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Bestätigt: ChatGPT-Werbung startet nächste Woche in Deutschland und Österreich

ChatGPT With Ad. © OpenAI
ChatGPT With Ad. © OpenAI

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Was sich seit vergangenem Montag abzeichnete, ist nun offiziell: OpenAI bringt kommende Woche Werbung in ChatGPT nach Europa. ChatGPT Ads geht in 31 Ländern an den Start, darunter Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien, Schweden, Norwegen, Dänemark, die Niederlande und Österreich. Es ist laut Unternehmen die bislang größte Expansion des noch jungen Werbegeschäfts, und sie kommt mit einer ganzen Reihe von Einschränkungen.

Zugang zunächst nur über Vertrieb und Partner

Werbetreibende kommen in der Startphase nicht frei an das System heran. Buchungen laufen zunächst über das OpenAI-Ads-Solutions-Team, über Agenturpartner und über Technologiepartner. Ein Self-Service-Zugang über den Ads Manager soll erst im weiteren Verlauf des Sommers folgen.

Werbung nur in Free und Go

Anzeigen bekommen ausschließlich Nutzerinnen und Nutzer der Gratisversion sowie des günstigen Go-Abos um 7,99 Euro pro Monat zu sehen. Die Tarife Plus, Pro und Enterprise bleiben werbefrei, ebenso Business- und Education-Konten. OpenAI begründet das Modell damit, dass Werbung den freien und günstigen Zugang zu ChatGPT mitfinanziere.

Zusätzlich gibt es eine werbefreie Variante des Gratisplans, allerdings mit niedrigeren Limits und eingeschränktem Funktionsumfang, also weniger Nachrichten pro Tag und ohne Zugriff auf Werkzeuge wie Bildgenerierung oder Deep Research.

Zum Start kontextuell, nicht personalisiert

Für den europäischen Markt fährt OpenAI einen gestaffelten Ansatz. Zum Start sind die Anzeigen ausdrücklich nicht personalisiert. Die Auswahl stützt sich laut Datenschutzhinweisen auf das aktuelle Thema der laufenden Konversation, den ungefähren Standort, den Gerätetyp sowie Tageszeit und Sprache. Frühere Chats und gespeicherte Erinnerungen werden zum Start explizit nicht herangezogen. Als Rechtsgrundlage für diese generische Werbung nennt OpenAI das berechtigte Interesse nach DSGVO.

Personalisierung soll in einem zweiten Schritt folgen, und zwar erst nach einer aktiven Abfrage bei den Nutzenden. Wer zustimmt, bekommt Anzeigen, die zusätzlich auf dem laufenden Chat-Thread inklusive personalisierter Modellantworten, auf dem eigenen Umgang mit Anzeigen sowie auf früheren Chats und Memories basieren. Die Einstellungen dazu finden sich unter Settings > Ad controls, dort lassen sich Werbedaten auch löschen. Bis zur vollständigen Entfernung von den Servern kann es laut OpenAI bis zu 30 Tage dauern. Der Help-Center-Artikel zu Werbung in ChatGPT bestätigt, dass personalisierte Anzeigen im EWR und in der Schweiz vorerst nicht verfügbar sind.

Wo keine Werbung erscheint

OpenAI hat mehrere Ausschlüsse definiert. Keine Anzeigen soll es im Umfeld sensibler oder regulierter Themen geben, etwa körperliche Gesundheit, psychische Gesundheit oder Politik. Politische Werbung ist derzeit generell nicht zugelassen. Ebenfalls ausgenommen sind temporäre Chats, der Browser ChatGPT Atlas sowie Konten, die OpenAI Minderjährigen zuordnet. Dafür kommt unter anderem eine Altersvorhersage zum Einsatz, die angegebenes Alter, Kontoalter, Nutzungszeiten und die allgemeinen Gesprächsthemen einbezieht.

Die Anzeigen werden unterhalb einer Antwort platziert, als „sponsored“ gekennzeichnet und visuell abgesetzt. Laut OpenAI beeinflusst Werbung die Antworten des Modells nicht. Werbetreibende erhalten nur aggregierte Kennzahlen wie Views oder Klicks, keine Chats, keine Memories, keine Namen, E-Mail-Adressen, IP-Adressen oder präzisen Standorte. Konversationen bleiben nach Unternehmensangaben vor Werbekunden verborgen, Kundendaten würden nicht verkauft. Als Rahmen verweist OpenAI auf die eigenen Werbeprinzipien.

Offene datenschutzrechtliche Fragen

Der werbefreie Gratisplan mit reduzierten Limits dürfte der Punkt sein, an dem die Debatte ansetzt. In seiner Opinion 08/2024 zu „Consent or Pay“-Modellen hat der Europäische Datenschutzausschuss festgehalten, dass Plattformen eine echte, gleichwertige Alternative ohne verhaltensbasierte Werbung anbieten müssen. Ob eine abgespeckte Gratisvariante diesem Maßstab genügt, ist offen. Das Fachmedium PPC Land verweist auf laufende Verfahren gegen ähnliche Modelle europäischer Medienhäuser.

Verantwortlich für die Verarbeitung personenbezogener Daten von Nutzenden im EWR und in der Schweiz ist OpenAI Ireland Limited mit Sitz in Dublin. Zuständige Aufsichtsbehörde ist damit die irische Datenschutzkommission. Verarbeitet wird auf Servern außerhalb des EWR, insbesondere in den USA, gestützt auf Angemessenheitsbeschlüsse und Standardvertragsklauseln.

Ausbau der Werbeplattform

OpenAI hatte Anfang des Jahres mit einem Piloten in den USA begonnen und das Angebot seither auf acht weitere Märkte ausgeweitet. Parallel wurde die Plattform ausgebaut: Neben CPM- und CPC-Geboten unterstützt das System inzwischen Conversion-Optimierung, dazu kamen Geo-Targeting und Custom Audiences. Die Messung wurde über den OpenAI Pixel, eine Conversions API und Integrationen von Drittanbietern über reine Klicks hinaus erweitert. Nach Unternehmensangaben haben bislang zehntausende Marketerinnen und Marketer auf ChatGPT geworben.

Wie gut das Modell aus Sicht der Werbetreibenden funktioniert, ist weiterhin offen. In den USA war ChatGPT-Werbung bisher kein durchschlagender Erfolg. Konkurrenten wie Perplexity und Anthropic (Claude) schalten in ihren Chatbots keine Werbung, und Google hält Gemini bislang ebenfalls werbefrei.

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