Meta nimmt Rockband Muse die Social-Media-Handles für einen KI-Agenten weg
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Meta hat der englischen Rockband Muse die Social-Media-Handles @muse auf Instagram und X abgenommen, berichtet engadget. Die Handles nutzt der Konzern jetzt für seinen neu vorgestellten KI-Agenten namens Muse. Die Band, die ihren Namen 1999 als Markenzeichen registriert hat, verwendet die Handles seit Jahren. Sie heißt nun auf beiden Plattformen @museband. Wie genau der Wechsel ablief, bleibt unklar. Meta schweigt dazu, ebenso die Band-Vertreter.
Meta nutzt Handle für AI-Agenten Muse
Fans bemerkten die Änderung erstmals im Sommer. Berichten zufolge erfolgte der Wechsel auf Instagram im Juli. Reddit-Nutzer:innen wollen die Änderung bereits Anfang Juni gesehen haben. Als Meta den KI-Agenten Muse am Dienstag offiziell präsentierte, nutzte das Unternehmen bereits den @Muse-Handle.
Die Umstellung sorgte für Verwirrung: Mark Zuckerbergs erste Posts über den KI-Agenten taggten offenbar den Band-Account. Auch frühe Posts anderer Meta-Führungskräfte taggten die Band. Einige Fans zeigten sich enttäuscht, dass der Name der Band für ein KI-Feature verwendet wird. Muse hat Songs geschrieben, die teilweise stark von Ängsten rund um Technologie und soziale Unterdrückung inspiriert sind.
Social Media-Konzerne übernehmen oft Handles
Meta hat bereits mehrfach Handles übernommen, wenn es dem Konzern passte. 2021 sicherte sich das Unternehmen den Instagram-Handle @Meta, den zuvor ein unabhängiges Motorrad-Magazin gleichen Namens nutzte. Das Magazin hatte den Namen seit 2014 verwendet. Der damalige Chefredakteur schrieb, es fühle sich an „wie ein Schlag in die Magengrube“, wenn ein „Konzern-Goliath“ die Identität übernimmt. Das Magazin benannte sich später um. Meta erklärte damals nur: „Wir erlauben Menschen, ihre Benutzernamen auf Instagram zu ändern“. Ob es rechtliche Drohungen oder Zahlungen gab, beantwortete der Konzern nicht.
2023 wiederholte sich das Szenario. Als Meta die Plattform Threads startete, kontrollierte der Konzern den Handle @threads auf Instagram nicht. Ein kleiner Mode-Händler namens American Threads nutzte ihn. Einen Monat später hatte Meta plötzlich die Kontrolle über den Account. Offiziell verbietet der Konzern den Kauf, Verkauf oder Tausch von Instagram-Handles, doch begehrte Handles wechseln bekanntermaßen den Besitzer, manchmal über zwielichtige Kanäle.
Meta startet mit Muse einen KI-Agenten für die breite Masse – aber nur in den USA
Wiederkehrendes Muster
Auch X (ehemals Twitter) hat Nutzer:innen Handles entzogen. Die Person, die @X vor Elon Musks Übernahme kontrollierte, erhielt 2023 eine E-Mail, dass sie den Benutzernamen verliert. Als Entschädigung bot man Merchandise an. Im selben Jahr verlor der Nutzer des Handles @music, das er seit 2007 verwendete, seinen Benutzernamen plötzlich, damit X ihn als offiziellen Account nutzen konnte. Mittlerweile betreibt X einen „Handle-Marktplatz“, auf dem inaktive Benutzernamen offiziell gekauft werden können.
Die Fälle zeigen ein wiederkehrendes Muster: Große Plattformen können Handles übernehmen, wenn sie strategische Interessen verfolgen. Transparenz über die Abläufe gibt es kaum. Nutzer:innen und Unternehmen, die jahrelang eine digitale Identität aufgebaut haben, verlieren sie oft ohne öffentliche Erklärung oder angemessene Kompensation.

