Sam Altman: Startup-Arbeit von drei Monaten dauert jetzt 17 Minuten
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Wer ein Startup gründen will, braucht laut Sam Altman vor allem eines nicht mehr: Zeit. „Die Arbeit, die wir von einem Startup in drei Monaten erwartet haben, ist jetzt wahrscheinlich in etwa 17 Minuten mit Codex machbar“, sagte der OpenAI-Chef bei einem Bühnengespräch mit US-Handelsminister Howard Lutnick in Chapel Hill, North Carolina, wie die Nachrichtenagentur IANS berichtet. Die Welt habe noch nicht erfasst, was das bedeute.
Der größte Gründungsboom aller Zeiten
Altman, der früher den Startup-Accelerator Y Combinator leitete, erwartet den größten Boom an Unternehmensgründungen, den die Welt je gesehen hat. KI senke die Hürden für Gründer:innen drastisch: Wer früher Kapital, Fachkräfte und technisches Know-how brauchte, um aus einer Idee ein Produkt zu machen und es bei Kund:innen zu testen, schaffe das heute weitgehend mit KI. Seit 2025 habe sich das mit Coding-Agenten und KI-Werkzeugen für Büroarbeit stark beschleunigt.
Als frühes Beispiel nannte er den Betreiber eines Waschsalons, der kurz nach dem Start von ChatGPT Marketingmaterial, Vertragsfragen und Lieferant:innen mit KI managte. „Er war wirklich der erste Mensch, den ich getroffen habe, der herausgefunden hatte, wie man mit KI effektiv ein Unternehmen führt“, so Altman. Künftig sollen langlebige KI-Agenten als dauerhafte virtuelle Kolleg:innen für Einzelpersonen und Firmen arbeiten. Gegenüber Vertreter:innen der G20-Staaten betonte Altman zudem, dass Länder bei Regulierung und Rechenzentren unterschiedliche Wege gehen könnten, KI aber jede Volkswirtschaft übernehmen müsse, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Bei der Startup School von Y Combinator hatte Altman im Sommer ähnlich argumentiert. Die pessimistische Lesart, wonach „ein Codex-Prompt ein ganzes Startup“ sei und Gründen damit sinnlos werde, wies er dort zurück. Gründer:innen sollten die gewonnene Zeit stattdessen für deutlich ehrgeizigere Projekte nutzen.
Codex gegen Claude Code und Cursor
Altman spricht dabei nicht ganz uneigennützig. Codex ist OpenAIs eigener Coding-Agent und steht in direkter Konkurrenz zu Claude Code von Anthropic, zu Cursor, das Elon Musks SpaceXAI gerade übernimmt, und zu App-Baukästen wie Lovable und Replit. Gerade im Geschäft mit Firmenkund:innen liefern sich OpenAI und Anthropic derzeit einen Preiskampf, in dem Coding-Agenten eine zentrale Rolle spielen.
Code ist noch kein Unternehmen
Dass Software schneller entsteht, heißt allerdings nicht, dass Startups schneller erfolgreich werden. Kund:innen finden, Vertrieb aufbauen, Finanzierung sichern und regulatorische Vorgaben erfüllen lässt sich nicht an einen Coding-Agenten delegieren. Eine viel beachtete Studie der Forschungsorganisation METR kam 2025 sogar zum Ergebnis, dass erfahrene Entwickler:innen mit KI-Werkzeugen bei Aufgaben in vertrauten Codebasen im Schnitt 19 Prozent langsamer waren, obwohl sie sich selbst schneller einschätzten. Und Altman selbst hatte Anfang des Jahres eingeräumt, dass ihn Codex beim Bau einer eigenen App mit besseren Ideen für neue Funktionen überrascht habe. Er habe sich dabei „ein bisschen nutzlos“ gefühlt.

