Bitpanda und RBI wollen Krypto-Zugang für 18 Millionen Bankkunden in CEE
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Die Raiffeisen Bank International (RBI) und Bitpanda bauen ihre Zusammenarbeit aus. Wie die beiden Unternehmen soeben bekannt gegeben haben, soll ein gemeinsamer Rahmen entstehen, über den die Netzwerkbanken der RBI in Zentral- und Osteuropa ihren Kund:innen Zugang zu digitalen Assets anbieten können. Die technische Infrastruktur dafür kommt von Bitpanda Enterprise, der B2B-Sparte des Wiener Krypto-Brokers. Laut den Partnern umfasst das RBI-Netzwerk in der Region rund 18 Millionen Kund:innen.
Ein fixer Starttermin oder eine Liste der ersten Länder wurde nicht genannt. Die Umsetzung soll schrittweise erfolgen, jede Netzwerkbank entscheidet selbst über ihr Angebot und den Zeitpunkt des Rollouts, abhängig von den regulatorischen Vorgaben und Gegebenheiten im jeweiligen Markt.
Das Vorbild: Raiffeisen in Wien und Niederösterreich
Die Grundlage für die Partnerschaft liegt in Österreich. Die Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien (RLB NÖ-Wien) hatte schon vor einigen Jahren angekündigt, gemeinsam mit Bitpanda in den Krypto- und ETF-Handel einzusteigen. Anfang 2024 startete dann die Integration in die Banking-App Mein ELBA. Kund:innen können dort Kryptowährungen kaufen und verkaufen, ohne ein separates Konto bei einer Krypto-Plattform eröffnen zu müssen. Bitpanda liefert die Infrastruktur im Hintergrund, die Kund:innenbeziehung bleibt bei der Bank.
Nach eigenen Angaben war die RLB NÖ-Wien damit die erste traditionelle Bank in der EU, die ihren Kund:innen Krypto-Zugang direkt in der bestehenden Banking-Umgebung ermöglichte. Welche Funktionen das Angebot zum Start umfasste und wo die Grenzen lagen, hat Trending Topics damals im Detail analysiert. In der Folge schlossen sich weitere Häuser aus dem Raiffeisen-Sektor an, etwa die Raiffeisen-Landesbank Tirol.
Vom Einzelprojekt zum Gruppenrahmen
Neu an der jetzigen Vereinbarung ist die Ebene, auf der sie angesiedelt ist. Bisher handelte es sich um Integrationen einzelner Banken. Nun soll innerhalb der RBI-Gruppe ein einheitlicher Rahmen geschaffen werden, auf den die Tochterbanken in den verschiedenen CEE-Märkten zurückgreifen können. Die Partner sprechen davon, dass dies einer der bislang breitesten gruppenweiten Krypto-Rollouts einer traditionellen europäischen Bankengruppe werden könnte.
Für Bitpanda ist das Geschäft mit Banken und Finanzdienstleistern ein zentraler Wachstumsbereich. Über Bitpanda Enterprise stellt das Unternehmen Handel, Verwahrung und die nötige regulatorische Infrastruktur für Partner bereit, die digitale Assets unter eigener Marke anbieten wollen. Neben Raiffeisen-Banken arbeitet Bitpanda unter anderem mit der Neobank N26 zusammen und hat auch in Deutschland Bankpartnerschaften geschlossen.
Krypto über die Hausbank
Hinter der Partnerschaft steht eine Entwicklung, die sich in Europa seit einiger Zeit abzeichnet: Digitale Assets wandern von spezialisierten Handelsplattformen in das Angebot klassischer Banken. Mit der EU-Regulierung MiCA existiert inzwischen ein einheitlicher Rechtsrahmen, der Banken den Einstieg erleichtert. Für Institute bietet die Zusammenarbeit mit einem Infrastrukturanbieter die Möglichkeit, Krypto-Produkte anzubieten, ohne die Technik selbst aufbauen zu müssen. Kund:innen wiederum brauchen keine zusätzliche App und kein weiteres Konto.
Die beiden Unternehmen betonen zudem den europäischen Charakter des Vorhabens: Sowohl das Bankennetzwerk als auch die Krypto-Infrastruktur stammen aus Österreich. Wie stark die Nachfrage in den einzelnen CEE-Märkten ausfallen wird und wie schnell die Netzwerkbanken das Angebot tatsächlich einführen, ist offen. Die Erfahrungen aus Wien und Niederösterreich dürften dabei als Referenz dienen.

