH Photovoltaik, Stromspeicher, Wärmepumpen, Ladesysteme und Energiemanagement bündelt. Mehrheitseigentümerin ist die oberösterreichische neoom ag, die zweite Firmenadresse liegt in Freistadt.

Der spannende Teil an dem Projekt ist weniger die Zahl der Ladepunkte als die Frage dahinter: Wie versorgt man einen Standort mit Ladepark, Restaurant, Hotel, Co-Working-Spaces und mehreren Betrieben, wenn man am Stromnetz bewusst klein bleiben will?

180 kWp am Dach, 70 kWp an der Fassade und ein absichtlich kleiner Netzanschluss

Die Antwort von Unger ist ein Rechenexempel, das viele Betriebe derzeit beschäftigt. Am Standort stecken 180 kWp Photovoltaik am Dach und weitere 70 kWp an der Fassade. Der Netzanschluss dagegen ist auf maximal 100 kW aus dem Trafo begrenzt, ein Bruchteil dessen, was der Ladepark in Spitzen ziehen könnte.

Möglich macht das ein Batteriespeicher plus Energiemanagement, das die Lastspitzen abfängt. „Die Idee war, einen sehr kleinen Netzanschluss mit maximal 100 kW vom Trafo zu nutzen, um dann über das Energiemanagement und über den Speicher die Lastspitzen so zu steuern, dass wir nur einen sehr geringen Netzbezug haben“, sagt Unger. Sein Fazit nach dem ersten Betriebsjahr fällt kurz aus: Das funktioniere sehr gut.

Wirtschaftlich ist das kein Detail. Netzanschlüsse sind teuer, Erweiterungen dauern, und die Netzkosten hängen in Österreich stark an der bezogenen Leistungsspitze. Wer die Spitze über Speicher und Steuerung abfedert, spart doppelt: beim Anschluss und laufend bei der Rechnung.

Sechs Ladepunkte als Schaufenster

Die sechs Ladepunkte, vier AC und zwei DC, stammen von ÖAMTC ePower.Business. Sie sind zugleich ein Schaufenster für das, was das eigene Team täglich plant und montiert, und ein Baustein für den Campus mit Gasthaus, Firmen und Co-Working-Spaces. Wartung, Service, Abrechnung und Support laufen über den ÖAMTC.

Warum sich ein Solarbetrieb einen Ladepartner holt

Dass ausgerechnet ein Unternehmen, das selbst Ladesysteme verkauft, hier einen Partner an Bord holt, hat einen sehr praktischen Grund. Am Standort ist nicht rund um die Uhr jemand vor Ort, wenn an einer Säule etwas hakt, braucht es trotzdem eine Anlaufstelle.

Backend-Anbieter gebe es viele, so Unger, entscheidend sei aber ein „namhafter und altbewährter Kooperationspartner“ gewesen, damit Ladekundschaft jederzeit ein Service im Hintergrund habe, wenn es Probleme gibt.

Der zweite Effekt war weniger geplant, aber messbar: Seit der Standort Teil des ÖAMTC-Ladenetzes ist, hat sich laut Unger die Frequenz deutlich erhöht. Grund seien die gute Sichtbarkeit der ÖAMTC-Ladestationen und die breite Verfügbarkeit im Roaming-Netz.

Genau das ist das Geschäftsmodell hinter ÖAMTC ePower.Business: Der Club tritt gleichzeitig als E-Mobility-Provider und als Charge Point Operator auf, unterstützt Betriebe bei Auswahl, Errichtung und Fördereinreichung und übernimmt danach den laufenden Betrieb inklusive 24/7-Support. Aktuell sind an ÖAMTC-Standorten und bei Partnern rund 2.100 AC- und DC-Ladepunkte nutzbar, dazu kommen etwa 30.000 weitere Ladepunkte über Roaming-Partner in Österreich. Abgerechnet wird durchgehend nach geladenen Kilowattstunden statt nach Zeit, im ÖAMTC-Ladenetz derzeit ab 0,44 Euro/kWh (AC) bzw. 0,54 Euro/kWh (DC).

Ungers Rat an andere Betriebe: erst das Konzept, dann die Säule

Für Unternehmen, die gerade über eigene Ladeinfrastruktur nachdenken, hat Unger eine klare Reihenfolge im Kopf und die beginnt nicht bei der Hardware. Zuerst gehöre der Standort samt Infrastruktur angeschaut, ein grundsätzliches Richtig oder Falsch gebe es dabei nicht.

Der Hebel liegt für ihn im Eigenverbrauch: Jede selbst erzeugte, gespeicherte und selbst geladene Kilowattstunde habe gegenüber der zugekauften einen deutlichen Mehrwert. Mit einem vernünftigen Energiemanagement und einem Konzept, „das von Anfang an Hand und Fuß hat“, lasse sich sehr viel Geld sparen. Seine Empfehlung deshalb: früh anfangen und den 360-Grad-Blick aufs große Ganze werfen, statt Ladepunkte, PV und Speicher getrennt voneinander zu planen.

Für einen Ort mit 340 Einwohner:innen ist das ein bemerkenswert großer Anspruch. Aber genau darum geht es Unger: zeigen, dass die Rechnung heute schon aufgeht.

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