Möbel-Monopoly: EU nimmt XXXLutz-Deal mit Porta genau unter die Lupe
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XXXLutz wollte sich einen der letzten großen Rivalen einverleiben, jetzt bremst Brüssel: Die EU-Kommission hat soeben eine eingehende Prüfung der geplanten Übernahme der deutschen Möbelkette Porta durch den österreichischen Möbelriesen eingeleitet. Die Wettbewerbshüter:innen haben laut ihrer Mitteilung vorläufige Bedenken, dass der Deal den Wettbewerb im Möbelhandel in mehreren EU-Ländern erheblich beeinträchtigen könnte.
Mehr als 1.900 Möbelhäuser unter einem Dach
Der Deal würde zwei der größten Möbelhändler in Deutschland, Tschechien und der Slowakei zusammenführen:
- XXXLutz: Der Konzern aus Wels betreibt mehr als 1.800 Geschäfte in zahlreichen europäischen Ländern, unter anderem unter den Marken XXXLutz, Mömax, Möbelix, Roller, Poco und Home24. Den Online-Möbelhändler Home24 hatte XXXLutz vor einigen Jahren übernommen. Die Eigentümer kontrollieren außerdem Ketten wie Conforama in Frankreich, Spanien und der Schweiz.
- Porta: Die deutsche Kette betreibt mehr als 140 Geschäfte unter den Marken Porta, SB Möbel Boss und Möbel Letz in Deutschland sowie Asko in Tschechien und der Slowakei.
Angekündigt hatte XXXLutz die Übernahme bereits im Jänner 2025, offiziell bei der Kommission angemeldet wurde sie erst im September.
Was Brüssel befürchtet
Die Kommission sieht zwei Problemfelder:
- Höhere Preise für Kund:innen: XXXLutz und Porta konkurrieren vielerorts in denselben Regionen um Kund:innen. In Deutschland sind beide vor allem im Möbeldiscount stark. Weil nur wenige Händler in Deutschland, Tschechien und der Slowakei ein Filialnetz mit dem vollen Möbelsortiment betreiben, könnte der Zusammenschluss den Wettbewerbsdruck stark verringern. Das könnte zu höheren Preisen und weniger Auswahl führen.
- Druck auf Möbelhersteller: Über seinen Einkaufsverband GIGA International kauft XXXLutz europaweit gemeinsam für alle Marken ein und verfügt laut Kommission offenbar über erhebliche Nachfragemacht. Kämen die Porta-Marken dazu, würde einer der wenigen großen alternativen Abnehmer für Hersteller in Deutschland, Tschechien, der Slowakei und Polen wegfallen.
Die Kommission hat nun bis Ende Februar 2027 Zeit, über den Deal zu entscheiden. Das Verfahren sei ergebnisoffen, betont die Behörde.
Verdacht auf vorzeitigen Vollzug
Für XXXLutz ist das nicht die einzige Baustelle in Brüssel. In einem getrennten Verfahren prüft die Kommission, ob die beiden Unternehmen schon vor der Anmeldung Schritte gesetzt haben, die faktisch zu einem Kontrollwechsel bei Porta beigetragen haben. Das wäre ein Verstoß gegen das sogenannte Durchführungsverbot, auf das Bußgelder von bis zu zehn Prozent des weltweiten Konzernumsatzes stehen. Laut einem Bericht der Wirtschaftswoche sollen XXXLutz-Mitarbeiter:innen Hersteller aufgefordert haben, vertrauliche Einkaufskonditionen mit Porta offenzulegen. XXXLutz und Porta weisen die Vorwürfe zurück, es habe lediglich Kennenlerntermine zwischen Geschäftsführung und Betriebsräten gegeben.
Konkurrenz und Kritik
In Deutschland ist XXXLutz nach eigenen Angaben schon jetzt hinter Ikea der zweitgrößte Möbelhändler. Weitere große Player sind die Krieger-Gruppe mit Höffner und Sconto sowie Segmüller. Die Verbände der deutschen Möbelindustrie hatten die Übernahmepläne als „dramatische Nachricht“ bezeichnet, weil sie die ohnehin hohe Konzentration im deutschen Möbelhandel weiter verschärfen würde.

