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DeepSeek schiebt schnelleres Flash-Modell und eigene Such-API nach

The DeepSeek app on a smartphone
The DeepSeek app on a smartphone. © Solen Feyissa / Unsplash

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DeepSeek bleibt seiner Linie treu: wenig Tamtam, viel Leistung pro Cent. Das chinesische KI-Labor hat am gestrigen Samstag DeepSeek-V4.1-Flash-1017 veröffentlicht, eine neue Version seines schnellen Flash-Modells. Laut DeepSeeks eigenem Changelog liefert sie bessere Benchmark-Ergebnisse, erledigt Aufgaben schneller und produziert kürzere Antworten. Die Preise bleiben gleich. Dazu öffnet DeepSeek erstmals seine hauseigene Suchmaschine für Entwickler:innen.

Mehr Leistung zum gleichen Preis

Das Update ist bereits in der Web-App, in den Smartphone-Apps und über die API unter dem Namen deepseek-flash live. Den größten Sprung macht das Modell beim Programmieren und bei sogenannten agentischen Aufgaben, bei denen die KI mehrere Arbeitsschritte selbstständig erledigt. Im Terminal-Bench 4.0 steigt der Wert gegenüber der September-Version von 31,2 auf 42,3 Punkte, bei der Softwareentwicklung im DeepSWE-Test von 74,2 auf 77,0. Optimiert wurde das Modell vor allem für DeepSeeks eigene Agenten-Umgebung DeepSeek Harness sowie für Tencents Coding-Assistenten CodeBuddy.

Technisch ist V4.1 Flash ein Mixture-of-Experts-Modell mit 552 Milliarden Parametern, von denen pro Token aber nur 8 bis 16 Milliarden aktiv sind. Das Kontextfenster fasst eine Million Tokens. Der Preis liegt weiter bei 0,30 Dollar (rund 0,27 Euro) pro Million Input-Tokens und 1,20 Dollar (rund 1,07 Euro) pro Million Output-Tokens. Weil die Antworten kürzer ausfallen, sollen Aufgaben unterm Strich billiger werden.

Eigene Suchmaschine als API

Neu ist die Such-API. DeepSeek betreibt eine eigene Suchmaschine, die nach Firmenangaben Hunderte Milliarden Webseiten indexiert und täglich Hunderte Millionen Anfragen beantwortet. Sie soll SEO-Spam, GEO-Manipulation und minderwertige KI-Inhalte herausfiltern. Entwickler:innen können über die API nun Suchergebnisse abrufen oder einzelne Webseiten als Text auslesen lassen. 1.000 erfolgreiche Anfragen kosten 0,75 Dollar (rund 0,67 Euro). DeepSeek tritt damit gegen Anbieter wie Brave, Exa oder Tavily an, deren Such-APIs viele KI-Agenten nutzen.

Wo DeepSeek im Open-Weight-Ranking steht

Das unabhängige Benchmark-Portal Artificial Analysis hat die neue Version noch nicht getestet. Die September-Version von V4.1 Flash kommt in ihrem Intelligence Index auf 39 Punkte. Unter den Modellen mit frei verfügbaren Gewichten liegt DeepSeek damit gemeinsam mit Metas Muse Spark Open auf Platz sechs. Vor DeepSeek liegen ausschließlich chinesische Konkurrenten:

  • Platz 1: MiMo-V2.6-Pro von Xiaomi mit 46 Punkten
  • Platz 2: GLM-5.3 von Z.ai mit 45 Punkten
  • Platz 3 und 4: Step 5 Preview von StepFun und Kimi K3 von Moonshot mit je 44 Punkten
  • Platz 5: GLM-5.3-Flash von Z.ai mit 42 Punkten

Im Gesamtranking aller Modelle landet DeepSeek nur ungefähr auf Platz 46. Die Spitzenplätze belegen geschlossene Modelle von Anthropic, Meta, OpenAI und Google mit bis zu 58 Punkten. Bester US-Anbieter bei offenen Gewichten ist Meta, dahinter folgen Reflection mit Beam 1.0 (30 Punkte) und Nvidia mit Nemotron 3.5 Super VL (26 Punkte).

Ein Analyst des Routing-Anbieters OrcaRouter tippt für die neue Version auf 45 bis 46 Punkte, was für die Top 3 reichen würde. Gemessen ist das aber noch nicht. Bloomberg-Intelligence-Analyst Robert Lea schätzt den Rückstand chinesischer Modelle auf die US-Spitze nach dem V4.1-Start nur noch auf rund 3 Prozent, Anfang des Jahres waren es noch 15 Prozent.

Die Zahlen stammen von DeepSeek

Bei den Benchmarks ist Vorsicht angebracht. Alle Vergleichswerte zur neuen Version stammen von DeepSeek selbst, und in mehreren Tests liegt das Modell weiter hinter den teuren Spitzenmodellen aus den USA. Unklar ist zudem, ob DeepSeek auch die Gewichte des neuen Checkpoints veröffentlicht. Die September-Version steht unter MIT-Lizenz frei auf Hugging Face, zum Update gibt es dazu widersprüchliche Angaben. Wer DeepSeek in Produkten einsetzt, muss außerdem mit stillen Updates leben: Das Modell hinter dem Namen deepseek-flash wechselt ohne große Ankündigung.

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