RNAnalytics: TechBio-Startup aus Tulln holt Investment von tecnet equity
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Damit RNA-Medikamente wirken, müssen sie sicher in die Zelle kommen, und genau dieses Nadelöhr will ein Startup aus Tulln prüfbar machen: Der niederösterreichische Frühphaseninvestor tecnet equity beteiligt sich mittels SAFE (Simple Agreement for Future Equity) am TechBio-Startup RNAnalytics. Inklusive Förderungen verfügt RNAnalytics damit über Wachstumskapital im höheren sechsstelligen Bereich.
Das Problem mit den Lipid-Nanopartikeln
RNA-basierte Medikamente haben durch die mRNA-Impfstoffe und neue Therapieansätze stark an Bedeutung gewonnen. Damit die RNA im Körper dort ankommt, wo sie wirken soll, braucht sie eine schützende Transporthülle. Dafür kommen meist sogenannte Lipid-Nanopartikel (LNPs) zum Einsatz, winzige Fettkügelchen, die den Wirkstoff in die Zellen schleusen.
Ob diese Partikel richtig funktionieren, muss während der Medikamentenentwicklung immer wieder geprüft werden: Größe, Stabilität, die tatsächlich eingeschlossene Menge an RNA und das Verhalten in unterschiedlichen Zellen. Diese Analysen sind laut RNAnalytics oft aufwendig, erfordern teure Spezialgeräte und liefern mangels einheitlicher Methoden nur eingeschränkt vergleichbare Ergebnisse. Vor allem kleinere Biotech-Firmen und Forschungslabors tun sich damit schwer.
Toolkits plus Software
RNAnalytics will diese Analysen einfacher und standardisierter machen. Dafür entwickelt das 2023 von Viktoria Enkmann und Hannes-Oliver Burgstaller gegründete Unternehmen zwei Bausteine:
- Modulare Toolkits: Sie kombinieren validierte Messmethoden, Reagenzien und Referenzmaterialien und lassen sich auf bereits vorhandener Laborausstattung einsetzen. Labore bekommen damit einen klar definierten Ablauf für die Untersuchung von LNPs.
- Softwareplattform: Sie führt die Daten aus den Analysen zusammen, wertet sie automatisch aus und erstellt standardisierte Berichte. So sollen Labore die Qualitätsmerkmale eines RNA-Therapeutikums zentral vergleichen können, statt Ergebnisse aus verschiedenen Geräten einzeln auszuwerten.
„Die SAFE-Finanzierung gibt uns in dieser frühen Phase die Möglichkeit, unsere Toolkits konsequent weiterzuentwickeln und parallel den Ausbau unserer Softwareplattform voranzutreiben“, sagt Gründerin und CEO Viktoria Enkmann. Mit dem Kapital will RNAnalytics zusätzliche Toolkits auf den Markt bringen und vor allem die Software ausbauen. Sitz des Startups ist der accent Makerspace in Tulln.
Investor sieht wachsenden Markt
tecnet equity verwaltet einen Fonds von rund 50 Millionen Euro und zählt zu den führenden Frühphaseninvestoren in Österreich, zuletzt etwa beim KI-Startup Deepentix. „RNAnalytics setzt an einem sehr konkreten Problem in einem technologisch anspruchsvollen und stark wachsenden Bereich der Biotechnologie an“, sagt Christian Laurer, Senior Investment Manager bei tecnet equity. Besonders überzeuge der Ansatz, komplexe Laboranalytik durch standardisierte Toolkits zugänglicher zu machen und sie mit einer skalierbaren Softwareplattform zu verbinden.
Etablierte Gerätehersteller als Konkurrenz
Ganz allein ist RNAnalytics in dem Feld nicht. Für die Charakterisierung von LNPs setzen Labore heute meist auf Geräte und Assays großer Hersteller, etwa Messgeräte zur Partikelgröße von Malvern Panalytical, Lichtstreuungs-Systeme von Wyatt Technology, das inzwischen zu Waters gehört, oder RNA-Quantifizierungs-Kits von Thermo Fisher. RNAnalytics positioniert sich mit seinen Toolkits für vorhandene Geräte und der übergreifenden Software als Ergänzung zu dieser Ausstattung.

