Update-Panne: Samsungs KI-Kühlschränke hören auf zu kühlen
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Ein Kühlschrank hat genau eine Aufgabe, und ausgerechnet ein Software-Update hat sie Samsungs KI-Kühlschränken abgewöhnt. In Südkorea sind zahlreiche Geräte der Reihe Bespoke AI nach einem fehlerhaften Update komplett ausgefallen: kein Display, kein Licht, keine Kühlung. Und das kurz vor Chuseok, dem großen koreanischen Erntedankfest, an dem Familien ihre Kühlschränke mit Festessen füllen, wie die Korea JoongAng Daily berichtet.
Eine Testdatei statt eines Updates
Die Ursache ist fast schon peinlich: Samsung hat über seine Smart-Home-Plattform SmartThings versehentlich eine interne Testversion der Software an Kund:innen ausgeliefert. Betroffen sind laut der Zeitung die vierflügeligen Modelle RM70F und RM80F der Bespoke-AI-Reihe, wie viele Geräte genau ausgefallen sind, prüft Samsung noch.
Das Update kam an einem Dienstagnachmittag, noch am selben Abend häuften sich die Beschwerden in Samsungs Community-Forum. Am nächsten Vormittag veröffentlichte der Konzern einen offiziellen Hinweis, stoppte das Update und richtete ein Krisenteam ein. „Wir tun alles, um die Unannehmlichkeiten für unsere Kund:innen während Chuseok so gering wie möglich zu halten“, erklärte Samsung. Die Reparatur ist kostenlos, dafür schickt Samsung Techniker:innen zu den Betroffenen.
Trockeneis statt Festessen
Für viele Haushalte kam die Panne zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt. Laut TechRadar behalfen sich Betroffene mit Trockeneis und Kühlboxen, weil weder ein Zurücksetzen noch andere Tricks halfen. Ob Samsung verdorbene Lebensmittel ersetzt, ist noch offen. Der Konzern prüft eine Entschädigung, räumt aber ein, dass sich Verluste etwa bei selbstgekochtem Essen nur schwer nachweisen lassen.
Europäische Kund:innen können aufatmen: Laut TechRadar war nur Südkorea betroffen. Samsung hat das fehlerhafte Update gestoppt, bevor es Geräte in anderen Ländern erreichte.
Das Risiko vernetzter Haushaltsgeräte
Der Fall zeigt, wie abhängig smarte Haushaltsgeräte von der Software ihrer Hersteller sind. Ein klassischer Kühlschrank kühlt, bis der Kompressor den Geist aufgibt. Ein vernetzter Kühlschrank bekommt dagegen regelmäßig Updates über das Internet, und ein einziger Fehler beim Hersteller kann Tausende Geräte gleichzeitig lahmlegen. Nutzer:innen haben dabei kaum Kontrolle: Viele Updates laufen automatisch im Hintergrund.
Samsung ist mit vernetzten Geräten nicht allein. LG steuert seine Haushaltsgeräte über die Plattform ThinQ, Bosch und Siemens setzen auf Home Connect. Sie alle versprechen mehr Komfort, etwa Einkaufslisten, Kamerablicke in den Kühlschrank oder Energiesparfunktionen. Die Panne bei Samsung erinnert daran, dass diese Funktionen nur Zusatz sind. Das Kühlen sollte ein Gerät auch dann noch schaffen, wenn die Software streikt.

