Robinhood-Fonds investiert bei ElevenLabs und Stripe
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Der börsengehandelte Venture-Fonds Robinhood Ventures Fund I (RVI) hat sein Portfolio um zwei prominente Technologieunternehmen erweitert. Wie der Fonds bekannt gab, wurden Beteiligungen an dem Zahlungsdienstleister Stripe sowie dem KI-Audiounternehmen ElevenLabs erworben. Damit wächst das Portfolio des Fonds auf insgesamt neun Unternehmen an.
Die neuen Investitionen im Detail
Am 9. März 2026 erwarb RVI Anteile im Wert von rund 14,6 Millionen US-Dollar an Stripe Global Holdings Inc. in Form von Class-B-Stammaktien, die über Sekundärtransaktionen gekauft wurden. Stripe wurde 2010 gegründet, hat seinen Sitz in South San Francisco und Dublin und bietet Unternehmen aller Größen Lösungen für Zahlungsabwicklung, Umsatzmanagement und Geldverwaltung an.
Drei Tage später, am 12. März 2026, investierte der Fonds knapp 20 Millionen US-Dollar in ElevenLabs im Rahmen einer primären Series-D-Finanzierungsrunde. Das 2022 in London gegründete Unternehmen entwickelt KI-gestützte Audio- und Sprachtechnologien und betreibt drei Plattformen: ElevenAgents für den Einsatz von Sprach- und Chat-Agenten, ElevenCreative für die Erstellung von Sprache, Musik und Video in über 70 Sprachen sowie ElevenAPI für Entwickler.
„Wir freuen uns, Stripe und ElevenLabs zum Robinhood Ventures Fund I hinzuzufügen, und sind stolz darauf, Privatanlegern Zugang zu diesen Zukunftsunternehmen zu bieten. Sie gestalten die Zukunft von Fintech und KI und spiegeln den Fokus von RVI wider, in innovative Unternehmen zu investieren, die an der Spitze ihrer Branchen stehen.“ Sarah Pinto, Präsidentin des Robinhood Ventures Fund I
Hintergrund: Was ist der Robinhood Ventures Fund I?
RVI ist ein Fonds, der seit dem 6. März 2026 unter dem Kürzel RVI an der New York Stock Exchange (NYSE) gehandelt wird. Das verwaltete Vermögen beläuft sich auf rund 475 Millionen US-Dollar.
Der Fonds wird von Robinhood Ventures DE, LLC verwaltet, einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft von Robinhood Markets, Inc., die im August 2025 gegründet wurde und bei der US-Börsenaufsicht SEC als Anlageberater registriert ist.
Das aktuelle Portfolio
Nach den jüngsten Zukäufen umfasst das Portfolio des RVI folgende neun Unternehmen:
- Stripe (Zahlungsdienstleister)
- ElevenLabs (KI-Audiotechnologie)
- Databricks (Datenanalyse)
- Revolut (Fintech)
- Airwallex (Fintech)
- Ramp (Fintech)
- Oura (Gesundheitstechnologie)
- Boom (Luftfahrt)
- Mercor (KI-gestütztes Recruiting)
Vorteile des Fonds
Zugang für Privatanleger
Der wohl größte Vorteil des RVI ist seine Zugänglichkeit. Investments in Private-Equity-Vehikel waren in den USA bislang weitgehend akkreditierten Investoren vorbehalten, also institutionellen Anlegern oder vermögenden Privatpersonen. RVI stellt keine Anforderungen an die Akkreditierung und hat kein Mindestinvestment. Anleger können Anteile einfach über einen Broker oder eine Handelsplattform kaufen und verkaufen.
Transparenz und Kostenstruktur
Der Fonds veröffentlicht regelmäßig ein Beteiligungsverzeichnis, sodass Anleger jederzeit nachvollziehen können, in welche Unternehmen investiert wird. Die jährliche Managementgebühr beträgt 2 Prozent des verwalteten Vermögens. Eine erfolgsabhängige Performancegebühr wird nicht erhoben, was den Fonds von klassischen Private-Equity-Vehikeln unterscheidet, die üblicherweise zusätzlich 20 Prozent der erwirtschafteten Gewinne einbehalten.
Nachteile und Risiken
Bewertungsproblematik
Die Bewertungen der privaten Portfoliounternehmen werden nur selten aktualisiert. Dadurch kann der Börsenkurs des Fonds erheblich vom tatsächlichen Nettoinventarwert (Net Asset Value) abweichen. Anleger können daher nicht mit Sicherheit beurteilen, ob sie zu einem fairen Preis kaufen oder verkaufen.
Liquiditätsrisiko
Der Fonds kann bis zu 100 Prozent seines Vermögens in illiquide Anlagen investieren. Da es sich um Beteiligungen an nicht börsennotierten Unternehmen handelt, können diese nicht kurzfristig veräußert werden, wenn Liquidität benötigt wird oder sich die Marktbedingungen verändern.
Konzentrations- und Sektorrisiko
Das Portfolio ist mit aktuell neun Beteiligungen vergleichsweise konzentriert. Zudem sind nahezu alle Investments im Technologiesektor angesiedelt, was das Risiko einer mangelnden Diversifikation erhöht. Ein Abschwung in der Tech-Branche würde den Fonds entsprechend stark treffen.
Begrenzte Erfahrung der Verwaltungsgesellschaft
Robinhood Ventures DE, LLC wurde erst im August 2025 gegründet und verfügt über keine langjährige Investmenthistorie. Eine belastbare Erfolgsbilanz, die Anlegern als Orientierung dienen könnte, existiert damit noch nicht.
Einordnung: Ein Markt im Wandel
Der RVI steht für einen breiteren Trend in der Finanzbranche, Privatanlegern den Zugang zu Private-Equity-Investments zu erleichtern. In Europa verfolgt etwa Trade Republic seit September 2025 einen ähnlichen Ansatz und ermöglicht seinen Nutzern Investments in Tech-Unicorns über Kooperationen mit den Investmentgesellschaften Apollo und EQT. Auch das deutsche Startup NAO bietet entsprechende Produkte an.

