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Bitcoin bei 86.000 Dollar: CFTC will jetzt in die Regulierungsbresche springen

A gold-colored Bitcoin coin in front of a blurred trading chart
© André François McKenzie / Unsplash

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Washington liefert Krypto-Regeln jetzt auch ohne Kongress: Nachdem der Clarity Act im Senat gescheitert ist, will die US-Derivateaufsicht CFTC den Kryptomarkt mit eigenen Regeln ordnen. Bitcoin nimmt das gelassen und pendelt seit Tagen um die Marke von 86.000 Dollar (rund 76.500 Euro), knapp unter einem hartnäckigen Widerstand.

Bitcoin klebt an der 86.000-Dollar-Marke

Die größte Kryptowährung notiert aktuell bei rund 86.100 Dollar, ein leichtes Plus von 0,1 Prozent auf Tagessicht und rund 2,7 Prozent auf Wochensicht. Seit dem Tief bei knapp 75.000 Dollar im September hat sich Bitcoin damit deutlich erholt, Ende September war der Kurs bereits in Richtung 87.000 Dollar geklettert. Rückenwind kommt von den Spot-Bitcoin-ETFs in den USA, die zuletzt wieder Milliarden angezogen haben.

Der Ausbruch nach oben lässt allerdings auf sich warten. Am Montag kletterte Bitcoin kurz über 87.000 Dollar und lief dort bereits zum dritten Mal seit Ende September in massive Verkäufe. Vor dem Handelsstart in Europa rutschte der Kurs kurzzeitig auf 85.200 Dollar ab. Laut dem Broker FxPro ist die Serie höherer Tiefs, die vergangene Woche begann, zwar unter Druck, aber noch intakt. „Ein Fall unter 84.000 Dollar wäre ein Sieg für die Bären“, heißt es bei FxPro. Rutscht Bitcoin auch unter das jüngste Tief bei rund 83.000 Dollar, könnten schnell 80.000 Dollar zum Thema werden.

Sinkende Renditen geben Luft

Unterstützung kommt derzeit vor allem von den Anleihemärkten. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen fiel von ihrem höchsten Stand seit 2002 auf rund 5,26 Prozent zurück, der Ölpreis gab nach, und auch der Dollar-Index rutschte unter 102 Punkte. US-Finanzminister Scott Bessent stellte in Aussicht, dass Wachstum und Ausgabendisziplin die Neuverschuldung „sehr schnell“ bremsen würden. Das stoppte vorerst den weltweiten Ausverkauf bei Anleihen, den Inflationssorgen rund um den Krieg zwischen den USA und dem Iran sowie Wetten auf weitere Zinserhöhungen der Fed ausgelöst hatten.

Davon profitieren riskantere Anlagen insgesamt. Tech-Aktien setzen ihre Rekordjagd fort, Nvidia erreichte vorbörslich ein Allzeithoch, und Gold legte fast 1 Prozent auf knapp 4.200 Dollar je Unze zu. Der nächste Termin für Krypto-Anleger:innen steht schon fest: Am Mittwoch veröffentlicht die Fed das Protokoll ihrer jüngsten Sitzung, das Hinweise auf den weiteren Zinskurs liefern dürfte.

Bei den Altcoins ist das Bild gemischt. Ethereum tritt bei rund 2.700 Dollar auf der Stelle, Solana und XRP bewegen sich kaum. Deutlich zulegen konnten auf Wochensicht Cardano mit mehr als 11 Prozent und Hyperliquid mit rund 6 Prozent. Chainlink verlor dagegen mehr als 8 Prozent.

Die Top 15 Kryptowährungen im Überblick

Die größten Krypto-Assets nach Marktkapitalisierung, ohne die Stablecoins Tether (USDT), USD Coin (USDC) und USDS sowie den tokenisierten Kreditpool Figure Heloc (Daten: CoinGecko):

Kryptowährung Preis (Dollar) Preis (Euro) 24h 7 Tage
Bitcoin (BTC) 86.146 76.426 +0,11 % +2,67 %
Ethereum (ETH) 2.709 2.403 -0,24 % +0,02 %
BNB (BNB) 784,69 696,15 -0,55 % +2,56 %
XRP (XRP) 1,51 1,34 -0,19 % +0,40 %
Solana (SOL) 120,19 106,63 -0,37 % +0,77 %
Tron (TRX) 0,3354 0,2975 -0,28 % -0,01 %
Zcash (ZEC) 1.367 1.213 +2,88 % -3,22 %
Hyperliquid (HYPE) 93,45 82,91 +0,38 % +6,07 %
Dogecoin (DOGE) 0,0957 0,0849 -0,17 % +0,80 %
Chainlink (LINK) 13,99 12,41 -1,31 % -8,18 %
Monero (XMR) 556,12 493,37 +1,47 % +3,04 %
Cardano (ADA) 0,2776 0,2463 +2,21 % +11,12 %
WhiteBIT Coin (WBT) 85,98 76,28 +0,34 % +2,49 %
LEO Token (LEO) 8,89 7,89 -0,64 % -1,91 %
Rain (RAIN) 0,0114 0,0101 -4,17 % -8,44 %

CFTC springt nach dem Clarity-Act-Aus ein

Politisch hat sich in den USA einiges getan. Der Clarity Act, der die Zuständigkeiten von Börsenaufsicht SEC und Derivateaufsicht CFTC für digitale Vermögenswerte klären sollte, kam im September im Senat nicht über die nötige Hürde von 60 Stimmen. Streitpunkt war zuletzt vor allem eine Ethik-Klausel zu Krypto-Geschäften hochrangiger Regierungsmitglieder, die vielen Demokrat:innen angesichts der Krypto-Einnahmen der Trump-Familie zu schwach war. Für ein neues Gesetz müsste der Prozess im nächsten Kongress von vorne beginnen.

Die CFTC wartet darauf nicht. Die Behörde hat soeben eine Vorab-Konsultation zu zwei neuen Regelwerken gestartet, Regulation Crypto Asset Transactions (CTX) und Regulation Crypto Asset Markets (CAM). Interessierte haben 60 Tage Zeit, Stellungnahmen einzureichen. Geplant ist ein abgestuftes System:

  • Spot-Börsen: Wer Kryptowährungen ohne Hebel handeln lässt, bleibt in erster Linie unter der Aufsicht der Bundesstaaten und ihrer Gesetze für Geldübermittler.
  • Gehebelter Handel: Plattformen, die Krypto-Käufe mit Hebel oder auf Kredit anbieten, sollen unter die CFTC fallen und sich als eigene Kategorie „Crypto Asset Market“ registrieren können.
  • Derivate: Perpetual-Kontrakte und andere Krypto-Derivate bleiben wie bisher bei der CFTC.

„Präsident Trump hat versprochen, eine Marktstruktur für Krypto-Assets zu liefern, mit oder ohne Gesetz, und wir werden ihm helfen, sie mit unseren bestehenden gesetzlichen Befugnissen umzusetzen“, schreibt CFTC-Chef Michael Selig in einem Gastbeitrag im Wall Street Journal. Die Regeln sollen Betrugsfälle wie FTX verhindern, statt sie erst im Nachhinein zu verfolgen.

Kritik an Regeln ohne Kongress

Unumstritten ist der Alleingang nicht. Regeln einer Behörde lassen sich von einer künftigen Regierung leichter wieder kippen als ein Gesetz, und genau diese Rechtssicherheit sollte der Clarity Act eigentlich bringen. Die Demokratin Angie Craig, ranghöchstes Mitglied ihrer Partei im Landwirtschaftsausschuss des Repräsentantenhauses, hatte Selig schon im Frühjahr aufgefordert, keine Regeln zu finalisieren, solange er als einziger Kommissar an der Spitze der eigentlich fünfköpfigen und parteiübergreifend besetzten Behörde steht.

Für den Markt ist die CFTC-Initiative trotzdem ein Signal: Die US-Regierung hält an ihrem kryptofreundlichen Kurs fest, auch wenn der Kongress blockiert. Ob das reicht, um Bitcoin über die Widerstandszone bei 87.400 Dollar zu heben, dürfte sich in den kommenden Tagen zeigen.

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