Meta’s KI-Umbau könnte bis zu bis 16.000 Arbeitsplätze kosten
Der Facebook-Konzern Meta erwägt einem Reuters-Bericht zufolge einen massiven Stellenabbau, der bis zu 20 Prozent oder mehr der gesamten Belegschaft treffen könnte. Bei zuletzt knapp 79.000 Beschäftigten würde das den Abbau von rund 15.000 bis 16.000 Arbeitsplätzen bedeuten. Hintergrund ist Metas milliardenschwere Wette auf künstliche Intelligenz, die das Unternehmen unter enormen Kostendruck setzt.
Was bisher bekannt ist
Drei mit der Angelegenheit vertraute Quellen berichteten Reuters, dass die Führungsebene bereits begonnen hat, interne Planungen für den Stellenabbau anzustoßen. Topmanager sollen andere leitende Mitarbeiter über die Pläne informiert und sie aufgefordert haben, konkrete Einsparmöglichkeiten zu identifizieren. Ein genaues Datum für die Entlassungen steht noch nicht fest, auch die endgültige Größenordnung ist noch offen.
„This is speculative reporting about theoretical approaches.“ (Meta-Sprecher gegenüber Reuters)
Sollte Meta tatsächlich die 20-Prozent-Marke ansteuern, wären es die größten Entlassungen seit dem sogenannten „Jahr der Effizienz“ Ende 2022 und Anfang 2023. Damals strich das Unternehmen in zwei Wellen insgesamt rund 21.000 Stellen.
Zuckerbergs gigantische KI-Wette
Der eigentliche Treiber hinter dem drohenden Stellenabbau ist Metas aggressive Investitionsstrategie im Bereich künstliche Intelligenz. Für das Jahr 2026 hat Meta zwischen 115 und 135 Milliarden US-Dollar für KI-Infrastruktur eingeplant, darunter Rechenzentren, eigene Chips und spektakuläre Personalakquisitionen. Im Juni 2025 holte Zuckerberg den Scale-AI-Gründer Alexandr Wang durch eine Investition von 14,3 Milliarden Dollar ins Unternehmen und ernannte ihn zum Chief AI Officer.
Parallel dazu kämpft Meta darum, im Rennen um die leistungsstärksten KI-Modelle nicht den Anschluss zu verlieren. Das neue Flaggschiffmodell mit dem Codenamen „Avocado“ wurde bereits mehrfach verschoben und soll nun frühestens im Mai 2026 erscheinen. Interne Tests zeigen, dass es in zentralen Bereichen wie logischem Denken, Softwareentwicklung und autonomem Handeln hinter Modellen von Google, OpenAI und Anthropic zurückbleibt. Die Situation ist so ernst, dass Meta-Führungskräfte sogar erwogen haben, übergangsweise Googles Gemini zu lizenzieren, um die eigenen KI-Produkte zu stützen.
KI als Rechtfertigung für Stellenabbau
Meta steht mit dieser Entwicklung nicht allein. Zahlreiche Technologieunternehmen begründen aktuelle Entlassungswellen mit dem Einsatz von KI, die menschliche Arbeit zunehmend ersetze. Kritiker, darunter OpenAI-Chef Sam Altman, sprechen jedoch von „AI-Washing“: Viele Unternehmen nutzten KI lediglich als Vorwand, um Stellenabbau zu rechtfertigen, der eigentlich auf Übereinstellungen während der Pandemie-Boomjahre zurückzuführen sei.
Im Fall Meta dürfte beides zutreffen. Einerseits erzwingt die schiere Größe der KI-Investitionen Einsparungen an anderer Stelle. Andererseits vollzieht das Unternehmen gerade einen fundamentalen strategischen Wandel: weg vom Open-Source-Vorreiter mit der Llama-Modellreihe, hin zu proprietären, kostenpflichtigen KI-Produkten, die direkt Einnahmen generieren sollen. Dieser Kurswechsel geht mit erheblichen internen Umstrukturierungen einher, darunter der Entlassung von Hunderten Mitarbeitern aus der Forschungseinheit FAIR und dem Weggang von KI-Chefwissenschaftler Yann LeCun.
Was auf dem Spiel steht
- Betroffene Stellen: Bis zu 20 Prozent der Belegschaft, potenziell 15.000 bis 16.000 von knapp 79.000 Mitarbeitern
- Zeitplan: Noch kein Datum festgelegt, Planung läuft intern
- KI-Budget 2025: 115 bis 135 Milliarden US-Dollar für Infrastruktur und Entwicklung
- Strategischer Wandel: Abkehr von Open Source, Hinwendung zu kommerziellen proprietären Modellen
- Vergleich 2022/23: Damals wurden in zwei Runden insgesamt rund 21.000 Stellen gestrichen
Ob und in welchem Umfang die Entlassungen tatsächlich kommen, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: Meta befindet sich in einer Phase des tiefgreifenden Umbaus, bei dem die enormen Kosten der KI-Ambitionen das gesamte Unternehmen unter Druck setzen.

