Wiener Anwaltskanzlei Schönherr kooperiert mit LegalTech-Unicorn Legora
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Die Wiener Wirtschaftskanzlei Schönherr und das schwedische Legal-Tech-Unternehmen Legora, das kürzlich auf mehr als 5 Milliarden Dollar Bewertung wuchs, haben eine strategische Partnerschaft geschlossen, die weit über den bloßen Einsatz neuer Software hinausgeht. Im Rahmen des gemeinsam entwickelten Innovationsprogramms „Evolve“ arbeiten beide Unternehmen daran, juristische Arbeitsabläufe grundlegend neu zu gestalten und die Zusammenarbeit zwischen Kanzleien, Technologieanbietern und Mandantinnen und Mandanten weiterzuentwickeln.
Was steckt hinter dem Programm Evolve?
Evolve basiert auf drei Säulen: dem strategischen Einsatz von Technologie, einem strukturierten Weiterbildungsprogramm sowie der engen Kooperation mit Technologiepartnern und Mandantschaft. Entwickelt wurde das Programm gemeinsam mit Legora und dem AI-Experten Conor Grennan, der zuvor als Chief AI Architect an der NYU Stern tätig war.
Die Umsetzung erfolgte in zwei Phasen. Zunächst absolvierten rund 200 sogenannte AI Ambassadors innerhalb von Schönherr ein intensives internes Training, das sowohl technische Kompetenzen als auch das richtige Mindset im Umgang mit künstlicher Intelligenz vermitteln sollte. In einem zweiten Schritt wurde das Format auf General Counsel und Innovationsverantwortliche zentraler Mandantinnen und Mandanten ausgeweitet. Im Rahmen einer zweitägigen Veranstaltung in Wien stand die Frage im Mittelpunkt, wie juristische Beratung künftig aussehen kann.
„Die Einführung von AI ohne das passende Mindset und einen klaren Rahmen bleibt eine reine Schlagzeile. Wir haben diese Kompetenzen früh aufgebaut, und genau dieses Fundament erlaubt es uns heute, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren: unsere Arbeitsweisen neu zu denken und gemeinsam mit Mandant:innen und Partnern echten Mehrwert zu schaffen.“
Andrei Salajan, Director Legal Tech & Innovation bei Schönherr
Technologisch setzt Schönherr auf ein breites Portfolio, das KI-Anwendungen, Dokumentenautomatisierung, Transaktionsmanagement und Workflow-Plattformen umfasst. Das System wird kontinuierlich über alle Praxisgruppen und 16 Standorte in Zentral- und Osteuropa weiterentwickelt. Langfristiges Ziel ist die Ausbildung sogenannter „T-shaped Legal Professionals“: Juristinnen und Juristen, die fachliche Tiefe mit technologischer Kompetenz verbinden.
Die Rolle von Legora in der Partnerschaft
Legora stellt innerhalb von Evolve nicht nur ein Werkzeug bereit, sondern ist aktiver Entwicklungspartner. Gemeinsam mit Schönherr arbeitet das Unternehmen daran, Legal-AI-Anwendungen weiterzuentwickeln und neue Servicemodelle an der Schnittstelle von Recht und Technologie zu erproben. Themen wie KI-Agenten und veränderte Zusammenarbeitsmodelle zwischen Kanzleien und Rechtsabteilungen stehen dabei im Fokus.
„Was Schönherr besonders auszeichnet, ist die Tiefe ihres Engagements, eine Kanzlei, die konsequent in das Verständnis von Technologie investiert und diese gemeinsam mit ihren Partnern weiterentwickelt.“
Max Junestrand, CEO und Gründer von Legora
Legora: Hintergrund und aktuelle Finanzierung
Legora wurde von Max Junestrand gegründet und hat seinen Hauptsitz in Stockholm. Das Unternehmen ist auf den Einsatz künstlicher Intelligenz in juristischen Arbeitsabläufen spezialisiert und zählt damit zu einer Reihe von KI-Unternehmen, die in den vergangenen Jahren aus Schweden hervorgegangen sind. Die Plattform unterstützt Anwältinnen und Anwälte täglich bei Recherchen, Dokumentenprüfungen und der Erstellung juristischer Texte.
Im Zuge einer Series-D-Finanzierungsrunde hat Legora zuletzt 550 Millionen US-Dollar eingesammelt und erreicht damit eine Bewertung von 5,55 Milliarden US-Dollar. Die Runde wird von Accel angeführt; bestehende Investoren wie Benchmark, Bessemer Venture Partners und Y Combinator beteiligen sich ebenso wie neue Geldgeber, darunter Alkeon Capital, Bain Capital und Salesforce Ventures.
Das Wachstum des Unternehmens verlief zuletzt rasant. Innerhalb von sechs Monaten hat sich die globale Kundenbasis mehr als verfünffacht. Legora zählt mittlerweile über 800 Kunden in mehr als 50 Märkten, darunter auch Kanzleien wie White & Case, Cleary Gottlieb, Linklaters und Dentons sowie Beratungsunternehmen wie Deloitte. Die Mitarbeiterzahl ist global von 40 auf rund 400 Personen gewachsen, mit Standorten in Stockholm, London, New York, Denver, Sydney und Bengaluru.
