Davis: KI-Startup sammelt 5,5 Mio. Dollar, will Immobilienprojekte radikal beschleunigen
Das Pariser Startup Davis hat 5,5 Millionen Dollar in einer Pre-Seed-Finanzierungsrunde eingesammelt. Das Unternehmen will frühe Entwicklungsphasen von Immobilienprojekten von Monaten auf Tage verkürzen – durch eine Kombination aus proprietären KI-Systemen und menschlicher Expertise.
Die Runde wurde von Heartcore Capital und Balderton Capital angeführt, mit Beteiligung von Yellow, Evantic und Entrepreneur First sowie Business Angels aus den Gründerteams von Spacemaker, Black Forest Labs, Hugging Face, Supabase, Cleo und Spore.bio.
„Immobilien sind eine der weltweit größten Anlageklassen, doch einige der wichtigsten Arbeitsabläufe bewegen sich noch immer in einem Tempo, das keinen Sinn mehr ergibt. Wir haben Davis gegründet, um einen neuen Zeitstandard für die Immobilienentwicklung zu setzen und letztlich neu zu gestalten, wie Städte entworfen und gebaut werden“, erklärt CEO Mehdi Rais. Das frische Kapital fließt in die Weiterentwicklung der KI-Technologie, den Ausbau des Teams und die Skalierung der Operations. Davis plant zudem, die Adoption bei Entwicklern zu erhöhen und die End-to-End-Plattform weiter auszubauen.
Die Immobilienbranche zählt mit einem geschätzten globalen Marktvolumen von rund 400 Billionen US-Dollar zu den größten Wirtschaftssektoren. Gleichzeitig gelten viele Prozesse, insbesondere in frühen Projektphasen, als vergleichsweise langsam und fragmentiert. Machbarkeitsstudien, Planung und Abstimmung zwischen verschiedenen Akteuren können sich über Wochen oder Monate hinziehen. Im Vergleich zu anderen Industrien, die in den vergangenen Jahren stärker durch Software und Künstliche Intelligenz geprägt wurden, verläuft die Digitalisierung der Immobilienentwicklung bislang eher schrittweise. Genau dort setzt das französische Startup Davis an.
Davis‘ Geschäftsmodell
Davis positioniert sich nicht als klassischer Softwareanbieter, sondern als Dienstleister. Das Unternehmen erstellt Machbarkeitsstudien, die Standortanalysen, regulatorische Bewertungen, Volumenberechnungen und Finanzmodelle umfassen. Ergänzend liefert es architektonische Entwürfe, etwa Grundrisse, Wohnungsmixe und Raumplanungen.
Nach Angaben des Unternehmens werden die Ergebnisse durch interne Architektinnen und Architekten überprüft und weiterentwickelt, bevor sie an Kunden ausgeliefert werden. Ziel ist es, mehrere bislang getrennte Prozessschritte zu bündeln und Planungszeiten zu verkürzen.
Neues KI-Modell vorgestellt
Technologische Grundlage ist ein generatives KI-Modell, das speziell für Anwendungen in der Architektur und Immobilienentwicklung entwickelt wurde. Anders als rein bildbasierte Ansätze erzeugt das System strukturierte Entwürfe, bei denen architektonische Elemente und regulatorische Anforderungen bereits im Generierungsprozess berücksichtigt werden.
Im Zuge der aktuellen Finanzierungsrunde hat Davis zudem sein erstes eigenes Modell namens Gaudi-1 vorgestellt. Dieses soll automatisierte Architekturentwürfe unter Berücksichtigung regulatorischer Vorgaben ermöglichen. Laut Unternehmen erzielt das Modell auf internen und gängigen Benchmarks wie RPLAN und MSD State-of-the-art-Ergebnisse.
Team mit KI- und Architektur-Expertise
Gegründet wurde Davis von Mehdi Rais und Amine Chraibi. Chraibi ist KI-Forscher von der École Polytechnique, spezialisiert auf generative Modelle für strukturierte Daten. Er lehnte laut Unternehmen ein PhD-Angebot bei Google DeepMind ab, um Davis zu starten. Rais wuchs in einer Architektenfamilie in Marokko auf und beobachtete dadurch die Ineffizienzen der Branche, bevor er sich entschied, etwas dagegen zu tun. Um die beiden Co-Founder hat sich ein Team aus KI-Forscher:innen, Immobilienexpert:innen und Architekt:innen formiert.
