ViennaUP 2026: Eröffnung im Rathaus, factorymaker gewinnt Startup World Cup Austria
Wien ist von 18. bis 22. Mai 2026 erneut Schauplatz der ViennaUP, Europas größtem dezentralen Startup-Festival. Über 65 Veranstaltungen von 45 Programmpartner:innen verteilen sich über fünf Tage auf zahlreiche Locations in der Stadt. Die von der Wirtschaftsagentur Wien initiierte und gemeinsam mit der Wiener Startup-Szene umgesetzte Veranstaltung erwartet rund 250 Startups sowie internationale Investor:innen, Gründer:innen und Ökosystem-Vertreter:innen. Bei der vergangenen Ausgabe kamen die Besucher:innen aus 95 Ländern; StartupBlink listete die ViennaUP zuletzt unter den Top-5-Startup-Events Europas.
Eröffnung erstmals im Wiener Rathaus
Erstmals fand die offizielle Eröffnung am Montagabend in den Prunksälen des Wiener Rathauses statt – ein sichtbares Zeichen für die wachsende Bedeutung des Festivals. Die Keynote hielt der Wiener Startup-Unternehmer Fredrik Debong, Mitgründer der Diabetes-App mySugr und heute als Investor im Gesundheitsbereich aktiv. Im Zentrum seines Vortrags stand die Frage, wie Gründer:innen mit ihren Innovationen wirtschaftlichen Erfolg und Beiträge zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen verbinden können.
Wiens Vizebürgermeisterin und Wirtschaftsstadträtin Barbara Novak betont die Standortwirkung des Festivals: „Die ViennaUP hat Wien in den letzten Jahren ins internationale Rampenlicht für Technologie und Innovation gerückt und hat sich zu einem starken Hebel für den Wirtschaftsstandort Wien entwickelt.“

Zahlen zur ViennaUP
Auch ökonomisch hinterlässt das Festival messbare Spuren: Laut einer Evaluierung des Economica Instituts für Wirtschaftsforschung lassen sich rund 7,6 Millionen Euro an Investitionen durch neu angesiedelte Startups im Jahr 2025 auf die ViennaUP zurückführen, daraus entstanden 148 neue Arbeitsplätze. Eine Evaluierung des Economica Instituts für Wirtschaftsforschung beziffert die direkte Bruttowertschöpfung des Festivals selbst mit rund 3,5 Millionen Euro und 48 gesicherten Arbeitsplätzen.
Im weiteren Standortbild zeigt sich, warum Wien internationale Player anzieht: Laut Ansiedlungsbilanz 2025 haben sich 224 Unternehmen aus 49 Ländern in der Stadt niedergelassen und Investitionen von rund 525 Millionen Euro ausgelöst – ein Plus von über 80 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 1.682 neue Arbeitsplätze entstanden, allein im Tech-Bereich siedelten sich 60 internationale Firmen an. Zu den prominenten Beispielen zählen die Kryptobörsen Bybit, KuCoin und BitGet sowie der slowakische E-Commerce-Champion GymBeam, der Wien zum Hub für seine Europa-Expansion gemacht hat.
factorymaker gewinnt Startup World Cup Austria
Einer der ersten Höhepunkte des Festivals war das Austrian Finale des Startup World Cup, ausgerichtet von invest.austria und AustrianStartups im Rahmen des globalen Wettbewerbs von Pegasus Tech Ventures. Zwölf österreichische Startups pitchten vor Investor:innen und Ökosystem-Vertreter:innen. Durchgesetzt hat sich das Wiener Startup factorymaker, ein KI-gestützter Design-Agent für die automatisierte industrielle Anlagenplanung. Mit dem Sieg löste das Team das Ticket zum globalen Finale ins Silicon Valley, bei dem ein Investment von einer Million US-Dollar ausgelobt ist.
factorymaker ging 2020 aus einem Forschungsprojekt von Julia Reisinger an der TU Wien hervor und wurde 2024 gegründet. Die Plattform bewertet bis zu 100.000 Layout-Varianten nach Kosten, Workflow-Effizienz und Umweltauswirkungen in Minuten – Arbeiten, die in traditionellen Planungsprozessen Wochen dauern und durchschnittlich rund 70.000 Euro pro Layout kosten. Zu den bestehenden Kunden zählen Siemens Energy, Schaeffler und Hilti. Im Jänner 2026 schloss das Team rund um die Mitgründerinnen Julia Reisinger und Maria Zahlbruckner sowie CTO Leonardo Lino eine Pre-Seed-Runde über 1,1 Millionen Euro ab, angeführt vom Berliner VC 2bX und XISTA Science Ventures.

Schwerpunkte: Skalierung, Spin-offs, Impact
Inhaltlich verschiebt sich der Fokus der ViennaUP 2026 stärker in Richtung Wachstum und Skalierung. „Wenn Europa im globalen Startup-Wettbewerb bestehen will, müssen wir Startups vor allem in der Wachstumsphase unterstützen“, sagt Dominic Weiss, Geschäftsführer der Wirtschaftsagentur Wien. Zu den Programmhöhepunkten zählen der Connect Day am heutigen mit über 1.000 Gründer:innen, die Impact Days mit Fokus auf soziale und ökologische Businessmodelle sowie der World Summit Awards Global Congress mit mehr als 400 internationalen Entrepreneurs.
Ein eigener Schwerpunkt liegt auf dem boomenden Life-Sciences- und Spin-off-Sektor. In Wien sind in diesem Bereich mittlerweile 646 Unternehmen mit rund 22,7 Milliarden Euro Umsatz und 49.000 Beschäftigten tätig. Mit dem entstehenden Life Science Center Vienna in Neu Marx baut die Stadt die zugehörige Infrastruktur weiter aus; als erste Ankermieterin wird 2029 AITHYRA einziehen, das Institut für KI in der Biomedizin der ÖAW, finanziert von der Boehringer Ingelheim Stiftung. Zu den bekannten Spin-off-Erfolgsgeschichten aus dem von der Wirtschaftsagentur unterstützten Inkubator INiTS zählen mySugr, ImageBiopsy Lab, Visplore und Heartbeat.bio, das im September 2025 eine Kooperation mit Boehringer Ingelheim startete.
Gabriele Tatzberger von der Wirtschaftsagentur Wien fasst das Format zusammen: „Ein dezentrales Format, eine starke internationale Beteiligung und sorgfältig ausgewählte Partnerschaften sorgen dafür, dass globale Perspektiven auf lokale Inhalte treffen.“
„Wir sind im internationalen Spitzenfeld“: ViennaUP präsentiert Wiens Spin-off-Power

