72 Prozent der österreichischen Firmen genehmigen AI-Projekte trotz Sicherheitsbedenken
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72 Prozent der österreichischen Unternehmen standen bereits unter Druck, AI-Projekte trotz bekannter Sicherheitsrisiken zu genehmigen. Das besagt eine neue Analyse von TrendAI, einem Geschäftsbereich von Trend Micro. Eine globale Befragung von 3.700 Business- und IT-Entscheider:innen in 23 Ländern, davon 100 in Österreich, zeigt, dass Wettbewerbsdruck und interne Anforderungen Sicherheitsbedenken regelmäßig überstimmen. Jede:r zehnte österreichische Befragte stufte die Besorgnis sogar als „extrem“ ein. Global liegt dieser Wert bei 14 Prozent.
Einführung oft eher „durch Wettbewerbsdruck als durch reife Governance-Strukturen“
Der Druck zur schnellen KI-Einführung verschärft sich durch uneinheitliche Governance-Strukturen und unklare Verantwortlichkeiten. Cybersecurity-Verantwortliche reagieren häufig nur noch auf Entscheidungen der Unternehmensführung, statt diese aktiv mitzugestalten. Das Resultat: Behelfslösungen und verstärkte Nutzung nicht genehmigter „Schatten-KI“-Tools.
„Unternehmen fehlt es nicht am Bewusstsein für Risiken, sondern an den Voraussetzungen, um diese wirksam zu managen“, sagt Richard Werner, Security Advisor bei TrendAI. „Wenn die Einführung von KI eher durch Wettbewerbsdruck als durch reife Governance-Strukturen getrieben wird, entsteht eine Situation, in der KI in kritische Systeme integriert wird, ohne dass die notwendigen Kontrollen vorhanden sind.“
AI entwickelt sich für viele Firmen zu schnell
Die Hälfte der österreichischen Befragten gibt an, dass sich KI schneller entwickelt, als sie diese absichern können. Weltweit sind es 57 Prozent. Gleichzeitig haben 66 Prozent nur geringes bis mittleres Vertrauen in ihre Kenntnisse der rechtlichen Rahmenbedingungen für den KI-Einsatz. Die Governance-Reife bleibt niedrig: Nur 32 Prozent der österreichischen Unternehmen verfügen über umfassende KI-Richtlinien, zwei Drittel arbeiten noch daran oder haben gerade erst begonnen. Rund ein Viertel nennt unklare regulatorische oder Compliance-Anforderungen als Hindernis. Das bedeutet, dass die AI-Einführung oft vor der Definition der Regeln geschieht.
Das Vertrauen in fortschrittliche, autonome KI-Systeme befindet sich in einer Reifungsphase. Lediglich 34 Prozent der österreichischen Entscheider:innen glauben, dass agentische KI die Cyberabwehr kurzfristig deutlich verbessern wird. Weltweit sind es 44 Prozent. Die Bedenken sind konkret: 34 Prozent sehen den Zugriff von KI-Agenten auf sensible Daten als größtes Risiko, 28 Prozent warnen vor manipulierten Prompts, 24 Prozent vor zusätzlichen Angriffsflächen. 31 Prozent befürchten den Missbrauch des Vertrauensstatus von KI-Systemen, 27 Prozent sehen Risiken durch autonome Codebereitstellung. Gut ein Viertel der österreichischen Unternehmen gibt an, dass ihnen die notwendige Transparenz oder Auditierbarkeit fehlt.
„Kill-Switch“-Mechanismen als mögliche Notfall-Lösung
„Unsere Studie zeigt, dass die zentralen Bedenken bereits klar sind – von der Offenlegung sensibler Daten bis hin zum Verlust von Kontrolle. Ohne Transparenz und Kontrollmechanismen setzen Unternehmen Systeme ein, die sie nicht vollständig verstehen oder steuern können“, erklärt Rachel Jin, Chief Platform and Business Officer und Head of TrendAI. 27 Prozent der österreichischen Befragten unterstützen die Einführung von „Kill-Switch“-Mechanismen, mit denen sich KI-Systeme im Fall von Fehlfunktionen abschalten lassen. Etwa die Hälfte ist sich hierzu noch unsicher.

