Circle, Ripple und Standard Chartered steigen bei OKX ein
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Während die Börsenkurse der Krypto-Branche abstürzen, hält OKX seinen Preis: Die Krypto-Börse hat soeben eine weitere Finanzierungsrunde zu einer Bewertung von 25 Milliarden Dollar (rund 22,2 Milliarden Euro) abgeschlossen, wie zuerst Bloomberg berichtete. Neu an Bord sind der Stablecoin-Emittent Circle, Ripple, die Investmentfirma Qube Research & Technologies (QRT) und SC Ventures, der Investmentarm der britischen Großbank Standard Chartered.
Partner werden zu Investoren
Wie viel Geld fließt und welche Anteile die neuen Investoren halten, ist nicht bekannt. Auffällig ist aber, wer einsteigt: Alle vier sind bereits Geschäftspartner von OKX. Circle gibt den Stablecoin USDC heraus, der auf der Plattform breit integriert ist. Ripple hat seinen Stablecoin RLUSD in das zentrale Orderbuch von OKX eingebunden. QRT ist einer der großen institutionellen Handelspartner und stellt Liquidität bereit, und Standard Chartered verwahrt den tokenisierten Geldmarktfonds BUIDL von Blackrock, den institutionelle Kund:innen bei OKX als Sicherheit hinterlegen können.
Gründer und CEO Star Xu spricht deshalb auch von strategischer Abstimmung und nicht von einer Runde, die aus Geldbedarf entstanden sei. „Die Börse war unser Ausgangspunkt, und wir entwickeln uns zu einer breiteren globalen Finanztechnologie-Plattform“, so Xu. Parallel startet OKX mit OKX Money ein Angebot, das mehr als 50 lokale Währungen in Dollar-Stablecoins wie USDC, USDT und USDG umwandelt, vor allem für Märkte in Lateinamerika, Afrika, Südasien und dem Nahen Osten.
Gleiche Bewertung wie beim Einstieg der NYSE-Mutter
Die 25 Milliarden Dollar sind keine neue Marke. Schon im März hatte die NYSE-Mutter Intercontinental Exchange (ICE) rund 200 Millionen Dollar (etwa 178 Millionen Euro) zur selben Bewertung investiert und dafür einen Sitz im Verwaltungsrat erhalten. Seither arbeiten die beiden enger zusammen: Ihr Gemeinschaftsunternehmen OKXICE hat kürzlich bei der SEC beantragt, tokenisierte US-Aktien rund um die Uhr zu handeln. Laut Bloomberg erwägt OKX zudem einen Börsengang in den USA innerhalb der nächsten vier Jahre.
Dass OKX die Bewertung halten kann, ist bemerkenswert. Der Kryptomarkt hat seit dem vergangenen Herbst deutlich nachgegeben, und die börsennotierte Konkurrenz spürt das: Die Coinbase-Aktie hat binnen eines Jahres rund die Hälfte ihres Werts verloren, Gemini knapp die Hälfte.
Wo OKX im Vergleich steht
Mit 25 Milliarden Dollar ist OKX die am höchsten bewertete private Krypto-Börse, deren Bewertung öffentlich bekannt ist. Nur Coinbase ist an der Börse rund doppelt so viel wert. Die wichtigsten Bewertungen im Überblick:
| Börse | Bewertung | Grundlage |
|---|---|---|
| Coinbase | 49,7 Mrd. Dollar (44,1 Mrd. Euro) | Börsenwert |
| OKX | 25 Mrd. Dollar (22,2 Mrd. Euro) | Finanzierungsrunde, zuvor ICE-Investment im März |
| Crypto.com | 20 Mrd. Dollar (17,8 Mrd. Euro) | 400 Mio. Dollar von Citadel Securities im Juli |
| Kraken | 13,3 bis 20 Mrd. Dollar (11,8 bis 17,8 Mrd. Euro) | Deutsche-Börse-Einstieg im April, Finanzierungsrunden zu 20 Mrd. |
| Bullish | 5,2 Mrd. Dollar (4,6 Mrd. Euro) | Börsenwert |
| Gemini | 0,6 Mrd. Dollar (0,55 Mrd. Euro) | Börsenwert |
Besonders aufschlussreich ist der Vergleich mit Kraken. Der US-Rivale war im vergangenen November bei einer Finanzierungsrunde über 800 Millionen Dollar noch mit 20 Milliarden Dollar bewertet worden. Als die Deutsche Börse im April für 200 Millionen Dollar 1,5 Prozent übernahm, entsprach das nur noch 13,3 Milliarden Dollar, ein Abschlag von einem Drittel. Im Mai versuchte Kraken laut CoinDesk, wieder Kapital zu 20 Milliarden Dollar aufzunehmen, den geplanten Börsengang hat das Unternehmen vorerst verschoben. OKX liegt damit je nach Kraken-Wert um ein Viertel bis fast das Doppelte darüber.
Auch Crypto.com erreichte mit dem Einstieg von Citadel Securities im Sommer 20 Milliarden Dollar, in seiner ersten institutionellen Runde seit der Gründung. Die Branchenführerin Binance hat dagegen keine aktuelle Bewertung veröffentlicht. Der Trend ist bei allen derselbe: Traditionelle Finanzhäuser wie ICE, Deutsche Börse, Citadel und nun Standard Chartered kaufen sich bei den großen Krypto-Börsen ein, um beim Handel mit Stablecoins und tokenisierten Wertpapieren dabei zu sein.

