niceshops: Steirischer E-Commerce-Player peilt 2026 200 Mio. Euro Umsatz an
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Der steirische E-Commerce-Konzern niceshops will im laufenden Geschäftsjahr die Marke von 200 Millionen Euro Umsatz erreichen. Nach 169 Millionen Euro und acht Millionen Euro EBITDA im Jahr 2025 entspräche das einem Plus von rund 18 Prozent. Das erklärten die Geschäftsführungsmitglieder Christoph Schreiner und Carina Hödl im Podcast „IPO Spotlight“ von Trending Topics und der Wiener Börse.
Laut Hödl deuten die Halbjahreszahlen darauf hin, dass das Ziel hält oder leicht übertroffen wird:
„Wir haben die 200 Millionen für 2026 anvisiert. Jetzt mit Blick auf die Halbjahresergebnisse können wir schon ganz vorsichtig sagen, dass wir die erreichen und eher ein bisschen übererfüllen – und sehen auch auf der EBITDA-Seite eine sehr erfreuliche Entwicklung aktuell“, so Carina Hödl.
20 Prozent Wachstum, 4 Prozent EBITDA-Marge
Als mittelfristigen Korridor nennt das Unternehmen ein jährliches Umsatzwachstum von 20 Prozent bei gleichzeitig positivem Ergebnis. Die Vorgabe stammt aus der Zeit nach der Restrukturierung: 2024 war für niceshops ein Krisenjahr mit Personalabbau, im Zuge des Sanierungsprozesses wurden die Verbindlichkeiten nach Unternehmensangaben um 30 Millionen Euro reduziert. Verluste hätten dabei weder Banken noch Lieferanten oder Partner getragen, so Schreiner.
„Wir haben uns jetzt zum Ziel gesetzt, dass wir jährlich mit 20 Prozent Umsatz wachsen möchten. Und das Wachstum im Umsatz geht einher mit einem profitablen Wachstum. Das heißt, unser Ziel ist auch, dass wir auf der EBITDA-Seite mit rund vier Prozent EBITDA-Marge wachsen. Wir wollen gesund groß werden“, so Carina Hödl.
Wachstumstreiber: Osteuropa, neue Warengruppen, Fulfillment
Den größten Hebel sieht das Unternehmen in der Internationalisierung. niceshops betreibt rund 45 Shop-Marken in 16 Sprachen, liefert in etwa 80 Länder und erzielt knapp 90 Prozent des Umsatzes im Export. Während der DACH-Raum derzeit mit rund 20 Prozent wächst, liegen die Zuwächse außerhalb darüber – getrieben vor allem von Ungarn, Polen und Tschechien. Pro Jahr sollen zwei weitere Länder vollständig erschlossen werden, inklusive Landessprache, lokaler Zahlarten und lokaler Logistikpartner. Frankreich gilt als der größte noch unerschlossene Markt in Westeuropa.
„Der DACH-Raum wächst bei uns aktuell mit 20 Prozent, außerhalb vom DACH-Raum wachsen wir mit 24, 25 Prozent. Expansion in Märkte, Expansion in neue Warengruppen – das ist genau das, was für uns eigentlich keine neuen Investitionen mehr bedarf. Und führt dann in weiterer Folge dazu, dass unsere Grenzkosten weiter sinken“, so Christoph Schreiner.
KI in der Investitionsphase
Als zweite Wachstumssäule nennt das Unternehmen Fulfillment- und Technologie-Services für Partnerunternehmen, mit denen die bestehende Lager- und Software-Infrastruktur zusätzlich monetarisiert und neue Lagerflächen schneller ausgelastet werden sollen. Umsatzstärkster Bereich bleibt der Handel, insbesondere mit Eigenmarken – von 3D-Druck-Filamenten über Naturkosmetik bis zu Gewürzen. KI setzt niceshops laut Hödl derzeit primär als Effizienz-Werkzeug ein, etwa bei Übersetzungen; man befinde sich in einer Investitionsphase mit absehbarem Return.
Das operative Geschäft will niceshops künftig aus dem laufenden Cashflow finanzieren. Für größere strategische Schritte bleibt ein Börsengang ein Thema: Das Unternehmen firmiert derzeit als GmbH, unterhält aber bereits eine Investor-Relations-Seite. Als präferierten Handelsplatz nennen Schreiner und Hödl die Wiener Börse.

