Hintergrund

OpenClaw-Projekt kämpft mit schwindenden User-Zahlen und technischen Problemen

Peter Steinberger, creator of OpenClaw. © P. Steinberger
Peter Steinberger, creator of OpenClaw. © P. Steinberger

Das Open-Source-Projekt OpenClaw durchlebt eine seiner schwierigsten Phasen seit der Gründung. In einem offenen Statement räumt Projektgründer Peter Steinberger ein, dass die jüngsten Releases erhebliche Probleme verursacht haben – und kündigt tiefgreifende strukturelle Änderungen an. Besonders brisant: Der Vorfall fällt in eine Phase, in der Steinberger selbst zu OpenAI gewechselt ist und das Projekt zunehmend von einer Einzelperson auf ein breiteres Team umgestellt werden soll.

Parallel dazu sieht man, dass das User-Interesse an OpenClaw deutlich zurückgeht. Aktuell sieht man etwa über OpenRouter oder SimilarWeb, dass die Nutzung von OpenClaw doch deutlich abfällt. Bei OpenRouter wird getrackt, welche KI-Modelle in Kombination mit OpenClaw genutzt werden, bei SimilarWeb wird die Nutzung der Webseite selbst vermessen. Hier die Charts zu den abfallenden Zahlen über die vergangenen 30 Tage:

Wie mehrmals ausführlich berichtet, hat der OpenClaw die gesamte KI-Welt erfasst. So gibt es bereits zahlreiche ähnliche Produkte und Services bei vielen anderen KI-Unternehmen oder auch großen Tech-Unternehmen, die ähnliche Funktionsweisen versprechen (mehr dazu hier).

Was passiert ist

Gleichzeitig ist klar geworden, dass es auch technischer Seite große Herausforderungen gibt. Ab dem 24. April 2026 häuften sich Probleme bei OpenClaw-Installationen. Bis zum 29. April war klar, dass es sich nicht um Einzelfälle handelte. Betroffen waren unter anderem:

  • verlangsamte Gateways,
  • Installationen, die in Plugin-Dependency-Repair-Schleifen hängenblieben,
  • Fehlverhalten bei angebundenen Kanälen wie Discord, Telegram und WhatsApp.

Viele Nutzer:innen sahen sich gezwungen, auf ältere Versionen zurückzugehen – mit entsprechendem Zeitaufwand. Laut Steinberger handelt es sich nicht um einen einzelnen Bug, sondern um ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren: Die Plugin-Dependency-Reparatur lief sowohl in Startup- als auch in Update-Pfaden, gebündelte und externe Plugins waren nur teilweise getrennt, die Artefakt-Metadaten des neuen ClawHub befanden sich noch in der Stabilisierungsphase, und in den Gateway-Cold-Paths wurde zu viel Arbeit verrichtet.

Der Hintergrund: Umbau zur Infrastruktur-Software

Die Probleme sind kein Zufall, sondern Folge eines strategischen Umbaus. OpenClaw soll kleiner, sicherer und infrastrukturtauglicher werden – weg von einem entwicklergetriebenen Spielplatz, hin zu einer Software, auf die produktive Setups verlässlich aufbauen können. Konkret bedeutet das: weniger Magie im Core, weniger gebündelte Abhängigkeiten, klarere Plugin-Grenzen und eine verbesserte Security-Posture.

Ein wesentlicher Treiber dieser Neuausrichtung sind die jüngsten Supply-Chain-Vorfälle im npm-Ökosystem. OpenClaw selbst war zwar nicht direkt vom Axios-Vorfall betroffen, doch das eigentliche Risiko liege in der Form des Dependency-Graphen: transitive Pakete, Install-Time-Verhalten, Postinstall-Skripte und tief verschachtelte Abhängigkeitsketten.

Als Reaktion wurden Kanäle, Provider, schwere Tools, Parser und optionale Integrationen schrittweise aus dem Core herausgelöst und in den neuen ClawHub (clawhub.ai) verlagert. Eine öffentliche Plugin-Inventarliste dokumentiert, was im Core verbleibt, was separat installiert wird und was nur per Source-Checkout verfügbar ist.

Steinberger gesteht offen ein, den Aufwand dieses Umbaus unterschätzt zu haben. Über mehrere Releases hinweg landete OpenClaw in einem ungünstigen Zwischenzustand: Zu viel wurde bereits Richtung Plugin-Architektur verschoben, während gleichzeitig zu viele Plugins weiterhin gebündelt, repariert, gestaged oder geladen wurden – und zwar genau an jenen Stellen, die Nutzer:innen sofort spüren.

Strukturelles Problem: Zu viel hing an einer Person

Die Krise legt auch ein operatives Problem offen, das durch Steinbergers Wechsel zu OpenAI an Bedeutung gewinnt: OpenClaw war bisher zu stark gründergetrieben. Releases, Code-Reviews, Packaging und Support konzentrierten sich auf Steinberger selbst – eine Struktur, die mit dem wachsenden professionellen Anspruch des Projekts nicht mehr vereinbar ist.

Über die neu gegründete OpenClaw Foundation und mit Unterstützung von OpenAI soll nun ein echtes Team rund um das Projekt aufgebaut werden. Geplant sind zudem Anpassungen am Release-Prozess sowie die baldige Ankündigung einer LTS-Version (Long-Term Support) parallel zu den schnelleren Update-Zyklen. Details dazu sollen noch im Mai folgen.

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