Taceo: Grazer Startup liefert Schlüsseltechnologie für Sam Altmans World
Das Grazer Startup Taceo liefert Kryptografie-Lösungen, mit denen sensible Daten verarbeitet werden können, ohne sie offenzulegen. Diese Technologie ist für ein prominentes Tech-Projekt unverzichtbar geworden: Für Sam Altmans „World“ kommt die in der Steiermark entwickelte Lösung mittlerweile bei der Verarbeitung biometrischer Daten zum Einsatz.
World verifiziert Menschen mit „Orb“
Taceo, das 2022 als Spin-off der TU Graz und des Know Centers an den Start ging, entwickelt Systeme, die Fakten verifizieren, ohne zugrundeliegende Daten preiszugeben. „Wir geben nur genau jenen Fakt preis, der in einem konkreten Moment notwendig ist, nicht die zugrundeliegenden Daten“, erklärt CTO Daniel Kales. Beispielsweise führt der Nachweis, volljährig zu sein, bei Taceo nicht zwangsläufig dazu, das Geburtsdatum offenzulegen.
Für das Finanznetzwerk World (früher als „Worldcoin“ bekannt) hat Taceo in den vergangenen anderthalb Jahren zentrale Technologien entwickelt. Diese sollen verhindern, dass hochsensible Informationen aus Iris-Scans ungeschützt verarbeitet oder gespeichert werden. World verifiziert Menschen über eine eindeutig zuordenbare ID als reale Person. Die Identifikation erfolgt über einen Iris-Scan mit dem sogenannten „Orb“, einem kugelförmigen Gerät, das die Iris erfasst.
Taceo gewinnt Kunden im Identity-Bereich
Zuletzt sorgte World durch Partnerschaften mit Visa und der Match Group, dem Mutterkonzern von Tinder, für Aufmerksamkeit. „Weder unser Auftraggeber noch wir selbst haben Zugriff auf diese Daten. Genau darum geht es: Vertrauen nicht durch Versprechen herzustellen, sondern technisch abzusichern“, so Kales. Die Stärke von Taceo liege nicht nur darin, dass die Daten verschlüsselt bleiben. Durch die Lösung wird auch nachweisbar, dass exakt die richtige Berechnung stattgefunden hat.
„World ist derzeit eindeutig unser wichtigster Kunde“, sagt COO Stefan Plank. Darüber hinaus hat Taceo in letzter Zeit weitere Kunden im Identity-Bereich gewonnen. Auch erste Pilotprojekte im Segment Private Payments haben begonnen. In den vergangenen zwölf Monaten ist das mittlerweile international aufgestellte Jungunternehmen von zwölf auf 22 Mitarbeiter:innen gewachsen. Beim Wachstum hilft das Investment von letztem Jahr in Höhe von 5,5 Mio. Dollar. Eine neue Finanzierungsrunde ist bereits in der Vorbereitung.
Taceo: Grazer Startup holt 5,5 Millionen Dollar, Andreessen Horowitz unter den Investoren
„Substanzielles Unternehmen“ statt Exit
Neben den Schwerpunkten digitale Identität und private Finanztransaktionen will Taceo künftig auch noch stärker die Schnittstelle zwischen Mensch, KI-Agent und digitaler Autorisierung bearbeiten. Gerade bei intelligenten Agenten, die künftig Termine koordinieren, Flüge buchen oder Zahlungen auslösen könnten, entstehe zusätzlicher Bedarf. Dann müsse beweisbar sein, dass hinter einer digitalen Handlung tatsächlich ein berechtigter Mensch steht, ohne den ganzen persönliche Datensatz offenzulegen.
Auf das klassische Startup-Zielbild, möglichst rasch auf einen Exit hinzuarbeiten, hat es Taceo nicht abgesehen. „Uns geht es in erster Linie darum, ein substanzielles Unternehmen aufzubauen. Wenn daraus irgendwann weitere Optionen entstehen, ist das eine Folge – aber nicht der eigentliche Antrieb“, sagt Plank.


