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Oura bläst Börsengang vorerst ab, wegen der „Unsicherheit am IPO-Markt“

Oura Ring 5. © Oura
Oura Ring 5. © Oura

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Die Preisspanne stand, die Investor:innen waren da, dann zog Oura die Notbremse. Der Smart-Ring-Hersteller hat seinen geplanten Börsengang an der Nasdaq soeben verschoben, und zwar „trotz starker Nachfrage“ wegen der „Unsicherheit am IPO-Markt“, wie das Unternehmen mitteilte. „Wir wollen unseren Mitarbeiter:innen und Investor:innen einen außergewöhnlichen Börsengang bieten, und wir haben den Luxus, uns den Zeitpunkt aussuchen zu können“, sagt CEO Tom Hale. Einen neuen Termin nennt Oura nicht.

Bis zu 2,2 Milliarden Dollar sollten es werden

Oura wollte unter dem Kürzel OURA 50 Millionen Aktien zu je 40 bis 44 Dollar verkaufen und damit bis zu 2,2 Milliarden Dollar (rund 1,9 Milliarden Euro) einsammeln. Am oberen Ende der Preisspanne wäre das Unternehmen laut Trending Topics rund 14 Milliarden Dollar (etwa 12 Milliarden Euro) wert gewesen. Die Eckdaten des geplanten Börsengangs:

  • Wer verkauft: Nur rund 13,5 Millionen der Aktien wären neu ausgegeben worden, die übrigen 36,5 Millionen wollten bestehende Aktionär:innen verkaufen. Der Frühphasen-Investor Forerunner Ventures wollte seinen gesamten Anteil von 9,3 Prozent abgeben.
  • Wohin das Geld fließt: Vom Erlös für Oura selbst, netto rund 533 Millionen Dollar, wären laut Prospekt rund 526 Millionen Dollar für Steuern draufgegangen, die fällig werden, weil die Aktienpakete der Mitarbeiter:innen mit dem Börsengang zugeteilt werden.
  • Vorgeschichte: Oura, 2013 im finnischen Oulu gegründet, hat seinen Sitz im März nach Delaware verlegt, eine Voraussetzung für die US-Notierung. Vor zwei Jahren lag die Bewertung noch bei 5,2 Milliarden Dollar, bei der Finanzierungsrunde über 900 Millionen Dollar im Vorjahr bei 11 Milliarden Dollar.

Wachstum stimmt, Gewinn ist schmal

Am Geschäft liegt die Absage nicht. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres setzte Oura laut Börsenprospekt 1,21 Milliarden Dollar um, 74 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Großteil kommt aus dem Verkauf der Ringe, die zwischen 399 und 499 Dollar kosten. Die Abo-Umsätze aus der dazugehörigen App um 5,99 Dollar im Monat wachsen aber deutlich schneller, laut TechTimes um 121 Prozent. Inzwischen zählt Oura 5,7 Millionen zahlende Mitglieder. Unterm Strich blieb ein Gewinn von rund 61 Millionen Dollar, die Marge ist allerdings gesunken.

Der Markt ist nervös, und Anthropic steht vor der Tür

Oura begründet den Schritt nur allgemein mit der Marktlage. Die Nachrichtenagentur Reuters spricht von einem schwachen Start in die traditionell starke IPO-Saison im Herbst, weil Anleger:innen die jüngste Zinserhöhung der US-Notenbank, geopolitische Spannungen und die Schwankungen bei KI-Aktien verdauen müssen.

Dazu kommt ein Faktor, der den gesamten Markt betrifft: der anstehende Börsengang von Anthropic. Der Claude-Hersteller will nach den US-Zwischenwahlen an die Nasdaq und seine Investor:innen rechnen laut Reuters mit einer Bewertung von mehr als 2 Billionen Dollar (etwa 1,7 Billionen Euro). Erst kürzlich wurden erste Details aus dem Börsenprospekt bekannt. Ein Börsengang dieser Größe dürfte sehr viel Geld von Investor:innen binden, das dann für andere Neuemissionen fehlt. Schon im Frühjahr hatte Fortune gewarnt, dass SpaceX, OpenAI und Anthropic den IPO-Markt zwar wiederbeleben, ihn aber auch „austrocknen“ könnten. Zusammen könnten die drei laut diesen Schätzungen mehr als 200 Milliarden Dollar einsammeln, ein Vielfaches dessen, was 2025 bei allen US-Börsengängen zusammen erlöst wurde. Wer als kleinerer Kandidat in dieses Umfeld geht, konkurriert direkt um dieselben Budgets.

Es gibt allerdings auch die Gegenposition: Der Anlageexperte Robert R. Johnson verweist laut Yahoo Finance darauf, dass selbst Mega-Börsengänge gemessen am Gesamtwert des US-Aktienmarkts nur einen kleinen Teil des Kapitals binden.

Die Konkurrenz am Finger wächst

Für Oura bleibt der Wettbewerb unabhängig vom Börsengang hart. Samsung verkauft mit dem Galaxy Ring einen direkten Konkurrenten, dazu kommen kleinere Anbieter wie Ultrahuman und RingConn. Bei Fitness-Trackern ohne Display mischt Whoop mit, und die Apple Watch bleibt für viele die naheliegende Alternative. Oura setzt deshalb zunehmend auf Software und eigene KI-Auswertungen, etwa ein eigenes KI-Modell für Frauengesundheit, um sich über das Abo abzuheben.

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