CuspAI: 450 Mio. Dollar für KI-gestützte Materialforschung aus Cambridge
Das britische AI-Startup CuspAI hat eine Series-B-Finanzierung in Höhe von 450 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Die Bewertung des 2024 gegründeten Unternehmens aus Cambridge steigt damit auf 2,6 Milliarden Dollar – mehr als eine Vervierfachung gegenüber der 100-Millionen-Dollar-Runde vom September des Vorjahres. Berichte der Financial Times über Gespräche zu dieser Bewertung hatten sich bereits Anfang des Jahres abgezeichnet und bestätigen sich nun.
Angeführt wird die Runde von den US-Investoren Kleiner Perkins und NEA. Ebenfalls beteiligt ist Bezos Expeditions, das Family Office von Amazon-Gründer Jeff Bezos. Als neue Geldgeber steigen unter anderem Glade Brook Capital Partners, Lux Capital, AMD Ventures, der britische Sovereign AI Venture Fund, die niederländische Staatsbeteiligungsgesellschaft Invest-NL sowie der bekannte Risikokapitalgeber John Doerr ein. Zu den Bestandsinvestoren zählen Lightspeed Venture Partners, Northzone und Temasek.
KI soll neue Materialien entwerfen
CuspAI wurde von Chad Edwards und dem KI-Forscher Max Welling gegründet und arbeitet an einer Plattform, die mithilfe von künstlicher Intelligenz völlig neue Materialien entdecken soll – etwa für Halbleiter, saubere Energie oder die industrielle Fertigung. CEO Edwards argumentiert, dass der industrielle Fortschritt der kommenden Jahrzehnte an fehlenden Materialien scheitern könnte, wenn deren Entwicklung nicht deutlich beschleunigt wird.
Mit dem frischen Kapital will das Unternehmen seine Aktivitäten in den USA, Europa und Asien ausbauen.
„AI Materials Foundry“ mit Nvidia, Meta und Samsung
Parallel zur Finanzierung stellte CuspAI die sogenannte AI Materials Foundry vor: ein Netzwerk, das Rechenkapazitäten, Labore, proprietäre Daten und wissenschaftliche Expertise bündeln soll, um die Materialentdeckung zu beschleunigen. Mehr als 45 Organisationen sind als Gründungsmitglieder an Bord – darunter Nvidia als Compute-Partner, Metas Forschungsabteilung FAIR, Samsung, die Hyundai Motor Group, Hitachi High-Tech und Merck. Koordiniert wird der Prozess von CuspAIs eigener KI-Plattform MIRA, die vom Design von Materialkandidaten über Simulationen bis zur experimentellen Validierung den gesamten Ablauf steuern soll.
Im Board des Unternehmens sitzen mit Yann LeCun und Nobelpreisträger Geoffrey Hinton zwei der bekanntesten Köpfe der KI-Forschung. Im Vorjahr führte CuspAI zudem das AI-100-Ranking von Sifted an, das die vielversprechendsten europäischen KI-Startups mit einer Bewertung unter einer Milliarde Dollar auszeichnet.
Die Runde reiht sich in einen breiteren Trend ein: Investoren setzen zunehmend auf europäische Unternehmen, die KI für wissenschaftliche Forschung und Entdeckungsprozesse einsetzen – ein Segment, das nach den großen Sprachmodellen als eines der nächsten großen Anwendungsfelder der Technologie gilt.

