Gratis-Tool wirft Apple Intelligence vom Mac und schafft 12 GB Platz
Trending Topics auf Google als bevorzugte Nachrichtenquelle festlegen.
Wer Apples KI nicht nutzt, muss ihr ab sofort keinen Speicherplatz mehr schenken: Das kostenlose Open-Source-Tool RemoveMacAI entfernt die KI-Modelle von Apple Intelligence von Macs mit macOS 27 und gibt so rund 12 Gigabyte und teils deutlich mehr frei. Das ist für viele interessant, weil Apple in macOS 27 den Schalter gestrichen hat, mit dem man Apple Intelligence komplett abdrehen konnte.
Ausschalten reicht nicht mehr
Mit macOS 27 lassen sich nur noch einzelne KI-Funktionen deaktivieren, nicht mehr Apple Intelligence als Ganzes. Und selbst wer alle Funktionen einzeln abschaltet, wird die Modelle dahinter nicht los: Sie bleiben auf der Festplatte liegen und belegen weiter Speicher. Laut MacRumors lädt macOS 27 die mehrere Gigabyte großen Modelle automatisch herunter, ohne dass sich das verhindern lässt.
Genau hier setzt RemoveMacAI an. Das Kommandozeilen-Tool, das unter MIT-Lizenz auf GitHub steht und einen Mac mit Apple-Chip voraussetzt, arbeitet in drei Schritten:
- Konfigurationsprofil: Über Apples eigene Einschränkungen, die eigentlich für die Verwaltung von Firmen-Macs gedacht sind, wird Apple Intelligence deaktiviert.
- Modelle entfernen: Über Apples eigenen Dienst zur Verwaltung solcher Modelldateien werden die heruntergeladenen Modelle gelöscht.
- Download blockieren: Versucht der Mac, die Modelle erneut zu laden, wird die Anfrage auf einen geschlossenen lokalen Port umgeleitet. So kommen sie nicht sofort wieder zurück.
Anders als ältere Tools muss RemoveMacAI dafür weder den Systemschutz System Integrity Protection (SIP) abschalten noch Dateien in geschützten Systemordnern von Hand löschen. Mit dem Befehl „removemacai revert“ lassen sich alle Änderungen wieder rückgängig machen, macOS lädt die Modelle dann bei Bedarf neu herunter.
Was danach gelöscht ist und nicht mehr geht
Entfernt werden laut Entwickler die Foundation Models von Apple Intelligence sowie die Modelle für Bildgenerierung, Genmoji, räumliche Fotos, die Foto-Funktion „Bereinigen“ und die Code-Vervollständigung in Xcode. Damit fallen auch zahlreiche Funktionen weg:
- Siri und Texte: Siri samt „Hey Siri“, die Schreibwerkzeuge, Textvorschläge beim Tippen und intelligente Antworten in Mail.
- Zusammenfassungen: Die KI-Zusammenfassungen in Mail, Nachrichten, Safari, Notizen und Mitteilungen.
- Bilder: Image Playground, Genmoji, räumliche Fotos und das Entfernen von Objekten in Fotos.
- Weitere Dienste: Die ChatGPT-Erweiterung, Visual Intelligence, Kalendereinträge per natürlicher Sprache und Kurzbefehle oder Apps, die auf Apples Modelle zugreifen.
Warum die KI so viel Speicher frisst
Dass Apple Intelligence so viel Platz braucht, hat mit Apples Strategie zu tun. Um Daten möglichst auf dem Gerät zu verarbeiten, rechnet Apple viele KI-Aufgaben lokal statt in der Cloud. Dafür müssen die Modelle selbst auf dem Mac liegen, auf die Apple inzwischen auch Entwickler:innen zugreifen lässt, und davon gibt es nicht nur eines: Neben dem Sprachmodell für Siri, Schreibwerkzeuge und Zusammenfassungen kommen eigene Modelle für Bildgenerierung, Genmoji, Fotobearbeitung, räumliche Fotos und Code dazu. Laut MacRumors verteilt Apple die Modelle zudem je nach Hardware: Macs ab dem M3-Chip mit mindestens 12 GB Arbeitsspeicher bekommen ein größeres Sprachmodell als ältere Geräte.
Apple selbst gibt an, dass die KI-Funktionen auf leistungsstarken Macs bis zu 14 GB Speicher brauchen, auf anderen bis zu 8 GB. In der Praxis sieht das teils anders aus: Nutzer:innen auf Reddit und Hacker News berichten von 20 bis über 30 GB, die Apple Intelligence auf ihren Macs belegt hat. Eine Erklärung von Apple dafür gibt es bisher nicht.
Auf eigenes Risiko
Ganz ohne Haken ist das Tool nicht. MacRumors betont, dass die Nutzung auf eigenes Risiko erfolgt. Zudem könnte Apple die Konfigurationsschlüssel, auf die RemoveMacAI setzt, mit künftigen Updates abschaffen, das Tool würde dann nicht mehr funktionieren. Wer Apple Intelligence aktiv nutzt, verliert mit dem Löschen der Modelle außerdem genau jene lokale KI, mit der Apple den Datenschutz als Vorteil gegenüber Cloud-Diensten wie ChatGPT verkauft. Für alle anderen, vor allem auf Macs mit kleiner SSD, dürfte das Tool dagegen eine willkommene Möglichkeit sein, zweistellige Gigabyte-Mengen zurückzuholen.

