Supabase holt 150 Mio. Dollar und kauft Turso für KI-Agenten
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Wenn KI-Agenten programmieren, brauchen sie vor allem eines: Datenbanken, und zwar massenhaft. Davon profitiert kaum ein Startup so stark wie Supabase. Das Datenbank-Unternehmen hat soeben 150 Millionen Dollar (rund 128 Millionen Euro) eingesammelt und übernimmt gleichzeitig den Datenbank-Spezialisten Turso, wie SiliconANGLE berichtet. Angeführt wird die Runde vom Staatsfonds GIC aus Singapur, dazu kommen CapitalG, der Wachstumsfonds der Google-Mutter Alphabet, sowie IronArc und SquarePeg.
Die zweite Runde in vier Monaten
Es ist bereits die zweite große Finanzierung innerhalb kurzer Zeit. Erst im Juni hatte Supabase in einer Series F 500 Millionen Dollar bei einer Bewertung von 10 Milliarden Dollar vor dem Investment eingesammelt, ebenfalls angeführt von GIC. Damit hatte sich die Bewertung binnen acht Monaten verdoppelt. Eine Bewertung für die neue Runde nennt Supabase nicht. Ein Teil des Geldes ist für Mitarbeiter:innen gedacht, die Anteile verkaufen wollen, der Rest soll in neue Funktionen für KI-Agenten fließen.
Die Zahlen hinter dem Hype:
- Entwickler:innen: Mehr als 13 Millionen bauen auf Supabase, im Juni waren es noch knapp 10 Millionen.
- Wachstum: Pro Monat kommen mehr als eine Million Nutzer:innen und vier Millionen Datenbanken dazu.
- KI-Anteil: Rund 70 Prozent der neuen Datenbanken werden von KI-Agenten oder KI-Tools angelegt.
- Datenbanken: Die Zahl der gestarteten Datenbanken ist im Jahresvergleich um 600 Prozent gestiegen.
Warum Supabase Turso kauft
Supabase wurde 2020 von Paul Copplestone und Ant Wilson gegründet. Das Startup setzt auf die Open-Source-Datenbank PostgreSQL und ergänzt sie um Funktionen wie Benutzerverwaltung, automatische Backups und zeitgesteuerte Aufgaben. Viele Vibe-Coding-Plattformen wie Lovable nutzen Supabase als Backend für die Apps, die ihre Nutzer:innen per KI erstellen.
Turso ergänzt das um eine leichtgewichtige Datenbank auf Basis von SQLite. Sie ist auf KI-Agenten zugeschnitten, kann Embeddings speichern und Daten seitenweise verschlüsseln. Die Basisversion ist kostenlos, Geld verdient Turso mit einer kostenpflichtigen Cloud-Variante. Für den Kauf nennen die Unternehmen keinen Preis.
Der Hintergrund: Agenten „starten Millionen von Datenbanken, um die Prototypen, Experimente, Dashboards und Apps zu betreiben, die sie bauen“, sagt Supabase-CEO Paul Copplestone. Dafür braucht es Datenbanken, die sich sofort und günstig für jeden einzelnen Agenten anlegen lassen. Turso soll vor allem den neuen Dienst Supabase Compute unterstützen, eine gehostete Umgebung für lange laufende KI-Agenten. Turso-Gründer Glauber Costa wechselt mit seinem Team zu Supabase und wird dort Head of Agentic Services.
Wettlauf um die Datenbanken der Agenten
Supabase ist nicht das einzige Unternehmen, das auf diesen Markt setzt. Der Datenanalyse-Konzern Databricks hat im Vorjahr den Postgres-Anbieter Neon übernommen, der ebenfalls stark von KI-Agenten genutzt wird. Dazu konkurrieren PlanetScale sowie Googles Firebase um Entwickler:innen. Mit dem Turso-Kauf deckt Supabase nun sowohl große Postgres-Datenbanken als auch die vielen kleinen Wegwerf-Datenbanken ab, die KI-Agenten für ihre Experimente anlegen.

