Regulierung

Clarity Act scheitert im US-Senat: Krypto-Markt gibt nach, Bitcoin fällt unter 76.000 Dollar

Capitol Hill in Washington. © Pixabay
Capitol Hill in Washington. © Pixabay

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Der US-Senat hat am Dienstag den Digital Asset Market Clarity Act gestoppt. Bei einer prozeduralen Abstimmung kamen nur 49 Ja-Stimmen gegen 50 Nein-Stimmen zusammen, nötig gewesen wären 60, um das Gesetz weiter in Richtung Beschluss zu bringen.

Wie CoinDesk berichtet, stimmten auch mehrere Republikaner:innen dagegen, damit verfehlte die Vorlage sogar eine einfache Mehrheit. Laut CNBC ist das ein empfindlicher Rückschlag für eine Branche, die über Jahre hinweg Hunderte Millionen US-Dollar in Lobbying, Interessenverbände und politische Aktionskomitees gesteckt hat.

Was der Clarity Act regeln sollte

Kern des Gesetzes war eine klare Einordnung, wie die US-Behörden mit unterschiedlichen Arten von Kryptowährungen und Blockchain-Projekten umgehen. Die Zuständigkeiten zwischen der Börsenaufsicht SEC und der Terminmarktaufsicht CFTC sollten eindeutig verteilt werden, wobei die CFTC neue Befugnisse zur Aufsicht über Krypto-Spotmärkte erhalten hätte.

Über die Ausgestaltung wurde lange gerungen, etwa über Zinserträge auf Stablecoins, die das Gesetz zu einer Front zwischen Krypto-Firmen und Bankensystem machten. Zuletzt lagen mehr als 600 Seiten Kompromisstext vor. Unüberbrückbar blieben aber Differenzen bei den Ethikregeln, die hochrangigen Regierungsvertreter:innen geschäftliche Verbindungen zur Krypto-Branche untersagen sollten.

Wie es jetzt weitergeht

Die Branche setzt nun auf die Aufsichtsbehörden. Die SEC hat mit Regulation Crypto Assets ihre erste große Krypto-Regel vorgeschlagen und bereitet eine eng gefasste Form der Tokenisierung von Wertpapieren vor. Selbst SEC-Chef Paul Atkins räumt allerdings ein, dass solche Regeln ohne gesetzliche Grundlage leicht wieder rückgängig gemacht werden können. Ein neuer Anlauf im Kongress wird schwieriger: Nach den Midterm-Wahlen im November könnten die Demokrat:innen zumindest im Repräsentantenhaus die Mehrheit übernehmen, im Senat würde dann mit Elizabeth Warren eine erklärte Krypto-Kritikerin den Bankenausschuss leiten. Als bislang größter legislativer Erfolg der Branche bleibt damit der GENIUS Act für Stablecoins aus dem Jahr 2025.

Krypto-Assets unter Druck

Am Markt sorgte das Votum für Abgaben. Bitcoin rutschte von knapp 80.000 US-Dollar ab und notiert aktuell bei rund 75.800 US-Dollar, ein Minus von 2,8 Prozent binnen 24 Stunden. Deutlicher fielen die Verluste bei XRP mit mehr als 9 Prozent aus, auch Solana, Ethereum, Zcash, Dogecoin und Hyperliquid verloren zwischen 4 und 5,5 Prozent. Einzig Monero liegt auf Wochensicht im Plus. Die größten Krypto-Assets (ohne die Stablecoins USDT und USDC) im Überblick:

Krypto-Asset Preis (USD) 24h 7 Tage
Bitcoin (BTC) 75.804,64 -2,82 % -3,57 %
Ethereum (ETH) 2.402,70 -4,43 % -3,48 %
BNB (BNB) 715,01 -0,58 % -5,24 %
XRP (XRP) 1,28 -9,33 % -9,28 %
Solana (SOL) 97,11 -5,47 % -6,15 %
TRON (TRX) 0,3331 -1,30 % -1,81 %
Hyperliquid (HYPE) 77,16 -4,08 % -9,79 %
Zcash (ZEC) 1.111,77 -4,51 % -5,99 %
Dogecoin (DOGE) 0,08012 -4,38 % -11,40 %
Monero (XMR) 506,45 -1,02 % +2,41 %

Politischer Nachhall

Für Investor:innen bleibt die regulatorische Unsicherheit in den USA damit vorerst bestehen. Die Krypto-Super-PACs rund um Fairshake müssen nun entscheiden, wie sie in den letzten Wochen vor der Wahl mit jenen Senator:innen umgehen, die gegen das Gesetz gestimmt haben. Die republikanische Verhandlungsführerin Cynthia Lummis hatte vor der Abstimmung noch eindringlich an ihre Kolleg:innen appelliert, die USA sollten das digitale Zeitalter anführen und prägen. Ob das Gesetz in der verbleibenden Sitzungsperiode bis Jahresende noch eine Chance bekommt, gilt als unwahrscheinlich.

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