BYD greift mit E-Lkw den europäischen Nutzfahrzeugmarkt an
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Der chinesische Autokonzern BYD hat laut Golem auf der IAA Transportation 2026 in Hannover eine schwere elektrische Sattelzugmaschine vorgestellt, die eine Reichweite von bis zu 600 Kilometer verspricht. Damit intensiviert BYD den Druck auf etablierte Hersteller wie Daimler, Volvo, Scania und MAN. Das Unternehmen treibt seine Expansion im europäischen Nutzfahrzeugsektor konsequent voran und setzt dabei auf eine Kombination aus hoher Reichweite und extrem schneller Ladetechnologie.
Batterieladung in einer Stunde von 20 auf 80 Prozent
Die Zugmaschine mit der Bezeichnung ETT 44 ist als 4×2-Variante für Lasten von bis zu 44 Tonnen ausgelegt. Angetrieben wird das Fahrzeug von einem 651-kWh-Blade-Akku auf Basis einer 851-Volt-Architektur mit 743 PS Nenndauerleistung und bis zu 1.000 PS Spitzenleistung. BYD gewährt auf die Batterie eine Garantie von zehn Jahren oder 1,2 Millionen Kilometern.
Besonders bemerkenswert ist die Ladeleistung: An einem handelsüblichen CCS2-Gleichstromlader nimmt der Lkw bis zu 420 kW auf und lädt die Batterie in rund einer Stunde von 20 auf 80 Prozent. Am eigenen Megawatt Charging System steigt die Ladeleistung auf über 1,5 MW. Das Ladeintervall schrumpft dann auf etwa 20 Minuten. Zur Serienausstattung zählt ein umfangreiches Paket an Fahrerassistenzsystemen, darunter adaptiver Tempomat, Notbremsassistent, Spurhalteassistent und Totwinkelwarner.
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BYD: Ganzheitlicher Ansatz für E-Lkw
Stella Li, Executive Vice President von BYD, erklärte: „Wir haben das Flash-Charging bereits in Pkw in die Praxis umgesetzt. Heute bringen wir diese Technologie in den Nutzfahrzeugbereich, beginnend mit unseren Lkw.“ Das Argument zielt auf eine zentrale Sorge der Flottenbetreiber: Ein Lkw verdient nur dann Geld, wenn er fährt. Lange Ladepausen wirken sich direkt negativ auf die Wirtschaftlichkeit aus.
Statt nur Fahrzeuge zu verkaufen, bewirbt BYD ein Modell namens „Total Cost of Mobility“. Hierbei bündelt man Lkw mit Batterien, Megawattladern, stationären Energiespeichern, Energiemanagement und Finanzierung. Dieser ganzheitliche Ansatz soll Flottenbetreibern die Umstellung auf Elektromobilität erleichtern und gleichzeitig BYD langfristig an Kunden binden.
Das Umfeld ist hart umkämpft: Daimlers eActros 600, Volvos FH Electric sowie Angebote von Scania und MAN buhlen um dieselben Kunden, und Megawattladen gilt branchenweit als nächster Standard. Auf dem Papier erreichen oder übertreffen BYDs Reichweiten- und Ladewerte die der etablierten Konkurrenz. Ob sich das in der Praxis bestätigt, wird sich zeigen müssen.

