AI-Rechenzentren heizen Umgebung auf – 340 Millionen Menschen betroffen
Die KI-Revolution verbraucht nicht nur massive Mengen an Energie und Wasser. Sie heizt auch die Umgebung messbar auf. Forscher:innen der University of Cambridge haben nachgewiesen, dass AI-Rechenzentren die Temperaturen in einem Umkreis von bis zu zehn Kilometern um durchschnittlich zwei Grad Celsius steigen lassen, berichtet t3n. Rund 340 Millionen Menschen leben bereits heute in diesen Zonen erhöhter Temperatur rund um Datacenter von Google, Microsoft, Amazon oder Meta.
„Lokale Hitzeinseln“ erhöhen Umgebungs-Temperaturen
Das Forschungsteam hat für die Studie Satellitendaten der vergangenen 20 Jahre mit Standortdaten von über 8.400 Rechenzentren abgeglichen. Die Wissenschaftler:innen beobachteten dabei die Entwicklung der Oberflächentemperatur des Bodens und konzentrierten sich auf Rechenzentren in weniger stark besiedelten Gebieten, um andere Faktoren auszuschließen. Die Studie dokumentiert einen klaren Zusammenhang zwischen der Inbetriebnahme von KI-Infrastruktur und lokalen Temperaturanstiegen.
Die Messungen zeigen: Kurz nach der Inbetriebnahme eines KI-Rechenzentrums steigen die Oberflächentemperaturen durchschnittlich um rund zwei Grad Celsius. Studienautor Andrea Marinoni gibt den Maximalwert einer gemessenen Temperatursteigerung mit 9,1 Grad an, das Minimum lag bei 0,3 Grad. Überwiegend bewegten sich die Werte im Bereich von 1,5 bis 2,4 Grad. Die Forschenden sprechen von „lokalen Datenhitzeinseln“, die erhebliche Auswirkungen auf das lokale Klima haben.
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AI-Rechenzentren brauchen verbesserte Kühlsysteme
Besonders betroffen sind Menschen in Mexiko, Spanien und Brasilien, die im Umkreis von zehn Kilometern um ein KI-Rechenzentrum wohnen. Die steigenden Temperaturen resultieren aus der enormen Abwärme, die beim Betrieb der Rechenzentren entsteht. KI-Tools wie ChatGPT, Claude oder Gemini benötigen für die Erstellung von Text, Code oder Videos massive Mengen an Rechenleistung und produzieren dabei kontinuierlich Wärme.
Laut den Forscher:innen könnten verbesserte Kühlsysteme eine Lösung sein, um die Abwärme der Rechenzentren zu drosseln. Zusätzlich können Softwarelösungen für eine effizientere Datenverarbeitung sorgen und damit den Energiebedarf senken. Die steigende Nachfrage nach KI-Diensten zwingt Anbieter aktuell dazu, ihre Rechenzentren kontinuierlich auszubauen.
Ein Team der Chinese Academy of Sciences hat kürzlich eine Kühltechnologie vorgestellt, durch die sich die Temperaturen in KI-Rechenzentren innerhalb weniger Sekunden deutlich senken lassen. Diese Lösung könnte zugleich den Energiebedarf von KI-Rechenzentren deutlich reduzieren und damit einen Beitrag zur Eindämmung der lokalen Hitzeinseln leisten.

