Musik

Spotify beginnt in der KI-Flut, menschliche Künstler zu kennzeichnen

© Spotify
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In einer Zeit, in der Künstliche Intelligenz die Musikbranche in rasantem Tempo verändert, zieht Spotify eine klare Linie: Der Streaming-Riese führt ein neues Verifizierungssystem ein, das echte, menschliche Künstler sichtbar kennzeichnet und sie von KI-generierten Inhalten unterscheidbar macht. Das neue „Verified by Spotify“-Badge soll Hörern mehr Orientierung und Vertrauen geben.

Was steckt hinter dem neuen Badge?

Ab sofort erscheint auf ausgewählten Künstlerprofilen ein hellgrünes Häkchen mit dem Schriftzug „Verified by Spotify“. Das Zeichen signalisiert, dass das Profil von Spotify geprüft wurde und bestimmte Kriterien für Authentizität und Vertrauenswürdigkeit erfüllt. Ergänzt wird das Badge durch eine neue Profilsektion, die Karriere-Meilensteine, Veröffentlichungsaktivitäten und Tourneeinformationen bündelt.

Spotify beschreibt den Ansatz selbst mit einem anschaulichen Vergleich: Ähnlich wie Nährwertangaben auf Lebensmittelverpackungen sollen diese Informationen einen schnellen, verlässlichen Überblick über die Aktivitäten eines Künstlers liefern.

Diese Kriterien müssen Künstler erfüllen

  • Kontinuierliche Höreraktivität: Spotify bewertet Künstler, die über einen längeren Zeitraum aktiv und gezielt von Hörern gesucht werden, nicht solche mit einmaligen Engagement-Spitzen.
  • Einhaltung der Plattformrichtlinien: Künstler und ihre Inhalte müssen den Regeln von Spotify entsprechen.
  • Nachweisbare Präsenz als echter Künstler: Spotify sucht nach erkennbarer Aktivität innerhalb und außerhalb der Plattform, etwa Konzerttermine, Merchandise oder verknüpfte Social-Media-Accounts.

Besonders relevant: Profile, die überwiegend KI-generierte Musik oder KI-Personas repräsentieren, sind zum Start ausdrücklich nicht für die Verifizierung zugelassen. Spotify betont jedoch, dass sich dieser Ansatz mit der Entwicklung der Branche weiterentwickeln wird.

Millionen Künstler, aber klare Prioritäten

Zum Launch garantiert Spotify, dass mehr als 99 Prozent der Künstler, nach denen Nutzer aktiv suchen, verifiziert sein werden. Das entspricht hunderttausenden Künstlern, die Mehrheit davon unabhängig und aus verschiedenen Genres, Karrierestufen und Regionen der Welt. Bewusst ausgenommen bleiben sogenannte „Functional Music“-Ersteller und Content-Farmen, deren Inhalte primär für passives Hintergrundlisten konzipiert sind.

„Unser Ziel ist es, es einfacher zu machen, der menschlichen Kreativität hinter der Musik, die ihr auf Spotify hört, zu vertrauen und sie zu verstehen, und langfristige, bedeutungsvolle Verbindungen mit den Künstlern und der Musik, die ihr liebt, aufzubauen“, heißt es seitens des Unternehmens.

Deezer zeigt das Ausmaß des Problems

Warum solche Maßnahmen dringend nötig sind, verdeutlichen aktuelle Zahlen des französischen Streaming-Dienstes Deezer. Das Unternehmen ist bislang die einzige Plattform weltweit, die KI-generierte Musik transparent kennzeichnet, und veröffentlicht regelmäßig Daten zum Ausmaß des Phänomens.

Die Zahlen sind alarmierend: Täglich werden bei Deezer rund 75.000 KI-generierte Tracks hochgeladen. Das entspricht etwa 44 Prozent aller täglichen Uploads und mehr als 2 Millionen KI-Tracks pro Monat. Zum Vergleich: Noch Anfang 2025 lag diese Zahl bei rund 10.000 Tracks pro Tag.

„KI-generierte Musik ist längst kein Randphänomen mehr, und da die täglichen Uploads weiter zunehmen, hoffen wir, dass sich das gesamte Musik-Ökosystem uns anschließt, um Maßnahmen zum Schutz der Rechte von Künstlern und zur Förderung von Transparenz für Fans zu ergreifen“, so Alexis Lanternier, CEO von Deezer.

Dank eigener Erkennungstechnologie hält Deezer den tatsächlichen Konsum von KI-Musik auf der Plattform gering: Nur 1 bis 3 Prozent aller Streams entfallen auf KI-generierte Inhalte. Zudem werden 85 Prozent dieser Streams als betrügerisch eingestuft und nicht monetarisiert. Eine von Deezer in Auftrag gegebene internationale Studie ergab außerdem, dass 97 Prozent der Menschen den Unterschied zwischen KI- und menschlich erstellter Musik nicht heraushören können und 80 Prozent eine klare Kennzeichnung von KI-Musik befürworten.

Ein Schritt in die richtige Richtung

Sowohl Spotifys neues Verifizierungssystem als auch Deezers konsequente Kennzeichnungspolitik zeigen: Die Streaming-Branche reagiert auf den wachsenden Druck durch KI-generierte Inhalte. Für Hörer bedeutet das mehr Transparenz, für echte Künstler mehr Sichtbarkeit und Schutz. Spotify selbst räumt ein, dass nicht alles von Anfang an perfekt sein wird, und kündigt an, das Programm kontinuierlich weiterzuentwickeln.

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