Nvidia erzielt Rekordumsatz von 81 Milliarden Dollar
Der KI-Boom sorgt bei Nvidia weiter für außergewöhnliches Wachstum. Im vergangenen Quartal setzte der Chipkonzern 81,6 Milliarden US-Dollar um und steigerte seine Erlöse damit im Vergleich zum Vorjahr um 85 Prozent. Unter dem Strich verdiente das Unternehmen 58,3 Milliarden Dollar – mehr als dreimal so viel wie ein Jahr zuvor. Auch diesmal lagen die Zahlen über den Prognosen der Analysten.
Für das laufende Quartal rechnet Nvidia mit einem Umsatz von rund 91 Milliarden Dollar. Das entspräche erneut einem Wachstum nahe der 100-Prozent-Marke. Trotzdem zeigte sich die Börse nach Veröffentlichung der Zahlen nicht begeistert: Im nachbörslichen Handel geriet die Aktie unter Druck. Marktbeobachter führen das darauf zurück, dass Investoren inzwischen noch höhere Erwartungen an Nvidia stellen.
Der Konzern ist inzwischen das wertvollste börsennotierte Unternehmen weltweit. Die Marktkapitalisierung liegt aktuell bei rund 5,5 Billionen Dollar und damit vor der Google-Mutter Alphabet. Seit Jahresbeginn hat die Aktie deutlich zugelegt, über mehrere Jahre betrachtet gehört Nvidia zu den größten Gewinnern der Techbranche. Zusätzlich kündigte das Unternehmen ein neues Aktienrückkaufprogramm im Umfang von 80 Milliarden Dollar an. Auch die Dividende soll kräftig steigen.
Huang: KI-Infrastruktur wächst mit enormem Tempo
CEO Jensen Huang sieht den weltweiten Ausbau von KI-Systemen erst am Anfang. Der Aufbau von „KI-Fabriken“ verlaufe in einer Geschwindigkeit, die es in dieser Form bislang kaum gegeben habe, erklärte Huang. Nvidia habe eine „einzigartige Position im Zentrum dieser Transformation“, weil die Technologie des Unternehmens in sämtlichen großen Cloud-Plattformen eingesetzt werde, verschiedenste KI-Modelle unterstütze und überall dort skalierbar sei, wo KI-Anwendungen entstehen.
Auch bei der kommenden Chipgeneration „Vera Rubin“ erwartet Nvidia eine sehr hohe Nachfrage. Laut Huang könnten die Systeme über längere Zeit nur begrenzt verfügbar sein. Erste Auslieferungen an Kunden sind für die zweite Jahreshälfte vorgesehen. Neben KI-Rechenzentren setzt Nvidia zunehmend auf neue Geschäftsfelder. Der Konzern will künftig stärker von Robotik und eigenen Prozessoren profitieren. Für CPUs peilt Nvidia in diesem Jahr Erlöse von rund 20 Milliarden Dollar an.
Big Tech treibt den KI-Markt weiter an
Vor allem große Technologiekonzerne wie Google, Amazon und Meta investieren derzeit Milliardenbeträge in KI-Infrastruktur. Oft werden die steigenden Ausgaben von Sparmaßnahmen und Stellenabbau in anderen Unternehmensbereichen begleitet (mehr dazu hier).
Trotz seiner dominierenden Position bekommt Nvidia allerdings zunehmend Konkurrenz. Neben klassischen Chipunternehmen entwickeln inzwischen auch mehrere Großkunden eigene KI-Prozessoren, um unabhängiger von Nvidia zu werden. Google und Amazon wollen ihre selbst entwickelten Chips inzwischen sogar externen Kunden anbieten.
China bleibt ein Unsicherheitsfaktor
Sorgen bereitet Nvidia weiterhin das China-Geschäft. Im vergangenen Quartal erzielte das Unternehmen dort keine Einnahmen mit KI-Chips, nachdem im Vorjahr noch Milliardenumsätze erzielt worden waren.
Zwar erlaubt die US-Regierung inzwischen wieder den Verkauf bestimmter Nvidia-Chips nach China, allerdings unter strengen Bedingungen. Gleichzeitig drängt die chinesische Regierung heimische Unternehmen dazu, verstärkt auf nationale Anbieter zu setzen. Für Nvidia bleibt der chinesische Markt damit politisch und wirtschaftlich schwer kalkulierbar.
Nvidia steigt ins Geschäft mit orbitalen KI-Rechenzentren ein, trotz aller Probleme
