Letzter PV-Fördercall: Wieder Sekunden-Wettrennen um 38,5 Millionen Euro
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Ein letztes Mal wird geklickt, was das Zeug hält: Morgen um 17 Uhr startet der dritte und letzte EAG-Fördercall des Jahres für Photovoltaikanlagen und Stromspeicher. Es ist zugleich der letzte nach dem alten Prinzip „First Come, First Served“, das beim vorigen Call nach nur 33 Sekunden vorbei war. Ab 2027 stellt die Regierung die Förderung grundlegend um.
38,5 Millionen Euro, aber kein neues Geld
Regulär wären für den Call laut Förderverordnung nur 8 Millionen Euro vorgesehen. Durch Restmittel aus früheren Calls steigt das Volumen auf insgesamt 38,5 Millionen Euro. Das zusätzliche Geld stammt vor allem aus Förderzusagen, deren Projekte nicht oder nur teilweise umgesetzt wurden.
„Das ist kein zusätzliches Budget, sondern Geld, das bereits für Photovoltaik und Speicher vorgesehen war und jetzt erneut für konkrete Projekte eingesetzt werden kann“, sagt Energie-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner (ÖVP). Gefördert werden weiterhin neue oder erweiterte PV-Anlagen sowie dazugehörige Stromspeicher. Der Call startet mit der Ticketziehung und läuft zwei Wochen.
Warum „First Come, First Served“ nicht funktioniert
Das Grundproblem des bisherigen Systems zeigte sich beim zweiten Call des Jahres in aller Deutlichkeit. Die Mittel waren nach 33 Sekunden vergeben, knapp 28.000 Anträge standen Geld für rund 3.000 Projekte gegenüber. Neun von zehn Antragsteller:innen gingen leer aus, obwohl viele ihre Anlage längst durchgeplant hatten. Wer zum Zug kam, entschied nicht die Qualität des Projekts, sondern die Geschwindigkeit beim Klicken. Kritiker:innen sprachen deshalb von einer Förderlotterie.
Das Design hat mehrere Schwächen:
- Glück statt Planung: Ob ein Haushalt Förderung bekommt, hängt von Sekundenbruchteilen ab. Für Investitionen von oft mehreren Tausend Euro ist das kaum kalkulierbar.
- Stop-and-go für die Branche: Installationsbetriebe erleben vor jedem Call einen Ansturm und danach eine Flaute, weil viele Kund:innen mit der Bestellung auf die Förderzusage warten.
- Blockierte Mittel: Wer schnell genug war, sicherte sich eine Zusage, auch wenn das Projekt am Ende nicht oder nur teilweise gebaut wurde. Dass für den letzten Call rund 30 Millionen Euro an Restmitteln zur Verfügung stehen, zeigt, wie viel Geld so monatelang gebunden war.
- Masse statt Wirkung: Gefördert wurde vor allem zusätzliche Erzeugung, unabhängig davon, ob der Strom dann erzeugt wird, wenn das Netz ihn braucht.
„Haushalte und Betriebe brauchen ein einfacheres und planbareres System“, räumt auch Zehetner ein.
Ab 2027: Speicher statt Paneele
Die Eckpunkte für die Neuausrichtung hat die Regierung bewusst schon vor dem letzten Call vorgestellt. Weil Photovoltaik deutlich günstiger geworden ist, soll sich die Förderung künftig darauf konzentrieren, wie der Sonnenstrom gespeichert, gesteuert und ins Energiesystem integriert wird:
- Speichersystembonus: Gefördert werden Batteriespeicher bei neuen PV-Anlagen und die Nachrüstung bei bestehenden Anlagen.
- Intelligente Steuerung als Pflicht: Ein Energiemanagementsystem wird Fördervoraussetzung. Es soll Strom dann speichern, nutzen oder einspeisen, wenn das für das Gesamtsystem sinnvoll ist.
- Laufende Anträge statt Calls: Statt einzelner Fördertermine soll es ein kontinuierliches Modell geben, bei dem man nach Fertigstellung der Anlage einreicht.
„Weg von einer Förderung, die vor allem zusätzlichen Ausbau finanziert, hin zu einer Förderung, die mehr aus unserem Sonnenstrom macht“, sagt Zehetner.
Noch viele offene Fragen
Wie hoch der Bonus ausfällt und welche technischen Kriterien ein Speicher erfüllen muss, wird noch ausgearbeitet. Für die Gesetzesänderung braucht die Regierung zudem eine Zweidrittelmehrheit im Nationalrat und damit die Stimmen von FPÖ oder Grünen. Beide Parteien hatten bei der Präsentation der Pläne Kritik geübt: Die Grünen bemängeln das gekürzte Förderbudget, die FPÖ fehlende Planungssicherheit für alle, die schon jetzt einen Speicher kaufen wollen. Bis die neuen Regeln stehen, bleibt der morgige Call die letzte Chance auf eine PV-Förderung nach altem Muster.

