Bericht

Global Startup Ecosystem Report: Nordamerika dominiert Investment-Ökosystem

Symbolbild: GSER 2026 zeigt Konzentration von Investments nach Nordamerika © Canva AI / Trending Topics
Symbolbild: GSER 2026 zeigt Konzentration von Investments nach Nordamerika © Canva AI / Trending Topics

Startup Genome und das Global Entrepreneurship Network haben auf der VivaTech in Paris den Global Startup Ecosystem Report 2026 (GSER) veröffentlicht. Der Report analysiert Daten von über 5,5 Millionen Unternehmen aus mehr als 350 Startup-Ökosystemen weltweit. Der Bericht zeigt einen fundamentalen Wandel: AI bestimmt zunehmend, welche Regionen von Startup-Investitionen profitieren. Startup Genome warnt davor, dass sich die Investments zu stark auf Nordamerika konzentrieren.

AI-Native-Unternehmen wachsen exponentiell

Der globale Ecosystem Value (Die Summe aus Exit- und Funding-Bewertungen der letzten 2,5 Jahre) ist innerhalb eines Jahres um 40 Prozent auf 10,9 Billionen Dollar gestiegen. Doch die Verteilung fällt extrem ungleich aus: 86 Prozent aller Late-Stage-Finanzierungen für AI-Native-Startups fließen nach Nordamerika, während andere Regionen abgehängt werden.

AI-Native-Unternehmen sind jene Firmen, bei denen KI von Beginn an zentral für Produkt und Geschäftsmodell ist. Dieser Subsektor verzeichnet ein Wachstum von 2,1 Billionen Dollar oder 140 Prozent im Jahresvergleich, während der Rest der Tech-Branche „nur“ um 15,9 Prozent zulegt.

Stockholm liegt in Kontinentaleuropa vorne

Seit 2021 ist der AI-Native-Sektor um 969 Prozent gewachsen, verglichen mit 101 Prozent für Non-AI-Tech. Die Finanzierungen stiegen von 2021 bis 2025 um 218 Prozent, während die Gesamtfinanzierung für Tech im selben Zeitraum um 36 Prozent schrumpfte. DefenseTech entwickelt sich nach AI-Native zum zweitschnellsten wachsenden Subsektor mit einem Series A-Wachstum von rund 60 Prozent im Jahresvergleich.

Im Ranking der Top 40 globalen Startup-Ökosysteme zeigen sich deutliche Verschiebungen. Die Top 3 sind das Silicon Valley, New York City und London. Stockholm liefert die beeindruckendste Performance unter den kontinental-europäischen Ökosystemen und springt acht Plätze auf Rang 23, gleichauf mit Amsterdam-Delta. Fast alle chinesischen Ökosysteme in den Top 40 verzeichnen Rückgänge; Wuxi bildet die Ausnahme und klettert sechs Plätze auf Position 36.

Valencia und Porto größte Aufsteiger in Europa

Bei den Top 100 Emerging Ecosystems führt Mumbai das Ranking an, gefolgt von Istanbul und Madrid. Auckland in Neuseeland vollzieht den dramatischsten Aufstieg und steigt um mehr als 75 Plätze in die Gruppe 31-40. Sri Lanka klettert über 65 Positionen in den Bereich 71-80. Abu Dhabi verzeichnet mit 69 Milliarden Dollar den größten Ecosystem-Value-Zuwachs unter den Emerging Ecosystems.

In Europa stechen Valencia und Porto hervor, die 22 beziehungsweise 16 Plätze aufsteigen. Sub-Sahara-Afrika erlebt eine bemerkenswerte Trendwende: Die großen Exits über 50 Millionen Dollar im ersten Quartal 2026 übertreffen bereits das gesamte Jahr 2025.

„Besorgniserregende Re-Konzentration“ auf Nordamerika

Nordamerika baut seine Dominanz systematisch aus. Der Ecosystem Value der Region wuchs seit dem GSER 2025 um 51 Prozent. Der globale Durchschnitt liegt bei 33 Prozent. Das Silicon Valley allein erreicht einen Ecosystem Value von über 3 Billionen Dollar. Das ist fast das Dreifache des nächstgrößten Ökosystems. Der Anteil Nordamerikas an globalen Late-Stage-Finanzierungen steigt von 56 Prozent im Jahr 2021 auf aktuell 64 Prozent.

JF Gauthier, Gründer und CEO von Startup Genome, formuliert eine klare Warnung: „Der globale Ecosystem Value ist um fast 40% gestiegen, aber drei US-Ökosysteme haben zwei Drittel dieses Wachstums abgeschöpft. Nach einem Jahrzehnt, in dem wir zukunftsorientierte Regierungen beraten haben, leistungsstarke Innovationspolitiken zu entwickeln und umzusetzen, um unsere Mission der Dezentralisierung von Tech voranzutreiben, sehen wir eine besorgniserregende Re-Konzentration.“

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Innovations-Ökosystem erfordert viel Mut

Laut Gauthier geben Regierungen ihr knappes Budget für Recheninfrastruktur und die Einführung von KI in Unternehmen aus. Dabei implementieren sie meistens US-Lösungen. Sie lassen zu wenig übrig, um aktualisierte Politiken zu finanzieren, die den Aufbau eines lokalen AI-Native-Startup-Ökosystems beschleunigen.

Jonathan Ortmans, Präsident des Global Entrepreneurship Network, empfiehlt Ökosystemen, auf Inklusion zu setzen, wenn die Versuchung besteht, sich zurückzuziehen. „Das nächste Kapitel der globalen Innovation wird von denen geschrieben, die die mutigsten Entscheidungen treffen.“

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