Erstes kommerzielles Robotaxi Europas soll in Zagreb starten
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Die kroatische Hauptstadt Zagreb wird voraussichtlich zum Schauplatz eines bedeutenden Meilensteins in der Geschichte des autonomen Fahrens in Europa. Die drei Unternehmen Verne, Pony.ai und Uber haben am heute eine strategische Partnerschaft bekanntgegeben, um den ersten kommerziellen Robotaxi-Dienst auf dem europäischen Kontinent zu starten. Erste Testfahrten auf öffentlichen Straßen laufen bereits.
Stichwort Kontinent: Es wird möglicherweise nicht das erste Robotaxi in ganz Europa sein, denn Waymo (Schwester von Google) ist bereits im Herbst 2025 mit der Ankündigung heruausgekommen, im Laufe von 2026 in London starten zu wollen.
Die drei Partner und ihre Rollen
Das Projekt vereint drei Unternehmen mit klar definierten Aufgabenbereichen. Jeder Partner bringt eine spezifische Kernkompetenz in die Kooperation ein, die gemeinsam den Betrieb des Dienstes ermöglichen soll.
| Unternehmen | Rolle | Herkunft |
|---|---|---|
| Pony.ai | Entwicklung und Bereitstellung der autonomen Fahrtechnologie | China (NASDAQ: PONY, HKEX: 2026) |
| Verne | Flottenbesitzer, Servicebetreiber und Koordination der Marktzulassung | Kroatien (aus Rimac hervorgegangen) |
| Uber | Integration in das globale Ride-Hailing-Netzwerk | USA (NYSE: UBER) |
Technologie und Fahrzeug
Für den Betrieb setzt das Konsortium auf Pony.ais autonomes Fahrsystem der siebten Generation, das sogenannte Gen-7-System. Dieses wird im Arcfox Alpha T5 Robotaxi eingesetzt, einem Fahrzeug, das gemeinsam mit dem staatlichen chinesischen Automobilkonzern Beijing Automotive Group (BAIC) entwickelt und produziert wurde. Die Fahrzeuge befinden sich derzeit in der Validierungsphase auf den Straßen Zagrebs, bevor der kostenpflichtige Betrieb aufgenommen wird.
Pony.ai betreibt autonome Fahrzeuge bereits in mehreren chinesischen Städten, darunter Guangzhou und Shenzhen, wo das Unternehmen nach eigenen Angaben die Gewinnschwelle auf Einheitskostenbasis erreicht hat. Diese Erfahrungen sollen nun in den europäischen Markt übertragen werden.
Geplante Expansion
Zagreb dient als erster Markt, von dem aus der Dienst schrittweise auf weitere europäische Städte ausgeweitet werden soll. Die Partner haben als mittelfristiges Ziel eine Flotte von mehreren Tausend Robotaxis innerhalb der nächsten Jahre genannt. Verne übernimmt dabei die Verantwortung für die Einholung der notwendigen europäischen Regulierungsgenehmigungen in den jeweiligen Märkten. Uber plant zudem, eine Investition in Verne zu tätigen und das Unternehmen als strategischer Partner bei der weiteren Expansion zu unterstützen.
Stimmen der Beteiligten
„In China hat unser Gen-7 eine bedeutende kommerzielle Größenordnung erreicht. Durch die Nutzung dieser Erfahrungen sind wir gut positioniert, die Kommerzialisierung international zu beschleunigen.“
Dr. James Peng, Gründer und CEO von Pony.ai
„Europa braucht autonome Mobilität, die vom Testen zu einem echten Dienst übergehen kann. Wir bringen die Technologie, die Plattform und die betrieblichen Fähigkeiten zusammen, um dies Wirklichkeit werden zu lassen.“
Marko Pejkovic, CEO von Verne
„Durch ein starkes Ökosystem aus Partnerschaften kann autonome Mobilität sowohl global als auch effektiver skalieren.“
Dara Khosrowshahi, CEO von Uber
Wettbewerb und Einordnung
Das Projekt steht nicht ohne Konkurrenz da. Der US-amerikanische Robotaxi-Anbieter Waymo hat angekündigt, noch im Jahr 2026 einen Dienst in London starten zu wollen. Für Uber selbst reiht sich die Partnerschaft in eine breitere Strategie ein, bei der das Unternehmen in den vergangenen Monaten Kooperationen mit zahlreichen Entwicklern autonomer Fahrzeuge eingegangen ist, um sich im wachsenden Robotaxi-Markt zu positionieren.
Ob Zagreb tatsächlich als erstes den Titel des kommerziellen Robotaxi-Pioniers in Europa für sich beanspruchen kann, hängt vom Fortschritt der Zulassungsverfahren und dem genauen Starttermin des kostenpflichtigen Betriebs ab. Die öffentliche Testphase auf Kroatiens Straßen läuft bereits.

