GPT-6.1 Sol: Fast so schlau wie Astra, zu einem Bruchteil der Kosten
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Das Astra-Update musste OpenAI stoppen, also liefert es jetzt eben das günstige Modell nach. OpenAI hat beim DevDay GPT-6.1 Sol vorgestellt, das laut Ankündigung „nahezu Astra-Intelligenz“ für Programmieren, Computersteuerung und Büroarbeit liefert, zu einem Fünftel der API-Preise von GPT-6 Astra. Die unabhängigen Tester:innen von Artificial Analysis bestätigen das im Wesentlichen: Sol liegt nur einen Punkt hinter Astra, kostet aber weniger als ein Viertel.
Einen Punkt hinter Astra
Im Intelligence Index von Artificial Analysis, der Dutzende Benchmarks zu einer Kennzahl bündelt, kommt GPT-6.1 Sol bei maximalem Denkaufwand auf 52 Punkte. Das sind vier Punkte mehr als beim Vorgänger GPT-6 Sol, der erst eine Woche alt ist, und einen Punkt weniger als GPT-6 Astra. Unter den 222 getesteten Modellen reicht das für Platz 10.
Die wichtigsten Zahlen aus dem Test:
- Kosten pro Aufgabe: Einen Durchlauf des Index kostet Sol pro Aufgabe 0,72 Dollar (rund 0,62 Euro), Astra 3,26 Dollar (rund 2,79 Euro). Gegenüber GPT-6 Sol ist das neue Modell um 31 Prozent günstiger.
- Programmieren: Im Coding Agent Index liegt Sol mit der zweithöchsten Denkstufe sogar einen Punkt vor Astra, für weniger als 15 Prozent der Kosten.
- Einzelbenchmarks: Bei Terminal-Bench legt Sol um 12 Punkte zu, bei Humanity’s Last Exam um 5 und beim Büroarbeits-Test GDPval-AA um 5.
- Halluzinationen: Die Rate im Wissenstest AA-Omniscience sinkt von 60 auf 54 Prozent. Das ist besser, aber immer noch mehr als jede zweite Antwort, wenn das Modell etwas nicht weiß.
- Tempo: Mit rund 68 Tokens pro Sekunde ist Sol laut Modellseite etwas langsamer als der Durchschnitt.
Gleicher Tokenpreis, billigerer Cache
Pro Million Tokens kostet GPT-6.1 Sol in der API laut OpenAI-Dokumentation 2 Dollar (rund 1,71 Euro) für den Input und 10 Dollar (rund 8,55 Euro) für den Output. Astra kostet 10 beziehungsweise 50 Dollar (rund 8,55 und 42,74 Euro). Der Tokenpreis ist allerdings derselbe wie beim Vorgänger GPT-6 Sol, den OpenAI erst kürzlich halbiert hatte. Billiger wird nur der Cache: Bereits verarbeitete Eingaben kosten 0,10 Dollar pro Million Tokens, 95 Prozent weniger als der normale Input. Das Kontextfenster umfasst mehr als eine Million Tokens.
In ChatGPT steht Sol für alle zahlenden Pläne von Plus bis Enterprise bereit, allerdings vorerst nur in den Arbeitsbereichen ChatGPT Work und Codex, noch nicht im normalen Chat. OpenAI stuft das Modell in seinem Sicherheitsbericht bei Cybersecurity als „kritisch“ ein, bei biologischen und chemischen Fähigkeiten als „hoch“.
Anthropic liegt vorne, ist aber teurer
An der Spitze des Rankings liegt weiterhin Anthropic. Claude Opus 5.5 kommt laut den Daten von Artificial Analysis auf rund 58 Punkte, Claude Sonnet 5.5 auf 56 Punkte. Sonnet hatte GPT-6 erst kürzlich überholt. Beim Preis pro Token sind Sonnet 5.5 und GPT-6.1 Sol laut Anthropic gleichauf. Weil Sonnet aber deutlich mehr Tokens verbraucht, kostet eine Aufgabe im Index rund 7,60 Dollar (rund 6,50 Euro), mehr als zehnmal so viel wie bei Sol. Opus 5.5 liegt bei 5,98 Dollar (rund 5,11 Euro). Googles bestes Modell im Ranking, Gemini 3.8 Flash, kommt auf rund 41 Punkte.
Ein Ersatz für das gestoppte Astra-Update
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Erst am Montag hatte OpenAI die Veröffentlichung von GPT-6.1 Astra abgesagt, weil das Modell in internen Tests Umfang und Autorisierung seiner Aufgaben nicht zuverlässig einhielt. Mit Sol hat OpenAI nun trotzdem ein neues 6.1-Modell auf dem DevDay.
Auf Hacker News, wo die Ankündigung mit mehr als 850 Punkten auf Platz eins landete, sehen Entwickler:innen darin vor allem ein Zeichen für den Preiskampf. „Es ist ein schlechtes Omen für die Branche und die Investor:innen, dass der Tokenpreis zum Hauptschlachtfeld wird“, hieß es in einem Kommentar im Thread. Andere halten die Cache-Preise für die eigentliche Nachricht, weil sie das Arbeiten mit Codex deutlich billiger machen. Und manche bleiben skeptisch: GPT-6 Sol sei so enttäuschend gewesen, dass man komplett auf Opus 5.5 umgestiegen sei, hieß es in einem anderen Kommentar.

