Wiener Precision-Medicine-Startup Aitiologic erhält 6,4 Mio. Euro
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Das Wiener BioTech-Startup Aitiologic hat eine deutlich überzeichnete Seed-Finanzierung über 6,4 Millionen Euro abgeschlossen. Das Kapital fließt in die Weiterentwicklung der Aitios®-Plattform, einer multi-modalen Liquid-Biopsy-Lösung auf Basis zellfreier DNA. Diese kann den Gewebeursprung und gewebespezifische biologische Veränderungen aus einer Blutprobe erkennen. Das Lead-Programm fokussiert auf die Risikostratifizierung von Präeklampsie im ersten Schwangerschaftstrimester.
Präeklampsie-Programm nutzt Blutproben aus Pränataltests
Co-Leadinvestoren waren Heal Capital und Ananda Impact Ventures. Die Bestandsinvestoren PUSH VC und LANA Ventures beteiligten sich erneut. Als prominenter Investor und neues Advisory-Board-Mitglied steigt Gordon Sanghera ein, Mitgründer und ehemaliger CEO von Oxford Nanopore Technologies. Parallel verstärkt die Gynäkologin Rebecca Ertl das Team als Chief Medical Officer.
Die Aitios®-Plattform kombiniert genomische, epigenomische und fragmentomische Informationen aus zirkulierender zellfreier DNA mit KI-gestützter Interpretation. Dadurch kann sie den Gewebeursprung und gewebespezifische Veränderungen auf Einzelmolekül-Ebene erfassen. Das Präeklampsie-Programm nutzt dieselbe Blutprobe, die bereits für nicht-invasive Pränataltests (NIPT) zum Einsatz kommt. Es soll ohne zusätzliche Blutentnahme Informationen über mütterliche und plazentare Gesundheit liefern.
Aitiologic plant großangelegte Validierungsstudie
Präeklampsie zählt weltweit zu den Hauptursachen für Mütter- und perinatale Morbidität und Mortalität. Die frühe Identifikation von Risiko-Patientinnen könnte das klinische Management durch präventive Behandlung und risikoadaptierte Überwachung transformieren. Die Technologie basiert auf patentierten Verfahren, die Andreas E. Posch bei Siemens Healthineers mitentwickelt und exklusiv an Aitiologic lizenziert hat.
Mit dem frischen Kapital treibt Aitiologic die laufende großangelegte Validierungsstudie mit der Fetal Medicine Foundation voran, die mehr als 1.000 Schwangerschaften umfasst. Die Untersuchung soll die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie in Zusammenarbeit mit Professor Kypros Nicolaides und dem Fetal Medicine Research Institute bestätigen. Diese hat gezeigt, dass gewebeaufgelöste Liquid Biopsy das Risiko für präterme und terminale Präeklampsie aus einer Blutprobe im ersten Trimester stratifizieren kann.
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Plattform für mütterliche und fetale Gesundheit
Christian Lautner, Founding Managing Partner bei Heal Capital, erklärt: „Aitiologic geht einen großen ungedeckten Bedarf in der Gesundheit von Müttern mit einem differenzierten Ansatz an, der sich natürlich in einen etablierten pränatalen Workflow einfügt. Das Team hat bereits anspruchsvolle Liquid-Biopsy-Wissenschaft in veröffentlichte klinische Daten übersetzt und bewegt sich nun in die großangelegte Validierung.“
CEO und Gründer Andreas E. Posch weist daraufhin, dass sich Aitiologic seit der Gründung 2023 stark weiterentwickelt hat. „Wir haben uns von einer Technologie-Hypothese zu veröffentlichten klinischen Daten und nun zu einer laufenden großangelegten Validierungsstudie unserer Aitios®-Plattform mit mehr als 1.000 Schwangerschaften entwickelt. Präeklampsie ist eine überzeugende erste Anwendung, weil der ungedeckte Bedarf an früher Risikovorhersage erheblich ist und der klinische Versorgungsweg bereits existiert.“
Langfristig zielt Aitiologic darauf ab, eine Routine-Blutentnahme in eine reichhaltige Quelle molekularer Informationen über mütterliche und fetale Gesundheit zu verwandeln und gewebespezifische Biologie bei einem deutlich breiteren Spektrum an Erkrankungen aus Blut zugänglich zu machen.

