Ausbau

Google macht Suchfeld zum KI-Agenten, Weiterklicken kaum mehr notwendig

Liz Reid of Google. © Google
Liz Reid of Google. © Google

Google hat auf seiner jährlichen Entwicklerkonferenz I/O eine tiefgreifende Neugestaltung seines Suchfelds angekündigt. Das Unternehmen bezeichnet den Schritt als die bedeutendste Veränderung an der ikonischen Suchmaske seit ihrer Einführung vor mehr als 25 Jahren. Im Mittelpunkt steht die enge Verzahnung von klassischer Suche und künstlicher Intelligenz.

Das neue, intelligente Suchfeld

Bislang war Googles KI-Modus, der sogenannte „AI Mode“, ein separates Werkzeug, das Nutzerinnen und Nutzer bewusst auswählen mussten. Nun integriert Google zentrale Funktionen dieses Modus direkt in das Standard-Suchfeld. Das Feld erweitert sich dynamisch, um längere, detailliertere Anfragen zu ermöglichen, und unterstützt neben Text auch das Hochladen von Bildern, Videos, Dateien und sogar geöffneten Chrome-Tabs als Eingabe.

Zusätzlich bietet das neue Suchfeld KI-gestützte Vorschläge während der Eingabe, die weit über klassische Autovervollständigung hinausgehen. Google verspricht, dass die Suche damit intuitiver wird und Nutzer besser dabei unterstützt, ihre Fragen präzise zu formulieren. Die Suchergebnisse selbst bleiben erhalten: Weblinks und KI-Zusammenfassungen erscheinen weiterhin wie gewohnt.

Was Elizabeth Reid dazu sagt

„Dies ist wirklich das größte Upgrade unseres ikonischen Suchfelds seit seinem Debüt vor über 25 Jahren.“ Elizabeth Reid, Vice President für Google Search, erklärte in einem Pressegespräch, dass die Veränderung auf konkreten Beobachtungen im Nutzerverhalten beruht. Viele Menschen wüssten zwar, dass es einen KI-Modus gibt, wollten aber nicht aktiv darüber nachdenken, welchen Suchmodus sie gerade verwenden sollen.

„Was wir gesehen haben, ist, dass einige Nutzer wissen, dass sie in den AI Mode wechseln wollen. Aber die meisten Nutzer wollen gar nicht darüber nachdenken müssen, ob sie eher eine traditionelle Seite oder eine KI-orientierte Sucherfahrung bevorzugen.“

Reid betonte außerdem, dass es bisher eine spürbare Hürde beim Übergang von den KI-Zusammenfassungen, den sogenannten „AI Overviews“, in den vollständigen AI Mode gab. Diesen Übergang hat Google nun fließend gestaltet: Nutzer können direkt aus einer KI-Zusammenfassung heraus eine Folgefrage stellen, die dann nahtlos in eine Konversation im AI Mode übergeht. Das Ziel, so Reid, sei es, dass Nutzer „gar nicht mehr darüber nachdenken müssen, wohin sie gehen.“

Agenten, die selbstständig suchen

Neben dem neuen Suchfeld führt Google sogenannte „Information Agents“ ein. Diese KI-Agenten laufen im Hintergrund und durchsuchen kontinuierlich Webseiten, Social-Media-Beiträge, Shopping-Plattformen und andere Quellen. Nutzer können dabei genaue Parameter festlegen, zum Beispiel die Suche nach einer bestimmten Schuhgröße oder nach Wohnungsangeboten mit spezifischen Kriterien.

  • Der Agent überwacht rund um die Uhr relevante Quellen im Netz
  • Bei einer passenden Übereinstimmung erhalten Nutzer eine aufbereitete, intelligente Benachrichtigung
  • Direkte Links ermöglichen es, unmittelbar zu handeln, etwa eine Buchung abzuschließen

Die Information Agents werden zunächst für Abonnenten von Google AI Pro und Ultra im Sommer 2026 verfügbar sein. Das neue intelligente Suchfeld hingegen wird bereit ab heute weltweit in allen Ländern und Sprachen ausgerollt, in denen AI Mode verfügbar ist.

Einordnung

Die Ankündigungen verdeutlichen Googles Strategie, die Grenzen zwischen klassischer Suche und KI-gestützten Werkzeugen aufzulösen. Statt Nutzer zwischen verschiedenen Modi zu navigieren, soll künstliche Intelligenz direkt und selbstverständlich in die vertraute Sucherfahrung eingebettet sein. Für Verlage und Marken bedeutet dies eine weitere Verschiebung im digitalen Ökosystem, da KI-Agenten zunehmend eigenständig Inhalte abrufen und zusammenfassen, ohne dass Nutzer direkt auf Webseiten weitergeleitet werden.

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