Diamens: Linzer FemTech holt sechsstelliges Investment für Endometriose-Test
Ein Investment in Frauengesundheit: Das Linzer HealthTech-Startup Diamens hat eine sechsstellige Finanzierungsrunde abgeschlossen. Das weiblich geführte Team treibt damit die Zertifizierung eines weltweit ersten molekularbiologischen Diagnostiktests auf Basis von Menstruationsblut voran. Das Ziel: Die siebenjährige Diagnose-Odyssee bei Endometriose beenden. Der Lead-Investor eQventure aus Graz steigt gemeinsam mit VP Venture Partners aus Zürich, FS Life Science Investment aus Düsseldorf und der VGW Beteiligungs GmbH aus Linz ein.
Endometriose wird oft fälschlicherweise als „Regelbeschwerden“ abgetan und betrifft weltweit rund 190 Millionen Frauen – statistisch jede zehnte. Die chronische Erkrankung führt zu Wucherungen von gebärmutterschleimhautähnlichem Gewebe außerhalb der Gebärmutter. Die Folgen reichen von chronischen Schmerzen über Organverwachsungen bis zu Unfruchtbarkeit.
Ein derzeit großes Problem ist die Diagnose: Betroffene durchlaufen im Schnitt sieben Jahre mit Fehldiagnosen und Unverständnis. Bisher gilt eine operative Bauchspiegelung unter Vollnarkose als Goldstandard – ein invasiver Eingriff, vor dem viele Patientinnen zurückschrecken. Dabei entscheidet eine frühe Diagnose darüber, ob moderne Therapiekonzepte greifen und bleibende Organschäden verhindert werden können.
Molekularer Fingerabdruck statt OP
Diamens nutzt Menstruationsblut als Datenquelle für die Diagnostik. „Menstruationsblut ist ein molekularer Fingerabdruck der Gebärmutter – ein Potenzial, das in der Diagnostik bisher schlicht ignoriert wurde“, erklärt Clara Ganhör, COO und Co-Founderin. Das Team hat über eine bioinformatische Pipeline charakteristische molekulare Marker identifiziert und in Menstruationsblutproben validiert. Der neue Test erfolgt durch Eigenanwendung und alltagstauglich: Die Nutzerin entnimmt zu Hause eine Probe, die anschließend via PCR-Analyse im Labor ausgewertet wird. Das Ergebnis soll Klarheit ohne OP und Krankenhausaufenthalt liefern.
„Diamens trifft den Nerv der Zeit: Ein wissenschaftlich exzellentes Team adressiert eine massive Versorgungslücke mit einer hochskalierbaren Lösung“, begründet Bernhard Ungerböck von eQventure das Investment. „Die Kombination aus medizinischer Dringlichkeit, technischer Präzision und Marktpotenzial ist genau das, was wir suchen. Wir sind überzeugt, dass dieser Test den Goldstandard in der Gynäkologie neu definieren wird.“
Frauengesundheit soll „radikal zugänglich“ werden
Die Finanzierungsrunde wird durch Förderungen ergänzt, darunter das FFG-Basisprogramm. Das Kapital fließt direkt in die klinische Validierung und die europäische Zertifizierung. „Unsere laufende Multicenter-Studie zeigt bereits jetzt durchwegs positive Erfahrungen bei der Probenentnahme und Versand durch die Anwenderinnen. Die Zeit ist reif, Frauengesundheit datengetrieben und radikal zugänglich zu gestalten“, so Marlene Rezk-Füreder, CEO und Co-Founderin.
Hinter Diamens steht ein interdisziplinäres Team aus Biomedizin, Bioinformatik, Regulatorik und Business: CEO Marlene Rezk-Füreder, CTO Eva Scharnagl, COO Clara Ganhör, CSO Angelika Lackner und CMO Univ.-Prof. Dr. Peter Oppelt, ein international anerkannter Endometriose-Spezialist. Das 2024 gegründete Startup wurde bereits als „Spin-off of the Year“ beim EY Scale-up Award 2025 und beim Brigitte-Bierlein-Frauenpreis ausgezeichnet.
FemTech-Startup Diamens entwickelt Test für schnellere Endometriose-Diagnosen