Grazer Startup versa macht KI zum Trainingspartner für schwierige Gespräche
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Ein verärgerter Kunde am Telefon, ein Verkaufsgespräch, bei dem plötzlich der Preis infrage gestellt wird: Angestellte von Unternehmen sind im Alltag oft mit schwierigen Gesprächen konfrontiert. Es gibt zwar Schulungen dafür, doch die eigentliche Gesprächssituation lässt sich kaum trainieren. Das Grazer Startup versa hat eine KI-gestützte Plattform entwickelt, auf der Mitarbeiter:innen schwierige Gespräche per Sprache üben können, bevor es ernst wird. Rund 4.000 Übungsgespräche wurden bereits mit versa geführt.
KI übernimmt die Rolle des Gesprächspartners
Unternehmen können bei versa bestehende Produktunterlagen, Gesprächsleitfäden oder Schulungsunterlagen hochladen. Die KI erstellt daraus individuelle Übungsszenarien mit passenden Kundenrollen und definierten Bewertungskriterien. Mitarbeiter:innen können das Gespräch anschließend per Sprache simulieren, erhalten Feedback und wiederholen dieselbe Situation. Die KI reagiert dabei skeptisch, ungeduldig oder konfrontativ, je nach Szenario.
„Wissen wird erst zu Können, wenn man es praktisch anwendet“, sagt Jakob Logar, Mitgründer von versa. Der Grundgedanke stammt aus anderen Bereichen: Ein Pilot trainiert schwierige Situationen im Simulator, ein Fußballer übt Techniken hundertfach. Bei Kommunikation besteht Training hingegen oft nur aus theoretischem Input und wenigen Rollenspielen. „Wir verlangen von Mitarbeiter:innen Bestleistungen, aber wir geben ihnen kaum Möglichkeiten, diese Kommunikation tatsächlich zu trainieren“, erklärt Logar.
Einsatz von Sales bis Lehrlingsausbildung
Zu den Kunden zählt etwa die Roboschaf GmbH, einer der größten Rasenmäher-Verkäufer im DACH-Raum. „Schnelleres Aufgleisen unserer Vertriebsprofis bringt sofortige Qualitätssteigerung und vermeidet ‚Lehrgeld‘ durch missglückte Kundentermine“, sagt Geschäftsführer Bernd Ellersdorfer.
Auch Golden Mind nutzt versa für die Ausbildung von Lehrlingen und Führungskräften. „Die Kombination aus Präsenz-Workshops und interaktivem digitalem Training sorgen für einen Wow-Effekt und einen nachhaltig besseren Erfolg“, erklärt Geschäftsführerin Viktoria Zinner. Die Organisation Löwenmut setzt die Plattform im Bereich Mobbingprävention ein.
Die Einsatzbereiche reichen von Sales und Kundensupport über Onboarding bis zur Lehrlingsausbildung. Neue Mitarbeiter:innen können typische Situationen vor ihrem ersten Kundentermin durchspielen. Vertriebsmitarbeiter trainieren Produktpräsentationen, Support-Teams setzen sich mit verärgerten Anrufer:innen auseinander. Die KI passt sich dabei den hochgeladenen Unternehmensinhalten an.
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versa will Menschen unterstützen
Für die Gründer ist eine Abgrenzung wichtig: versa soll Menschen nicht ersetzen, sondern ihnen helfen, in Gesprächen besser zu werden. Die KI ist nicht als automatisierter Kundenservice gedacht, sondern übernimmt den Gesprächspartner im Training. Die zentrale Frage lautet nicht, ob Mitarbeiter:innen wissen, wie gute Kommunikation funktioniert, sondern ob sie die Möglichkeit bekommen, sie tatsächlich zu trainieren.
Die versa Training GmbH wurde 2026 von Elija Dentler, Jakob Logar und Maximilian Brehm gegründet. Das Gründerteam verbindet Erfahrung aus Vertrieb und Führung mit Psychologie und Softwareentwicklung. Das Startup richtet sich an Unternehmen im DACH-Raum sowie an Trainingsanbieter.

