Airmo: SpaceTech holt 5 Millionen Euro für Methan-Monitoring aus dem All
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Das Münchner SpaceTech-Startup Airmo hat eine Seed-Finanzierung über 5 Millionen Euro abgeschlossen. Das Geld fließt in den Start der ersten Satellitenmission 2027 und den Ausbau der luftgestützten Überwachung von Treibhausgasen. Die Runde führte Ananda Impact Ventures an, beteiligt waren Unconventional Ventures, kopa ventures, Pi Labs und Antler.
Airmo entwickelt ein weltraumgestütztes Monitoring-Instrument, das einen Kurzwellen-Infrarot-Imager (SWIR) mit Mikro-LIDAR kombiniert. Die von der European Space Agency unterstützte Technologie wurde erstmals so verkleinert, dass sie auf einen Kleinsatelliten passt. Die Genauigkeit liegt nach Unternehmensangaben doppelt so hoch wie bei existierenden Systemen – konkret bedeutet das: Methanlecks in der Größe eines Autos lassen sich aus 500 Kilometern Höhe erfassen.
Methan-Lecks kosten Energiebranche Milliarden
Methanemissionen verursachen rund 30 Prozent der globalen Erwärmung, doch 70 Prozent der Lecks bleiben laut Airmo unentdeckt. Für die Energiewirtschaft summieren sich die Verluste auf etwa 86,6 Milliarden Euro jährlich – das entspricht 15 Prozent der Upstream-Investitionen in Öl und Gas. Direkte Umsatzeinbußen liegen bei 25,9 Milliarden Euro. Die AIRMO-Technologie kommt bereits kommerziell zum Einsatz: auf Drohnen und Flugzeugen in Europa, Zentralasien und der MENA-Region. Zu den Kunden zählen Uniper, Total und ESCE.
CEO Daria Stepanova, Raketenwissenschaftlerin und Serial Entrepreneur, erklärt die Strategie: „Airmo hat eine einfache Mission: Betreibern dabei zu helfen, Treibhausgasverluste zu finden und zu stoppen, angefangen bei Methan. Wir haben dieses einzigartige Instrument entwickelt, um dieses Ziel zu erreichen.“ Die angepeilte erste Satellitenmission sei ein wichtiger Schritt zur Verwirklichung des eigenen Ziels, 12 Millionen Energieanlagen weltweit zu überwachen.
Satellitenstart 2027 und internationale Expansion
Das frische Kapital treibt den Übergang von Pilotprojekten zum skalierten Betrieb voran. Airmo plant regelmäßige Monitoring-Kampagnen in Europa, MENA und Zentralasien, die vollständige Integration der Satelliten-Nutzlast sowie eine lokale Präsenz im Nahen Osten. 2027 sollen die ersten Satelliten in den Orbit starten und operativ Daten liefern. Das Unternehmen hatte 2023 bereits eine Pre-Seed-Runde über 5,2 Millionen Euro abgeschlossen.
Alina Bassi, Principal bei Ananda Impact Ventures, sieht in der Technologie einen Durchbruch: „Die Reduzierung von Methanleckagen ist der effektivste Weg, die Energieindustrie heute zu dekarbonisieren. Airmos Fähigkeit, Treibhausgasemissionen aus dem Weltraum mit solch hoher Präzision zu quantifizieren, ist ein Game-Changer und löst endlich ein erhebliches Transparenzproblem für den Energiesektor.“ Alan Poensgen, Partner bei Antler, ergänzt: „Wir haben Airmo von Anfang an unterstützt, weil wir ein Team mit der technischen Tiefe und Entschlossenheit gesehen haben, die erforderlich ist, um eine der dringendsten Herausforderungen des Planeten anzugehen“
