US-Regierung kassiert 10 Milliarden Dollar beim Tiktok-Deal
Die Trump-Regierung hat sich beim erzwungenen Verkauf von Tiktok eine Vermittlungsgebühr von 10 Milliarden US-Dollar gesichert, berichtet Golem. Investoren des US-Geschäfts der Social-Media-Plattform – darunter der Softwarekonzern Oracle, der US-Investor Silver Lake und MGX aus Abu Dhabi – haben sich bereit erklärt, die Zahlungen zu leisten. Oracle und Silver Lake haben im Jänner bereits rund 2,5 Milliarden Dollar an das Finanzministerium überwiesen.
Vermittlungsgebühr deutlich höher als gewöhnlich
Die Summe übertrifft übliche Marktstandards deutlich. Investmentbanker, die bei Geschäftsabschlüssen beraten, erhalten typischerweise Gebühren von unter 1 Prozent des Transaktionswerts. Die US-Regierung hat hier eine völlig andere Größenordnung durchgesetzt.
Als Trump im September 2025 die Rahmenbedingungen für den Tiktok-Verkauf bekannt gab, kündigte er bereits an: „Die Verhandlungen sind noch nicht abgeschlossen, aber wir werden etwas bekommen.“ Der von der Regierung investierte Aufwand und die Kosten würden eine Entschädigung rechtfertigen.
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TikTok-Übernahme garantiert keinen Datenschutz
Trump hatte in seiner ersten Amtszeit im August 2020 die Abschaltung von Tiktok angeordnet, sollte sich nicht bis Mitte November 2020 ein US-Unternehmen als Käufer finden. Die App stelle eine Bedrohung der nationalen Sicherheit dar, hieß es in der Verfügung. Die App sammle große Mengen an Nutzerdaten und könne es der chinesischen Regierung ermöglichen, Amerikaner auszuspionieren. Tiktok-Eigentümer Bytedance hatte versichert, Chinas Regierung habe keinen Zugriff auf Nutzerdaten und habe dies auch nie verlangt.
An der Datensammlung ändert die erzwungene Übernahme nichts. Tom Sulston, Leiter der Abteilung für Politik beim australischen Verband Digital Rights Watch, stellt klar, dass nicht die Eigentumsverhältnisse das Problem von Tiktok seien, sondern „die ständige und aufdringliche Überwachung der Nutzer:innen“. Aufgrund von Regulierungen würden User eines US-amerikanischen Tiktok „nicht mehr Privatsphäre genießen als bei einem Tiktok in chinesischem Besitz.“
Im Rahmen der Vereinbarung muss das US-Unternehmen die Gewinne mit Bytedance teilen. Der chinesische Konzern hat seinen Algorithmus an die neuen Eigner lizenziert und hält weiterhin fast 20 Prozent der Anteile. Die Daten von US-Nutzer:innen werden in den USA gespeichert und verarbeitet. In China selbst gibt es nur die zensierte Version der App, Douyin.

