Finanzierungsrunde

sequestra: Wiener ClimateTech sammelt 3 Mio. Euro ein

© sequestra
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Vor rund einem Jahr hat das Wiener ClimateTech-Startup sequestra in einer Pre-Seed-Runde 1,1 Millionen Euro erhalten (wir berichteten). Nun folgt eine Seed-Finanzierungsrunde in Höhe von drei Millionen Euro. Mit dem frischen Kapital will die Jungfirma die Skalierung seiner CO2-Mineralisierungstechnologie in den Industriemaßstab vorantreiben.

sequestra hat insgesamt 5 Mio. Euro erhalten

Die Finanzierungsrunde wurde von der VSE Beteiligungs-GmbH angeführt. Hinter dieser steht die Dr. Rudolf Fries Familien-Privatstiftung, eine große industrielle Investorengruppe aus Österreich. Zusätzlich erhält sequestra Unterstützung durch mehrere Forschungs- und Innovationsförderungen des Bundes, darunter FFG und aws.

Zusammen mit der neuen Finanzierung erhöht sich das der Firma zur Verfügung stehende Gesamtkapital auf rund fünf Millionen Euro. Die Mittel sollen insbesondere den Ausbau des analytischen Datenlabors sowie die Skalierung der industriellen Technologie unterstützen.

„Mit diesem frischen Kapital können wir in die nächste Phase der Technologieentwicklung von sequestra hineinstarten. Dabei nutzen wir unsere analytischen Assets, um die Skalierung unserer industriellen Prozesse auf eine Kapazität von einer Tonne pro Stunde optimal zu unterstützen und unsere containerisierten Mineralisierungssysteme in industriellen Projekten einzusetzen“, sagt Roberto Lerche, Mitgründer und Co-CEO.

Startup schafft Mineralien aus CO2

Mineralisierung ist ein von natürlichen Prozessen inspiriertes Verfahren, bei dem man Kohlendioxid in stabile, gesteinsartige Mineralien umwandelt. Während diese Reaktion in der Natur tausende Jahre dauert, beschleunigt die Technologie von sequestra nach Angaben des Startups den Prozess auf wenige Stunden. Dabei bindet man dauerhaft bis zu 300 Kilogramm CO2 pro Tonne Ausgangsmaterial in stabilen Verbindungen, sogenannten Karbonaten.

Dank der Mineralisierung sei es möglich, sowohl direkt durch die dauerhafte Abbindung von CO2 als auch indirekt durch die Verbesserung von Materialeigenschaften Wertschöpfung zu generieren. Dadurch lassen sich gewisse industrielle Reststoffe aus Branchen wie der Metallurgie, der Energieerzeugung oder dem Bauwesen nach der Mineralisierung auch für verschiedene Anwendungen in der Bauindustrie wiederverwenden. Industrielle Nebenprodukte, die man ansonsten deponieren würde, lassen sich so in Rohstoffe für neue Einsatzfelder umwandeln.

An den Start ging sequestra im Jahr 2024. Die Gründer sind Lukas Höber, Roberto Lerche und Gero Schwarz. Heute beschäftigt die Jungfirma ein interdisziplinäres Team von 15 Personen, das in Wien und Oberösterreich tätig ist. Die Infrastruktur kombiniert Engineering, analytische Forschung und Pilotversuche, um mineralische Ausgangsmaterialien schnell zu analysieren und ihr kommerzielles Nutzungspotenzial für die Mineralisierung unter industriellen Bedingungen zu validieren.

Mehr als 250 Mineralisierungstests absolviert

Ein zentraler Bestandteil der Infrastruktur von sequestra ist ein integriertes Labor zur schnellen und kostengünstigen Analyse mineralischer Materialien hinsichtlich ihres CO2-Aufnahmepotenzials und möglicher wirtschaftlicher Nutzungspfade. Die Anlage ermöglicht es Industriepartnern, zu prüfen, ob sich mineralische Reststoffströme in wertvolle Inputs für CO2-Mineralisierungsprozesse überführen lassen.

Bis heute hat sequestra mehr als 250 Mineralisierungstests mit unterschiedlichsten industriellen Materialien durchgeführt. Alle Erkenntnisse fließen direkt in das Design und die Optimierung der industriellen Mineralisierungsprozesse von sequestra ein. Sie helfen dabei, wirtschaftlich vielversprechende Kombinationen aus Einsatzmaterial, Prozessbedingungen und Materialnutzung zu identifizieren.

Langfristig ermögliche dieser datengetriebene Ansatz eine deutliche Verkürzung der Entwicklungszyklen vom ersten Materialscreening bis hin zur optimierten industriellen Anwendung.

sequestra: 1,1 Mio. Pre-Seed für CO2-Bindung in der Schwerindustrie

Erste modulare Containeranlage bis Ende 2027 geplant

Mit dem neuen Kapital plant sequestra, bis Ende 2027 die erste modulare Mineralisierungsanlage im Containerformat zu realisieren. Damit sollen Industriepartner CO2-Emissionen und industrielle Nebenprodukte direkt am Entstehungsort in stabile Karbonate umwandeln können.

Die Technologie richtet sich insbesondere an Betreiber von Biomassekraftwerken, Müllverbrennungsanlagen und Stahlproduzenten. Durch ihr kompaktes und modulares Design soll sich die Anlage in bestehende Standorte integrieren lassen. Sie soll es ermöglichen, bislang ungenutzte Reststoffe und CO2-Emissionen in wertvolle mineralische Produkte zu überführen.

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