Pulsar Fusion: Britisches Startup zündet erstmals Plasma in Fusionsrakete
Das britische Startup Pulsar Fusion hat in einem ersten Test Plasma in einem Raketenantrieb erzeugt, berichtet Golem. Die Jungfirma demonstrierte den Testlauf in Bletchley und übertrug ihn per Livestream auf die Mars Conference in Kalifornien, die Amazon-Gründer Jeff Bezos abhält. Der Durchbruch markiert einen ersten Schritt hin zu einem Antrieb, der mit minimaler Treibstoffmenge Raumschiffe zum Mars oder Jupiter bringen soll.
Ziel: Hohe Beschleunigung mit minimalem Treibstoffeinsatz
Pulsar Fusion überführte Wasserstoff im Inneren des Antriebs mit einer Kombination aus magnetischen und elektrischen Feldern in den Plasmazustand. Kernfusionsprozesse fanden bisher allerdings noch nicht statt. In den kommenden Testläufen ermittelt das Startup den erreichbaren Schub und die Austrittsgeschwindigkeit. Die technische Reife bleibt schwer einzuschätzen – jedes Plasmaschweißgerät erzeugt ebenfalls Plasma.
Die Jungfirma strebt eine Leistung von 2 Megawatt und einen Schub zwischen 10 und 100 Newton an. Das entspricht nur einem Bruchteil des Schubs einer Raketenstufe. Die angestrebte Austrittsgeschwindigkeit von 100 Kilometern pro Sekunde soll jedoch mit minimalem Treibstoffeinsatz eine hohe Beschleunigung ermöglichen. Die „Sunbird“ genannte Rakete soll Raumschiffe aus dem Orbit so beschleunigen, dass Flüge zum Mars oder sogar Jupiter mit minimalem Gewicht möglich werden.
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Pulsar Fusion plant 2027 Tests im Orbit
Ab 2027 sollen Antriebstests im Orbit stattfinden. Bis dahin bleibt die größte Herausforderung offen: Die Neutronenstrahlung während der Fusionsprozesse darf die Funktionsweise des Antriebs nicht stören. Diese Hürde kennt man bereits aus Versuchen, Kernfusion zur Stromerzeugung zu nutzen.
Um die Strahlungseffekte zu erforschen, kooperiert Pulsar Fusion mit der britischen Atomenergiebehörde. Die Ziele für die Lebensdauer des Kernfusionsantriebs fallen dabei nicht überambitioniert aus. Der Fusionsprozess soll 3 bis 4 Stunden lang aufrechterhalten werden können – genug, um für den Flug zum Mars zu beschleunigen.
Ob das Startup die technischen Hürden bis 2027 meistert, bleibt abzuwarten. Der Schritt von der Plasmaerzeugung zur kontrollierten Kernfusion und schließlich zu einem weltraumtauglichen Antrieb erfordert noch erhebliche Entwicklungsarbeit. Die Partnerschaft mit der Atomenergiebehörde signalisiert immerhin, dass Pulsar Fusion die kritischen Herausforderungen erkannt hat.

